Landwirtschaft

Rapsblüte startet in Schleswig-Holstein früher als sonst

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Schön anzusehen: Raps blüht in der Sonne leuchtend gelb.

Schön anzusehen: Raps blüht in der Sonne leuchtend gelb.

Foto: Soeren Stache/dpa

Raps ist nach Winterweizen und -gerste die drittwichtigste Winterfeldfrucht. Die Landwirte im Norden hoffen auf Regen.

Rendsburg. In Schleswig-Holstein startet die Rapsblüte in diesem Jahr früher als im Vorjahr. Erste goldleuchtende Rapsfelder erfreuen mit ihrem Duft und ihrer Farbe die Menschen. Doch „der Raps kann Regen brauchen“, wie Daniela Rixen von der Landwirtschaftskammer mit Sitz in Rendsburg sagte. Raps ist nach Winterweizen und Wintergerste die drittwichtigste Winterfeldfrucht in Schleswig-Holstein.

Zuvor war er seit 1987 immer auf Platz zwei hinter Winterweizen gewesen. Damals lag die „normale Anbaufläche“ von Winterraps in Schleswig-Holstein bei rund 90.000 bis 100.000 Hektar. Erstmals 2019 lief ihm die Wintergerste diesen Rang ab. In diesem Jahr wird im nördlichsten Bundesland nach einer Prognose des Statistikamts Nord Raps auf 65.200 Hektar geerntet. Das sind rund ein Prozent weniger als 2019.

Ausgepresste Rapssamen dienen als Tierfutter

Raps wird nicht wegen seiner schönen Blüten angebaut. Sondern die Bauern interessieren sich für die kleinen fast schwarzen Samen. Durch Pressen kann aus ihnen Öl gewonnen werden. Ein Teil des Öls landet im Essen: Rapsöl eignet sich super zum Kochen und Braten. Auch Margarinen, Mayonnaisen und Salatsoßen werden oft damit hergestellt. Der größte Teil des Rapsöls landet aber in den Tanks von Fahrzeugen. Raps wird häufig als Biokraftstoff verwendet.

Nach dem Auspressen der Samen bleibt außerdem ein fester Teil übrig. Auch diesen sogenannten Rapskuchen kann man noch verwenden. Er ist ein gutes Futter zum Beispiel für Rinder und Schweine.

Aus Sicht der Landwirtschaft dürfte das derzeitige Wetter etwas feuchter sein: Auch wenn die Wasservorräte im Boden noch gut gefüllt seien, habe das warme Wetter und der starke Wind der vergangenen Tage die Verdunstungsrate deutlich erhöht, teilte der Landvolk-Verband am Mittwoch in Hannover mit. Besser wäre ein stetiger Wechsel zwischen Regenschauern und wärmeren Tagen.

Landwirte setzten vermehrt auf genügsamen Roggen

Als Reaktion auf die beiden vergangenen trockenen Sommer wollen die Landwirtein den Kreisen Celle, Gifhorn und Lüneburg die Beregnung ihrer Flächen möglichst weit nach hinten schieben. Auch setzen sie verstärkt auf den genügsamen Roggen, der Trockenphasen besser überstehen kann als Winterweizen. Bei der Frühjahrsbestellung vermieden die Landwirte ein zu schnelles Abtrocknen der Felder.

Nicht optimal ist derzeit der Wechsel zwischen warmen Tagen und kühlen, frostigen Nächten. Dem blühenden Raps bekomme der Nachtfrost nicht besonders gut. Als Folge des warmen Winters rechnen die Landwirte auch mit dem verstärkten Auftreten von Schädlingen.

( dpa )