Bargteheide

Patt - das Los wird entscheiden

In Bargteheide holt die CDU alle Wahlkreise - nur in einem ist die SPD gleichauf. WfB hält Ergebnis. FDP wird Fraktion. Grüne ziehen ein

Bargteheide. "Mindestens 40 Prozent und alle Wahlkreise. Das wäre ein Bombenergebnis", hatte sich CDU-Fraktionschef Claus Christian Claussen gewünscht. Das hat geklappt - fast. Denn im Wahlkreis 7 gibt es ein Patt: Sandra Harmuth (CDU) und Andreas Müller (SPD) liegen mit jeweils 146 Stimmen gleichauf. Das Los wird entscheiden. Bürgermeister Henning Görtz: "Das habe ich noch nicht erlebt."

Die Entscheidung fällt am Mittwoch im Gemeindewahlausschuss. Für die Direktkandidaten eine Zitterpartie. Besonders für Sandra Harmuth, 24, die das erste Mal den Einzug ins Stadtparlament schaffen will. "Bis Mittwoch warten zu müssen, ist hart", sagte die Kauffrau, die gemeinsam mit ihrer Mutter, der Bürgervorsteherin Cornelia Harmuth, in der CDU-Fraktion mitmischen möchte. Der SPD-Gegenkandidat Andreas Müller kann es gelassener nehmen. Er steht auf Listenplatz fünf und kommt in jedem Fall rein.

Das Kuriose: Entscheidet das Los für die CDU, profitiert die SPD sogar mehr. Denn dann erhielte sie ein Ausgleichsmandat und käme auf acht Sitze - einen mehr als bisher.

Enttäuscht ist die SPD in jedem Fall. Sie muss einen Verlust von acht Punkten verkraften. Bei der Wahlparty beim Griechen war die Stimmung entsprechend gedämpft. Andreas Bäuerle: "Tröstlich ist, dass auch die CDU verloren hat und nicht mehr die Gestaltungsmehrheit besitzt." Der SPD-Fraktionschef Hans-Jürgen Weingärtner äußerte Unmut: "Ich hätte mir nicht träumen lassen, dass man mit so wenigen und auch noch falschen Argumenten so viele Stimmen machen kann."

Der Seitenhieb ging in Richtung Wählergemeinschaft (WfB) und FDP. Sie hatten vor den Folgen des Windparks gewarnt. Für die WfB zahlte sich das allerdings nicht in Zugewinn aus. "Wir haben wieder vier Sitze geholt. Das war unser Ziel. Damit sind wir zufrieden", sagte Marion Luig-Wölffel.

Die FDP kann deutlich mehr frohlocken. Sie holte zwei Sitze und hat damit den lange gewünschten Fraktionsstatus erreicht. Gorch-Hannis la Baume: "Die politische Ausrichtung der FDP war richtig. Wir haben den Unzufriedenen ein Sprachrohr gegeben."

Die größte Freude herrschte bei den Grünen. Sie kamen von null auf 15,3 Prozent. "Das ist mehr, als wir erwartet haben", sagte Spitzenkandidatin Wiebke Garling-Witt.

Fazit des Bürgermeisters: "Das Ergebnis ist gut für die Demokratie. Um Mehrheiten zu finden, müssen sich alle aufeinander zubewegen."