Stormarn
Teil der Landesgartenschau 2011

Rettung in Sicht für den Jersbeker Barockpark

Norderstedt plant einen Bus-Shuttle für Besucher. Kooperation erleichtert das Werben um Zuschüsse - und den Park für die Öffentlichkeit erhalten.

Jersbek. Die Zukunft des Jersbeker Parks scheint gesichert zu sein. Einiges spricht zudem dafür, dass der historische Barockgarten Teil der Landesgartenschau 2011 in Norderstedt wird. Stormarns Kreisbaudirektor Klaus Kucinski, der Kreisbauausschussvorsitzende Detlev Hinselmann (CDU) und Jersbeks Bürgermeister Herbert Szech (UWG) sprechen nach einem Termin in Norderstedt übereinstimmend von "positiven Signalen". Szech: "Norderstedt hat hochkarätiges Interesse bekundet."

Kai Jörg Evers, Geschäftsführer der städtischen Landesgartenschau-Gesellschaft, sagt: "Grundsätzlich wäre das sehr spannend, zumal wir in Norderstedt keine historische Kulisse für unsere Schau haben." Er könne sich vorstellen, Reisegruppen von Norderstedt aus nach Jersbek zu schicken, den Barockgarten auf der Landesgartenschau vorzustellen und regelmäßige Busfahrten anzubieten.

Geld, das Stormarn für den Erhalt der denkmalgeschützten Anlage in Jersbek dringend benötigt, ist allerdings nicht zu erwarten - zumindest nicht aus Norderstedt. Aber Stormarn setzt auf den Prestigefaktor. Ausschussvorsitzender Hinselmann: "Wenn sich Jersbek an der Landesgartenschau beteiligt, müsste es möglich sein, mehr Geld aus Kiel zu generieren." Das wäre allein schon deshalb dringend nötig, um die Auflagen der Landesgartenschau zu erfüllen. Geschäftsführer Evers: "Es müssten regelmäßig Führungen durch den Barockgarten angeboten werden, es müsste ein irgendwie geartetes gastronomisches Angebot geben, und es müssten sanitäre Anlagen vorhanden sein. Die Basics touristischer Infrastruktur eben."

Zunächst aber müssen klare Verhältnisse in Bezug auf die Trägerschaft der Anlage geschaffen werden. Der Kreis hat den seit 1984 bestehenden Pachtvertrag für die Wege und Alleen auf dem Gelände zum Jahresende gekündigt (wir berichteten). Er möchte die Kosten nicht mehr allein tragen. Denn die Pflege der 450 denkmalgeschützten Bäume kostet jährlich 10 000 Euro. Für eine Grundsanierung kommen ungefähr alle zehn Jahre weitere 100 000 Euro hinzu. Aktuell wäre so ein Pflegeschnitt notwendig.

Gutsbesitzer Julius von Bethmann-Hollweg, der Eigentümer des Parks, hatte nach der Kündigung erklärt, das Gelände vom 1. Januar 2010 an für die Öffentlichkeit zu sperren. "Sobald der Kreis nicht mehr Pächter ist, geht die Verkehrssicherungspflicht auf mich über", sagt er. Bräche etwa ein Ast von einem Baum ab und fiele einem Spaziergänger auf den Kopf, müsste er Schadenersatz leisten. "Das kann ich nicht", sagt von Bethmann-Hollweg.

Doch so weit wird es wohl gar nicht kommen. Offenbar zeichnet sich ein Modell ab, an dem neben dem Kreis und der Gemeinde Jersbek maßgeblich die Kulturstiftung der Sparkasse Holstein und der EU-finanzierte Verein AktivRegion Alsterland beteiligt sind. Details sollen bei der nächsten Sitzung des Wirtschafts-, Planungs- und Bauausschusses am Mittwoch, 16. September besprochen werden.

Unterdessen scheint die Finanzierung des aktuell anstehenden großen Baumschnitts gesichert - noch unter Kreisregie. Klaus Kucinski: "Die Staatskanzlei hat noch einen Fördertopf aufgetan. Voraussetzung: Das Geld muss 2009 ausgegeben werden."