Stormarn
Dia-Vortrag

Auf Reisen gehen mit Abenteurer Rüdiger Nehberg

Rüdiger Nehberg auf dem Mast seines Einbaums vor der Ankunft

Rüdiger Nehberg auf dem Mast seines Einbaums vor der Ankunft

Foto: Gesellschaft fuer bedrohte Voelker

Er hat den Atlantik auf einem Einbaum überquert: Am 2. März zeigt der Überlebenskünstler aus Rausdorf Bilder im TanzCentrum Glinde.

Glinde.  Er hat den Atlantik auf einem Einbaum überquert, ist ein Rennen gegen einen Aborigine quer durch die glühende australische Wüste gelaufen und hat – nur mit einer Badehose bekleidet – mehrere Wochen im Dschungel Brasiliens fernab jeglicher Zivilisation gelebt. Das sind nur einige Reisen, die Rüdiger Nehberg in seinem Leben unternommen hat.

Der 80 Jahre alte Survival-Experte und Menschenrechtler aus Rausdorf hat viel zu erzählen. Genau das macht er auch am Mittwoch, 2. März, um 19.30 Uhr im TanzCentrum Glinde (Am Sportplatz 98 b).

Ende der Genitalverstümmlung ist zur Triebkraft geworden

„Lagerfeuer-Geschichten“ heißt die Veranstaltung, bei der Rüdiger Nehberg mit Dias von seinen Abenteuern berichtet. Außerdem spricht „Sir Vival“ über die von ihm im Jahr 2000 mitgegründete Menschenrechtsorganisation Target. Sie kämpft gegen Genitalverstümmelung bei jungen Mädchen. 8000 Menschen sind täglich betroffen – weltweit insgesamt etwa 150 Millionen, vor allem in afrikanischen Ländern.

Das Verhindern dieses schmerzhaften Rituals ist zur Triebkraft in Nehbergs Leben geworden. Und die Erfolge können sich sehen lassen. Ende November 2006 hatten er und seine Ehefrau Annette bereits eine Konferenz in der mehr als 1000 Jahre alten Al-Azhar-Universität in Kairo initiiert, der höchsten Lehranstalt der islamischen Welt. Sie endete damit, dass die Gelehrten eine Fatwa verfassten, nach der die Genitalverstümmelung einen Verstoß gegen den Islam und ein Verbrechen darstelle. Zudem betreibt Target bei den Afar in Äthiopien, einem nomadischen Volk, ein mobiles Hospital und hat in Mauretanien ein Näherinnen-Projekt für arbeitslos gewordene Beschneiderinnen initiiert.

2008 mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet

Der Menschenrechtsorganisation, die sich ausschließlich durch Spenden finanziert, steht ein hoch qualifizierter Beraterstab zur Seite: zum Beispiel Vertreter der Al-Azhar-Universität in Kairo und islamische Autoritäten in Afrika, der Zentralrat der Muslime in Deutschland, das Auswärtige Amt, die deutschen Botschaften sowie Ärzte. Für sein Engagement wurde der Stormarner 2008 mit dem Bundesverdienstkreuz erster Klasse ausgezeichnet. Schon 2006 hatte das Volk der Afar ihm und seiner Frau die Ehrenbürgerschaft verliehen.

„Lagerfeuer-Geschichten“ mit Rüdiger Nehberg, Mittwoch, 2. März, 19.30 Uhr, TanzCentrum Glinde (Am Sportplatz 98b). Der Eintritt kostet 13 Euro, Jugendliche zahlen acht Euro. Teilnehmer sollten mindestens zwölf Jahre alt sein. Karten gibt es im TanzCentrum, bei der Geschäfststelle des TSV Glinde (Am Sportplatz 98 a) sowie an der Abendkasse.