Dithmarschen

Wolf ausgewandert: Kita-Kinder dürfen wieder in den Wald

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Ein Wolf steht zwischen zwei Bäumen (Symbolbild). Der "Problemwolf", der in Dithmarschen mehrere Schafe gerissen hat, ist weiter nach Norden gezogen.

Ein Wolf steht zwischen zwei Bäumen (Symbolbild). Der "Problemwolf", der in Dithmarschen mehrere Schafe gerissen hat, ist weiter nach Norden gezogen.

Foto: dpa

Der Wolf hatte mehrere Schafe in Dithmarschen gerissen. Kindergarten Christanslust nimmt Betrieb in Wald wieder auf.

Kiel. Ein weiter Wolf hat Schleswig-Holstein nach Regierungsangaben den Rücken gekehrt. GW1430 wurde für mehrere Schafsrisse in Dithmarschen verantwortlich gemacht. Die letzten Risse stammen aus der Grenzregion zu Dänemark.

Nach dem nach Mecklenburg-Vorpommern abgewanderten Problemwolf "GW924m" hat auch ein in Dithmarschen umstrittenes Tier das Land laut Umweltministerium verlassen. „Der Verlauf der Risse vor dem Jahreswechsel deutet darauf hin, dass sich der Wolf aus Dithmarschen in Richtung Norden bewegt und das Land verlassen hat“, sagte Umweltminister Jan Philipp Albrecht (Grüne).

Der bislang letzte Schafsriss im Land stamme vom 29. Dezember aus dem Bereich Gotteskoog kurz vor der dänischen Grenze. „Die Situation in Dithmarschen hat sich entspannt. Den letzten Riss eines Schafes im Kreis hat es am 27. Dezember gegeben.“

Albrecht wertet die Entwicklung als Erfolg des Wolfsmanagements. Die Schafe seien in Dithmarschen „inzwischen noch besser durch wolfsabweisende Zäune geschützt“ worden. „Werden diese Maßnahmen konsequent ergriffen, ist es sehr unwahrscheinlich, dass sich ein Wolf in solch einem Gebiet dauerhaft aufhält, weil ihm Rückzugs- und letztlich auch Beutemöglichkeiten fehlen.“

Er rechne jedoch damit, dass weiterhin Wölfe durch den Norden streifen werden. Um insbesondere Schafe vor Rissen zu schützen, stellt die Landesregierung in diesem Jahr zwei Millionen Euro für das Wolfsmanagement bereit.

Fakten über Wölfe

Der Wolf "GW1430m" wird für mehrere Risse von Schafen in Dithmarschen verantwortlich gemacht. Nachdem Schäfer dort wolfssichere Schutzzäune errichteten, hat es hinter diesen laut Umweltministerium bislang nur einen nachgewiesenen Wolfsriss gegeben.

Vor Weihnachten hatte es in der Region Unruhe wegen des Tiers gegeben. Schafhalter empfingen Albrecht mit 18 toten Tieren und wütenden Beschimpfungenauf einer Kundgebung in Friedrichskoog (Kreis Dithmarschen). Sie forderten den Abschuss des Tieres.

Unterdessen nimmt der „Waldkindergarten Christanslust“ seinen Betrieb in einem Wald in Dithmarschen wieder auf. Die Johanniter Unfallhilfe hatte die Betreuung der Kinder der Waldgruppe aus Besorgnis vor dem Wolf wenige Tage vor Weihnachten nach Burg verlegt.

( dpa )