Ratzeburg

Unheimliche Brandserie: Haftbefehl gegen 51-Jährigen

In den vergangenen Monaten kam es immer wieder zu Scheunenbränden (Symbolbild).

In den vergangenen Monaten kam es immer wieder zu Scheunenbränden (Symbolbild).

Foto: zgt

Mehr als ein Dutzend Scheunen und Bauernhäuser gingen in Flammen auf. Nun wurde ein 51-jähriger bei einem Feuer gefasst.

Ratzeburg. Es ist eine unheimliche Häufung von Taten: In den vergangenen Monaten kam es im Raum Ratzeburg zu mehr als einem Dutzend teils schweren Bränden von Scheunen und Bauernhäusern. Nun ist es der eigens eingerichteten Soko der Polizei jedoch offenbar gelungen, nach einem neuerlichen Vorfall einen mutmaßlichen Täter festzunehmen.

In der Nacht zu Sonnabend sei es gegen 2.25 Uhr zu einem Feuer an der Seestraße in Kühsen gekommen, heißt es in einer Mitteilung. Innerhalb einer Scheune brannten demnach mehrere größere Kunststoffbeutel. "Der Brand konnte durch die Feuerwehr zwar schnell gelöscht werden, jedoch ist durch das Feuer trotzdem ein Gebäudeschaden entstanden", so die Polizei. Die Höhe des entstandenen Sachschadens stehe noch nicht fest.

51-jähriger nach dem Brand festgenommen

In "unmittelbarem Zusammenhang" sei vor Ort eine Person vorläufig festgenommen, so die Polizei weiter. Dabei handele es sich um einen 51-jährigen Mann aus dem Umland von Ratzeburg. Er steht in dringendem Tatverdacht das Feuer gelegt zu haben. Die eingerichtete Ermittlungsgruppe der Polizeidirektion Ratzeburg prüft nun, ob der Mann auch für weitere Taten infrage kommt.

Die zuständige Staatsanwaltschaft Lübeck werdeUntersuchungshaft gegen den 51-jährigen beantragen, hieß es. "Die Vorführung vor den Haftrichter erfolgt im laufe dieses Wochenendes". Bereits am Sonnabendnachmittag wurde dann ein Haftbefehl gegen den Verdächtigen erlassen.

16 Taten in acht Monaten

Die Soko zu den Vorfällen war gegründet worden, weil es in den vergangenen acht Monaten insgesamt 16 Mal zu offenbar mutwillig gelegten Bränden gekommen war. Die Tatorte lagen zwischen Bliestorf beim Ratzeburger See über Kasdorf bis nach Möhnsen an der A24.

Fast immer gingen Scheunen in Flammen auf, zweimal auch Bauernhäuser. Die Polizei sprach bislang nicht von einer Serie, sondern lediglich von einer Häufung. Es sei noch nicht geklärt, ob es Zusammenhänge zwischen den Bränden gibt. Auffällig sei jedoch, dass die Taten vorwiegend an Wochenenden und immer zwischen Mitternacht und vier Uhr morgens begangen wurden. Der Gesamtschaden soll bei mehr als 1,5 Millionen Euro liegen.