Ahrensburg

Ein Grüner gewinnt in Ahrensburg

Jörg Hansen erreicht das erste Direktmandat für seine Partei. Auch die SPD legt zu, WAB, CDU und FDP verlieren. Vor allem in Großhansdorf erleidet die FDP schwere Verluste.

Ahrensburg. Es war ein gefühlter Wahlsieg für die Ahrensburger Grünen - und ein persönlicher Erfolg für den Fraktionsvorsitzenden Jörg Hansen. Grund: Hansen, in den vergangenen fünf Jahren Vorsitzender des Bauausschusses, hat für seine Partei erstmals ein Direktmandat geholt. Er gewann den Wahlkreis 9, in dem sich auch das Haus der Natur befindet. Die Konsequenz: Rolf Griesenberg von der SPD wird nicht in der neuen Stadtverordnetenversammlung sitzen.

Jörg Hansen hingegen wird mehr Arbeit bekommen, er wird künftig gemeinsam mit Fraktionskollegin Monja Löwer im Kreistag sitzen. "Das ist unserer Sacharbeit der letzten Jahre geschuldet", sagte Hansen. Zum Erfolg von 2008 hätten noch viele Protestwähler beigetragen, die - wie die Grünen - gegen den Bau des Einkaufszentrums CCA waren.

Dass das gute Ergebnis letztlich nichts an den Kräfteverhältnissen ändern wird, tat der Stimmung keinen Abbruch. Die Grünen steigerten sich von 16,7 auf 19,3 Prozent, werden aber weiterhin sechs Mandate haben. Ein Grund ist, dass Überhangmandate wegfallen, die Stadtverordnetenversammlung schrumpft von 34 auf 31 Sitze.

Gute Stimmung auch beim eigentlichen Wahlsieger, der SPD: Sie steigerte sich von 23 auf 27,8 Prozent. Auch bei ihr bleibt es aber bei der Anzahl von acht Mandaten. "Bezahlbarer Wohnraum war ein wichtiges Thema", sagte Rafael Haase über den Erfolg. Verluste musste die CDU hinnehmen, ihr Stimmenanteil sank von 36 auf 34,5 Prozent. Sie verliert einen Sitz im Gemeindeparlament, erhält künftig elf Mandate. Tobias Koch sah sich und seine Mannschaft dennoch nicht als Wahlverlierer: "Wir bleiben stärkste Fraktion und gestaltende Kraft", sagte er bei der Wahlparty im Restaurant Strehl. Er betonte, dass die Union weiterhin mit der SPD oder mit anderen Partnern Mehrheiten bilden könne.

Auch die WAB wollte sich nicht als Wahlverlierer sehen - obwohl sie die größten Stimmenverluste hinnehmen musste. Ihr Anteil sank von 16,1 auf zwölf Prozent, sie verliert einen von sechs Sitzen. "Ich bin darüber nicht ganz unglücklich", so Fraktionschef Hinrich Schmick. Die Partei habe sich in den vergangenen Monaten personell neu aufgestellt, das sei ein Grund für die Verluste.

Gedrückter war die Stimmung bei der FDP - sie musste einen Verlust von 1,8 Prozentpunkten hinnehmen. "Ich hätte mir aufgrund unserer Arbeit ein besseres Ergebnis gewünscht", sagte Fraktionschef Thomas Bellizzi. Immerhin: 6,4 Prozent reichen dafür, dass die zwei Sitze erhalten bleiben.

In Ammersbek ist der eigentliche Sieger die UWA

In Ammersbek dauerte es bis in die späten Abendstunden, bis die Ergebnisse ausgezählt waren. Grund: Im Wahlbezirk Schäferdresch war die Wahlbeteiligung mit 52,7 Prozent überdurchschnittlich hoch. Die mögliche Bebauung der Seegrundstücke an den Timmerhorner Teichen hatte viele Wähler an die Urnen gelockt. Dann stand der eigentliche Wahlsieger des Abends fest - und der heißt UWA. Die Wählergemeinschaft wird erstmals mit zwei Mandaten in den Gemeinderat einziehen und in vielen Punkten das Zünglein an der Waage spielen können.

"Genau das wollten wir", sagte ein begeisterter Holger Spanehl. "Jetzt müssen die Politiker wieder miteinander reden." SPD und Grüne müssen hingegen Verluste hinnehmen. Sie verloren jeweils rund vier Prozentpunkte und einen Sitz. Die CDU hingegen gewann, wie die FDP, einen hinzu. SPD und Grüne nahmen die Verluste gelassen - die Ergebnisse von 2008 seien überdurchschnittlich hoch gewesen. Man habe mit der geplanten Bebauung am Wolkenbarg, die beide Parteien verhindern wollten, ein zugkräftiges Thema gehabt.

In Großhansdorf erleidet die FDP schwere Verluste

In Großhansdorf gab es gleich drei Sieger - sie hießen CDU, SPD und Grüne. Alle drei Parteien, die in der Vergangenheit auch viele Dinge zusammen entschieden hatten, konnten Stimmengewinne vermelden. Die SPD gewann sogar ein Mandat hinzu. Die FDP allerdings, in den vergangen Jahren oft nicht Teil des Großhansdorfer Konsens-Modells, sank von 15,3 auf 7,9 Prozent und büßte einen von drei Sitzen ein. Fraktionschef Hans-Karl Limberg: "Ich weiß im Moment noch nicht, was der Grund sein soll. Wir werden das analysieren."