Stormarn
Down Under

Mit dem Wohnmobil durch Neuseeland

 Gabriele und Wolfgang Leichsenring an Captain Cooks Felsenbogen am Cape Farewell

Gabriele und Wolfgang Leichsenring an Captain Cooks Felsenbogen am Cape Farewell

Foto: Gabriele Leichsenring / HA

Oldesloer Ehepaar Leichsenring erkundet Neuseeland und Australien mit dem eigenen Wohnmobil. Heute: Das Cape Farewell.

Bad Oldesloe.  Mit „Farewell Spit Eco Tours“ machen wir uns vom Ort Collingwood auf zur längsten Nehrung Neuseelands. Im Naturschutzgebiet am Cape Farewell ist ein freier Zugang lediglich auf den ersten vier Kilometern erlaubt, anschließend nur noch per Führung. Die Halbinsel, ein Vogelparadies mit über 90 Spezies, wächst um rund vier Meterjährlich. Wir können sie auf 26 Kilometer Länge erleben. Bei Ebbe dehnt sie sich sogar auf 32 Kilometer aus.

Captain Cook gab dem Naturwunder den Namen, als er 1770 Neuseeland wieder verließ. Doch er hatte bereits einen Vorgänger. Der niederländische Entdecker Abel Tasman betrat 1642 als erster Europäer die Landzunge und nannte sie „Sand Duining Hoeck“.

Nur bei Ebbe kann der Strand an der Tasman Sea befahren werden. Zunächst erklimmt das Allradfahrzeug die Hügel hinauf zum eigentlichen Kap, dem nördlichsten Punkt der Südinsel. Anschließend müssen wir einen Dünenhügel überwinden. Im Volksmund heißt dieser Abschnitt „Coast to Coast Highway, short but not easy“. Die ersten zwei Kilometer Dünensandfahrt haben es in der Tat in sich. Nach häufigem Vor und Zurück liegt der Endlosstrand vor uns. Das Meer hat sich genügend zurückgezogen, um den Streifen zwischen Wasser und Dünen befahren zu können. Zunächst geht es entlang der felsigen Steilküste. Rasch wandelt sich der Uferstreifen in die legendäre Dünenwelt. Zwischen 20 und 60 Meter türmen Wind und Wasser die Sandberge auf. Dichtes Dünengras schützt vor Erosionen.

Von den Vogelarten können wir zahlreiche ausmachen, zum Beispiel Austernfischer, Reiher, Kormorane, Basstölpel, verschiedene Möwenarten, schwarze Schwäne und den Strecken-Weltmeister unter den Zugvögeln, die Uferschnepfe/Godwit. Sie legt bei ihrer jahreszyklischen Wanderung rund 28.000 Kilometer zurück, von Neuseeland nach China, anschließend nach Alaska und zurück.

Die Vogelschwärme befinden sich in guter Gesellschaft mit ruhig vor sich hin dösenden großen Seehunden (Bull Seals). Diese heben oft lediglich neugierig den Kopf, dann dösen sie weiter.

Die rund sieben Stunden Dauer dieses Dünen-Vogelwelt-Watttrips mit Leuchtturmbesichtigung an der Spitze der Landzunge werden nie langweilig. Im Gegenteil, die Zeit fliegt dahin wie im Zeitraffer. Man könnte noch länger dort verweilen. Eine wirklich empfehlenswerte und großartige Exkursion.

Wir sagen „Tschüs Neuseeland“ und melden uns wieder aus Australien.

Wolf und Gabriele Leichsenring aus Bad Oldesloe fahren mit dem eigenen Wohnmobil ein Jahr lang durch Neuseeland und Australien. In der Abendblatt-Regionalausgabe Stormarn berichten sie in unregelmäßigen Abständen von ihrer Tour. Ein Reisetagebuch der ehemaligen Lehrer ist auf ihrer Homepage
ga-wo.leichsenring.net/reisen/ zu finden.