Stormarn
Finanzierung

Kein Geld für Brücke durchs Ahrensburger Moor

Die Moorwanderbrücke im Tunneltal: Seit Jahre wird der Neubau verschoben

Die Moorwanderbrücke im Tunneltal: Seit Jahre wird der Neubau verschoben

Foto: Thies Jonas

Die Stadt Ahrensburg streicht eingeplante 270.000 Euro für Neubau auf dem Wanderweg aus dem Etat. Wie geht es jetzt weiter?

Ahrensburg.  Dass die 310 Meter lange Brücke auf dem Moorwanderweg, die über den Erlen- und Weidensumpf des Ahrensburger Tunneltals führt, ein komplexes Bauwerk ist, hat sich nach etwa zwei Jahren öffentlicher Diskussion über den bestmöglichen Neubau längst herumgesprochen. Weniger bekannt ist die Tatsache, dass die Finanzierung der aufwendigen Holzbrücke eine ähnlich komplizierte Konstruktion ist. Zumal sich die neueste Komplikation sozusagen im Kleingedruckten der jüngsten Stadtverordnetenversammlung versteckte, nämlich in der 2. Änderungsliste zum Erlass der II. Nachtragshaushaltssatzung 2015. Dort heißt es unter anderem, dass 270.000 Euro aus der Verpflichtungsermächtigung des Bürgermeisters für das Projekt Nummer 51 „Moorwanderwegbrücke“ gestrichen worden seien.

In einem Begleitschreiben wies Bürgermeister Michael Sarach die Ahrensburger Politik auf die Konsequenzen hin: Der Neubau der Brücke sei nicht gesichert. Das klingt dramatischer als nötig, denn dieser Befund könnte um den Zusatz „bis auf weiteres“ ergänzt werden.

Die Finanzlage der Stadt lässt den Posten nicht zu

Der Grund der Streichung ist das Haushaltsrecht. Die Kommunalaufsicht kann Ahrensburgs Haushaltssatzung nur genehmigen, wenn die Rahmenbedingungen eingehalten werden. Dazu zählen die sogenannten Verpflichtungsermächtigungen von maximal 8,5 Millionen Euro, also die Ermächtigung des Bürgermeisters durch die Stadtvertretung, finanzielle Verpflichtungen einzugehen, die über das aktuelle Haushaltsjahr hinausreichen. Ahrensburg war mit 9.072.800 Euro gewissermaßen über das Ziel hinausgeschossen und musste deshalb seinen Plan korrigieren. Eine Folge davon sind die gestrichenen 270.000 Euro für die Moorwanderwegbrücke.

„Wenn die Finanzlage es nicht zulässt, müssen wir schieben, was geschoben werden kann. Die Realisierung des Brückenneubaus ist also nicht so zeitnah wie geplant möglich“, sagt Michael Sarach. Marleen Möller (SPD), Vorsitzende des Umweltausschusses, ergänzt: „Die Streichung bedeutet, dass wir zurzeit keine neuen Aufträge vergeben können.“ Aktuell stocke der Planungsprozess ohnehin, weil man für die Konstruktion der einzigartigen Holzbrücke Spezialisten brauche und alle in Frage kommenden Ingenieurbüros ausgelastet seien.

Jan Richter vom Umweltamt der Stadt beschreibt die nächsten Schritte: „Klar ist, dass eine Sanierung der alten Brücke technisch nicht möglich ist und wir für das ganzjährig im Wasser liegende Bauwerk eine deutlich langlebigere Neubaulösung brauchen.“ Schneller Fortschritt im kommenden Haushaltsjahr sei bei Freigabe neuer Mittel nicht ausgeschlossen. „Bauen dürften wir ohnehin erst wieder im kommenden Herbst.“