Stormarn
Ex-Autohaus

Das Konzept für Russmeyer-Hallen in Trittau steht

Trittaus Bürgermeister Oliver Mesch (l.) ist froh, dass das Gelände an der Großenseer Straße wieder in Betrieb genommen wird. Dominic Scheper und zwei andere Investoren wollen das ehemalige Autohaus Russmeyer für ihre Firmen nutzen, aber auch Tankstelle und Autowaschanlage wieder eröffnet

Trittaus Bürgermeister Oliver Mesch (l.) ist froh, dass das Gelände an der Großenseer Straße wieder in Betrieb genommen wird. Dominic Scheper und zwei andere Investoren wollen das ehemalige Autohaus Russmeyer für ihre Firmen nutzen, aber auch Tankstelle und Autowaschanlage wieder eröffnet

Foto: Pelle Kohrs / HA

Fenster, Insektenschutz, Tankstelle, Waschanlage: Unternehmer beleben ehemalige Autohausimmobilie in Trittau wieder.

Trittau.  Drei Unternehmer wollen Grundstück und Gebäude des ehemaligen Autohauses Russmeyer an der Großenseer Straße in Trittau noch in diesem Jahr neu beleben. Die Immobilie steht nach der Insolvenz des VW- und Audi-Autohauses seit Ende 2013 leer. Vor acht Wochen haben Dominic Scheper, Robert Krüger und Martin Röhrs den Kaufvertrag unterschrieben.

In weiteren acht Wochen wollen sie mit ersten Umbauten beginnen. „Ich freue mich, wenn es endlich losgeht“, sagt Dominic Scheper. Die drei Investoren teilen das Grundstück auf: 4500 Quadratmeter des 11.000 Quadratmeter großen Areals gehören Dominic Scheper, darunter die ehemalige Audi-Verkaufshalle und der sogenannte Cleanpark – eine SB-Autowaschanlage, die sich vor der Schließung des Betriebs in Trittau und Umgebung großer Beliebtheit erfreute.

Die ehemalige Audi-Halle wird zur Fensterausstellung

Die übrigen 6500 Quadratmeter gehören Martin Röhrs und Robert Krüger, Geschäftsführer der Firma Krüger Insektenschutz. Es ist der Teil des Grundstücks, auf dem sich die ehemalige VW-Verkaufshalle, die Tankstelle und das Werkstattgebäude befinden.

Die 500 Quadratmeter große Audi-Halle wird Dominic Scheper als Ausstellungsraum für seine ortsansässige Firma La fenêtre Fenster und Türen nutzen. Deren Standort liegt momentan ein paar Straßen weiter im Technologiepark. „Die Audi-Halle ist rund 300 Quadratmeter größer, als es unsere jetzigen Räumlichkeiten sind“, sagt Scheper. „Deswegen ist das für uns nicht nur ein Umzug, sondern auch eine Erweiterung.“ Ausstellen will Scheper Fenster und Türen, aber auch Sonnenschutz und Lösungen für barrierefreies Wohnen in Ein- und Zweifamilienhäusern. Das ist ein aktuelles Thema“, sagt er. Und es passe gut nach Trittau. Das sieht auch Bürgermeister Oliver Mesch so: „Das Angebot passt zum Bedürfnis der Gemeinde, die gerade einen demografischen Wandel erlebt.“

Der benachbarte Cleanpark wird wieder in Betrieb genommen. „Wir modernisieren ihn auch“, sagt Scheper. So werde die Waschanlage mit neuen Schläuchen, Pumpen und Staubsaugern ausgestattet. „Und wir bauen eine Felgen- und eine Fußmattenreinigungsmaschine auf.“ Außerdem sei zur Eröffnung der Anlage im Oktober noch eine Überraschung geplant. „Ich möchte noch nicht zu viel verraten“, sagt Scheper. „Aber wer zu Hause noch alte Cleanpark-Marken hat, sollte sie schon mal bereitlegen.“

Gewerbegemeinschaft kann ihre Messe wieder ausrichten

Auch Robert Krüger und Martin Röhrs wollen mit ihrer Firma selbst einziehen. Eine Ausstellungsfläche für Insektenschutzgitter soll in der ehemaligen Werkstatt und auf den früheren VW-Verkaufsflächen eingerichtet werden. Die Hauptniederlassung der Insektenschutzfirma bleibt allerdings an der Bürgermeister-Hergenhan-Straße. Die Tankstelle, die seit dem Ende der Russmeyer-Ära ungenutzt ist, wird saniert und noch in diesem Jahr geöffnet. „Dann kann man endlich wieder an beiden Enden Trittaus tanken“, sagt Bürgermeister Mesch.

Dass das Areal an der Großenseer Straße nach gut anderthalb Jahren wieder in Betrieb genommen wird, bringt noch einen angenehmen Randaspekt für die Gemeinde mit sich. Sie gewinnt einen beliebten Veranstaltungsort zurück. Die Messe der Gewerbegemeinschaft Trittau beispielsweise kann wieder dort veranstaltet werden, sagt Mesch. Eine Neuauflage sei schon für den April kommenden Jahres geplant. „Ich bin glücklich, dass endlich eine gute Lösung gefunden worden ist“, sagt der Bürgermeister. „Dieses Gelände war uns in den vergangenen anderthalb Jahren ein Dorn im Auge.“

Die Substanz ist offenbar noch gut

Seit das Unternehmen Russmeyer im Herbst 2013 Insolvenz anmeldet hat – auch die Standorte in Bargteheide (siehe Kasten) und Schwarzenbek sind betroffen gewesen – steht das Areal in Trittau leer und hat sich zum Schandfleck an der Einfallstraße aus Richtung Großensee entwickelt. Schmutzige Fassaden und Graffiti lassen die Gebäude inzwischen verwahrlost und heruntergekommen erscheinen.

Doch der äußere Schein trügt, die Substanz ist offenbar noch gut. „Die Gebäude werden gereinigt, von innen umgebaut und teilweise renoviert“, sagt Scheper. So erhalte der Cleanpark zum Beispiel einen neuen Anstrich und neue Aufkleber. „Wenn alles fertig ist, sieht es hier endlich mal wieder richtig schick aus.“