Stormarn
Down Under

Zwei Oldesloer sind unterwegs auf Tasmanien

The Nut in Stanley: Das Felsplateau erhebt sich 150 Meter hoch vor der malerischen Küste

The Nut in Stanley: Das Felsplateau erhebt sich 150 Meter hoch vor der malerischen Küste

Foto: Wolf Leichsenring / HA

Die Leichsenrings in Neuseeland und Australien: Ehepaar erkundet Down Under ein Jahr lang mit dem Wohnmobil. Teil 5: Tasmanien.

Tasmanien.  Mittlerweile sind wir per Nachtfähre von Melbourne aus in „Australiens grünem Smaragd“, in Tasmanien angekommen.

Wir wählen den West Coast Wilderness Drive. Er führt zunächst an der Nordküste entlang, später biegt er dann ab Richtung Süden, immer an der Westküste entlang. Die kleinen, schmucken Städtchen lassen nicht lange auf sich warten: Ulverstone, Penguin, Wynyard, Stanley oder auch Smithton. Jeder Ort hat eine Besichtigungskleinigkeit zu bieten, unter denen The Nut in Stanley hervorsticht. 150 Meter hoch erhebt sich ein bewachsenes Felsplateau an der ohnehin malerischen Küste. Mit dem Spruch „Why go when you can ride“ wirbt der dazugehörige Sessellift um Kundschaft (www.thenutchairlift.com.au). Es geht aber auch zu Fuß einen steilen Pfand hinauf und hinab. Hauptsache man kann dort oben auf dem etwa zwei Kilometer langen Rundweg die „sauberste Luft der Welt“ atmen.

Hinter Smithton erreichen wir nach wenigen Kilometern Tasmaniens raue Westküste. Wir wollen ihr folgen bis Strahan, über Marrawah und Port Arthur. Dort haben wir uns für eine Schifffahrt durch den Urwald auf dem gleichnamigen Fluss angemeldet. Doch unser Vorhaben endet unvermittelt. Ein großflächiges Buschfeuer ist in der Nacht im trockenen Regenwald durch Blitzeinschlag ausgebrochen. Die Durchgangsstraße gen Süden bleibt uns versperrt. Der Ort Arthur River ist von Evakuierung bedroht. Selbstredend kann die Bootsexkursion nicht stattfinden.

Also begeben wir uns auf den Rückweg und nehmen einen 400 Kilometer langen Umweg in Kauf, um an das gewünschte Ziel Strahan zu gelangen. Doch nichts ist so negativ, dass man dem nicht auch noch etwas Positives abgewinnen kann. Die unbeabsichtigte Routenänderung führt uns dann unmittelbar in den Cradle Mountain National Park. Gut eine Fahrstunde südlich von der Nordküste tauchen sie auf, die gezackten Konturen des Cradle Mountain. An seinem Fuß ruht der Dove Lake. Dieses umwerfende Duo ist eingebettet in eine ursprüngliche Landschaft von Heide und einer Buschgrasebene. Eingerahmt wird das Ganze von undurchdringbarem Regenwald.

Es besteht zwar die Möglichkeit, den Park mit eigenem Pkw zu erkunden. Doch warum? Ein ausgezeichnetes Shuttle-Bus-System bringt die Besucher an die wichtigsten Ziele: für Ausblicke, Wanderungen oder Besichtigungen. Der Cradle Mountain National Park gilt als einer der großen Anziehungspunkte für Tasmanien- Reisende. Das Besucheraufkommen gibt dem Recht. Wir sind sehr angetan von ihm. (www.parks.tas.gov.au).

Der „wilde grüne Westen“ der Insel lässt uns noch nicht los. Wir folgen der Südroute ins Dreieck der ehemaligen Mining Towns Queenstown, Strahan (mehr Bade- und Küstenort) und Zeehan. Auch sie alle sind tief eingebettet in den Gebirgszug um den Mount Murchison. Deutlich zu spüren im städtischen Leben ist ihre Abgeschiedenheit. Sicherlich haben sie zu Boomzeiten einmal bessere Zeiten gesehen. Heute kommen sie ländlich ruhig daher. Spätestens um 17.30 Uhr wandert man allein durch die Straßen.

Weitere Tipps: Lohnenswert ist es in jedem Fall, den Holiday Park Pass zu erwerben (etwa 27 Euro). Er gilt 8 Wochen lang für ein Auto und bis zu acht Insassen in allen 19 tasmanischen National Parks. Fähre Melbourne–Devenport/Tasmanien rechtzeitig buchen, da stark frequentiert auch außerhalb der Urlaubssaison. Rückfahrt gleich mitbuchen. Wolf und Gabriele Leichsenring aus Bad Oldesloe fahren mit dem eigenen Wohnmobil ein Jahr lang durch Neuseeland und Australien. In der Abendblatt-Regionalausgabe Stormarn berichten sie in unregelmäßigen Abständen von ihrer Tour.
Ein Reisetagebuch der ehemaligen Lehrer steht auf ihrer Homepage ga­-wo.leichsenring.net/reisen/