Oersdorf

Attackierter Bürgermeister vermutet "Wirrkopf" als Täter

Joachim Kebschull (61), Bürgermeister von Oersdorf, war am vergangenen Donnerstag von einem bisher unbekannten Täter niedergeschlagen worden. Ein rechtsextremistischer Hintergrund ist nicht auszuschließen

Joachim Kebschull (61), Bürgermeister von Oersdorf, war am vergangenen Donnerstag von einem bisher unbekannten Täter niedergeschlagen worden. Ein rechtsextremistischer Hintergrund ist nicht auszuschließen

Foto: Christopher Herbst / HA

Joachim Kebschull wurde brutal niedergeschlagen. Vor dem Angriff erhielt er offenbar Drohbriefe wegen seines Einsatzes für Flüchtlinge.

Oersdorf.  Der Oersdorfer Bürgermeister Joachim Kebschull, der mit einem Knüppel niedergeschlagen wurde, vermutet als Täter einen Wirrkopf aus dem Dorf. Es habe vor der Attacke Drohbriefe gegeben, die sich auf einen aber längst verworfenen Plan bezogen, Flüchtlinge in einem Haus im Dorf (Kreis Segeberg) unterzubringen, sagte Kebschull am Donnerstag im Hörfunksender NDR1 Welle Nord. Er habe bei dem Angriff am vergangenen Donnerstag nichts außer dem Schlag mitbekommen, da er an seinem Auto stand und es aufs Autodach geprasselt habe. Der 61-Jährige lag mit einer Gehirnerschütterung im Krankenhaus. Jetzt nahm er wieder seine Amtsgeschäfte auf.

Ein Unbekannter hatte Kebschull vor einer Ausschusssitzung der Gemeinde niedergeschlagen. Zuvor waren an den Bürgermeister bereits rassistische Parolen und Bombendrohungen gerichtet worden, sechs Polizisten mussten die Sitzung sichern. Dabei sollte es auch um die Zukunft eines Bauernhauses gehen, in dem nach den inzwischen verworfenen Plänen auch Flüchtlinge unterkommen sollten.