Hoisdorf

Initiative will Mehrzweckhalle als neues Dorfzentrum

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Dorothea Benedikt
Sporthalle für Hoisdorf? Dieter Schippmann spricht sich für eine Sanierung der Peter-Frensch-Halle aus

Sporthalle für Hoisdorf? Dieter Schippmann spricht sich für eine Sanierung der Peter-Frensch-Halle aus

Foto: Dorothea Benedikt / HA

Abriss und Neubau oder Sanierung der Peter-Frensch-Halle? Meinungen der Bürger gehen weit auseinander. Argumente kreisen ums Geld.

Hoisdorf.  Ein Treffpunkt für Jung und Alt, ein Ort zum Feiern, Proben und Sportmachen – so stellt sich die Initiative Dorf- und Sport-Zentrum Hoisdorf eine neue Mehrzweckhalle vor und fordert einen Abriss der jetzigen Peter-Frensch-Halle sowie einen Neubau. Erste Pläne und Ideen hat die Interessengemeinschaft bereits entwickelt. Unterstützung bekommt die Initiative, zu der der Turn- und Sportverein (TuS), das Junge Theater und der Sozialverband Hoisdorf gehören, von der CDU. Dagegen fürchtet Bürgermeister Dieter Schippmann (Dorf-Gemeinschaft Hoisdorf, kurz DGH) zu hohe Kosten und spricht sich für eine Sanierung der Peter-Frensch-Halle aus.

Auch wenn Uneinigkeit über das Wie herrscht, steht für alle fest: Es muss etwas passieren. Denn die Ende der 70er-Jahre gebaute Mehrzweckhalle ist marode. Fensterfront sowie Dach müssen erneuert werden und die Heizung ist kaputt. Ferner seien einige Räume durchfeuchtet. „Uns stellt sich die Frage, ob sich da noch eine Sanierung lohnt“, sagt Petra Warnick vom Vorstand des TuS Hoisdorf. „Wegen der fehlenden Heizung hat auch schon unsere Yogagruppe aufgehört. Auch ist Fitness im Keller wegen der Feuchtigkeit nicht optimal.“ Ferner werde die jetzige Halle an der Oetjendorfer Landstraße den Bedürfnissen der Hoisdorfer nicht mehr gerecht. „Es fehlen Umkleidekabinen für die Fußballer“, sagt Warnick.

Raumprobleme hat auch das Junge Theater Hoisdorf, eine eigenständige Sparte des TuS. Weil es in Hoisdorf keine Räume gibt, proben die jungen Darsteller in der Pastorenscheune in Siek. „Der Raum ist für Choreo- und Szenenproben jedoch zu klein“, sagt Theaterleiter Michael Görmer, der es für angebracht hält, „dass das Junge Theater Hoisdorf auch Hoisdorf als seine Heimat anerkennen kann“. Zudem könnte die Theatergruppe eigene Räume nach ihren Vorstellungen und Bedürfnissen gestalten. Auch könnten laut Görmer Gruppen parallel Sprach-, Gesangs- und Tanzproben machen.

Der Sozialverband möchte Spiele-Nachmittage anbieten

Der Sozialverband Hoisdorf muss ebenfalls oft auf Räume in Oetjendorf ausweichen. „Wir haben alle zwei Monate eine Mitgliederversammlung, bei der wir auch Bingo spielen. Zudem treffen sich 15 bis 20 Mitglieder alle 14 Tage zum Kaffeekränzchen und machen dabei Handarbeiten“, sagt Wolfgang Broszio, Vorsitzender des Sozialverbands, der seinen 178 Mitglieder gerne mehr anbieten würde. „Ich könnte mir gut Nachmittage mit Gesellschaftsspielen vorstellen, zu denen die Teilnehmer Kaffee und Kuchen mitbringen“, sagt Broszio und denkt dabei insbesondere an ältere Hoisdorfer, die allein sind.

Neben den Mitgliedern der Initiative brächte eine größere und modernere Mehrzweckhalle allen in der 3500-Seelen-Gemeinde Vorteile. „Wir haben keinen vernünftigen Raum, wo man runde Geburtstage, Goldene Hochzeiten oder ähnliche Feste feiern kann“, sagt Broszio, der seit seiner Geburt in Hoisdorf lebt. „Nicht alle Menschen können es sich leisten, im Landhaus zu feiern.“

Sanierung würde nach Schätzungen 200.000 Euro kosten

Bürgermeister Dieter Schippmann sagt: „Das sind alles Wunschvorstellungen, zwischen denen und der Realität eine große Lücke klafft.“ Schippmann geht davon aus, dass ein Neubau zwischen zweieinhalb und drei Millionen Euro kosten wird. „Die Sanierung würde uns rund 200.000 Euro kosten“, schätzt der Bürgermeister. Wie hoch die Sanierungskosten tatsächlich sein werden, soll jetzt ein Architekt ermitteln, der mit einer Bestandsaufnahme beauftragt wird. „Wir haben dies im Januar im Bauausschuss beschlossen“, sagt Schippmann, dessen Fraktion elf von 16 Gemeindevertretern stellt.

„Es ist nicht ausgeschlossen, dass sich eine Sanierung nicht mehr lohnt“, so der Bürgermeister: „Ob mit einem Neubau dann alle Wünsche umgesetzt werden, bezweifle ich aber.“ Schippmann wünscht, dass sich in solch einem Fall alle an einen Tisch setzen. „Ein Plan und eine Zeichnung allein reichen nicht. Wir brauchen auch ein Finanzierungskonzept.“

Erste Pläne werden im März den TuS-Mitgliedern präsentiert

Für die Initiative wäre jeder Euro für eine Sanierung zu schade. Dabei bekommt sie Unterstützung von der CDU-Fraktion. „Die Initiative und ihre Pläne sind eine großartige Sache“, sagt der Vorsitzende Wolfgang Andresen, der eine Sanierung ebenfalls für nicht lohnenswert hält. „Die CDU ist einhellig der Meinung, dass die Peter-Frensch-Halle abgerissen werden muss. Unsere Gemeinde ist gesund. Wir müssten noch nicht einmal einen Kredit aufnehmen“, so Andresen, der die DGH als Sparclub bezeichnet. „Mit einem neuen Bau investieren wir in Bildung und in die Jugend. Und dafür sind wir doch da.“

Die Initiative, die auch von einer Hoisdorfer Architektin unterstützt wird, hat schon erste Entwürfe eines Neubaus. Einen tragfähigen Entwurf möchte sie Mitte März bei der Jahreshauptversammlung des TuS Hoisdorf präsentieren und so auch die 873 Mitglieder in die Planung einbeziehen und weitere Ideen sammeln.

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