Schleswig-Holstein

Klimaprotest vor Düngerhersteller in Brunsbüttel gestartet

Das Yara-Werk in Brunsbüttel ist Ziel der Proteste.

Das Yara-Werk in Brunsbüttel ist Ziel der Proteste.

Foto: picture alliance / Christian Charisius

Umweltschützer campen seit Donnerstag in nahe gelegenem Ort. "Massenaktion zivilen Ungehorsams" geplant.

Brunsbüttel. Zum Start der Klimawoche kommt es in und rund um Hamburg zu Protesten von Umweltschützern. Am Morgen hatte Greenpeace in der Speicherstadt bereits auf den möglichen Meerespiegelanstieg hingewiesen. Zeitgleich bereiteten sich Aktivisten der Organisation "Free the Soil" in Brunsbüttel auf eine Protestaktion vor. Gegen 10 Uhr machten sie sich auf den Weg, um vor der Düngemittelfirma Yara zu demonstrieren.

Bereits seit Donnerstag campen die Umweltschützer im nahe gelegenen Sankt Margarethen im Kreis Steinburg auf einem Acker. Mit Videos aus dem Camp stellen sie auf Twitter ihre Forderungen und Ziele vor. Auf der Website von Free the Soil (auf Deutsch: "Befreien wir die Böden") sprechen die Organisatoren von einer "Massenaktion zivilen Ungehorsams".

"Wir müssen die zerstörerischen Praktiken der industriellen Landwirtschaft aufdecken und entschlossen gegen die wenigen Unternehmen vorgehen, die von ihnen profitieren, bis wir sie endgültig stillgelegt haben", heißt es weiter. Dafür wollen sie ihre Körper und ihre "gemeinsame Entschlossenheit" einsetzen.

16 Personen in der Nacht festgenommen

In der Nacht zu Montag wurden bereits 16 Personen für die Aufnahme der Personalien in Gewahrsam genommen. Zuvor hatte die Bundespolizei zwei Eingriffe in den Bahnverkehr zwischen Wilster und Brunsbüttel festgestellt. Am Gleis wurden Schrauben gelöst und das Schotterbett teilweise entfernt. Ein vorläufig festgenommener Tatverdächtiger wurde inzwischen wieder freigelassen. Die betroffene Bahnstrecke ist bis auf weiteres gesperrt.

Außerdem waren der Polizei gegen 4.40 Uhr zwei Fahrzeuge mit zwölf Personen aufgefallen. Die Insassen hatten geschwärzte Gesichert, trugen Stirnbandlampen und einige hatten ihre Fingerkuppen manipuliert. "Aus Gründen der Gefahrenabwehr sind sie in Gewahrsam genommen worden", heißt es von der Polizei Itzehoe. Drei weitere Personen hielten sich im Bereich der Gleise bei Wilster auf und wurden ebenfalls aus diesem Grund in Gewahrsam genommen. Die Personen sind jedoch bereits wieder entlassen worden.

Camp noch bis Mittwoch geplant

Die Versammlung mit Zwischen- und Abschlusskundgebungen ist bei der Polizei für Montag von 8 bis 18 Uhr vor der Hauptzufahrt der Firma Yara angemeldet. Laut Polizei waren zur Mittagszeit rund 350 Personen im Bereich des Holstendamms unterwegs. Angrenzende Straßen wurden gesperrt. Auch zwei Fähren sind betroffen. Das Camp in Sankt Magarethen soll über die Demonstration hinaus bis Mittwoch stattfinden.