Auf Grund gelaufen

Navigationsfehler des Kapitäns: „Adler-Express“ in der Werft

Die Passagiere stehen mit hochgekrempelten Hosenbeinen auf der Sandbank, auch eine Familie mit Kinderwagen ist darunter

Die Passagiere stehen mit hochgekrempelten Hosenbeinen auf der Sandbank, auch eine Familie mit Kinderwagen ist darunter

Foto: DGzRS/Die Seenotretter / dpa

Die „Adler-Express“ war mit 230 Passagieren vor Amrum auf Grund gelaufen. Der Schaden am Schiff soll bis zu 25.000 Euro betragen.

Westerland/Sylt. Der Navigationsfehler eines Kapitäns im nordfriesischen Wattenmeer am Wochenende wird seine Reederei wohl teuer zu Stehen kommen. Die 42 Meter lange „Adler-Express“ muss zur Reparatur ins Dock und fällt so mitten in der Saison für eine Woche aus. Das sagte am Montag die Sprecherin der Reederei Adler-Schiffe, Juliane Peter.

Es sei im Wattenmeer allgegenwärtig, dass sich Schiffe "trockenfahren", sagt Peter. Die Fahrtwege sind zwar mit Pricken versehen, um die Strecken im Wasser zu kennzeichnen. An der Stelle des Vorfalls treffen jedoch zwei Prickenwege aufeinander, so Peter. Durch ein "nautisches Fehlverhalten" des Kapitäns sei es dann dazu gekommen, dass das Schiff auf Grund lief.

Das Ausflugsschiff „Adler-Express“ war am Sonnabend mit mehr als 230 Passagieren an Bord auf dem Weg von Amrum nach Hooge von der Fahrrinne abgekommen und auf eine Sandbank aufgelaufen. Kurz darauf blieb auch die „Hauke Haien“ mit Dutzenden Fahrgästen an Bord stecken. Das Schiff wollte der „Adler-Express“ helfen. Seenotretter brachten die Passagiere auf andere Ausflugsschiffe in der Nähe. Verletzt wurde niemand.

Bei einer Untersuchung der „Adler-Express“ durch Experten der Berufsgenossenschaft Seeverkehr und des Germanischen Lloyd am Montag wurden unter anderem Schäden im Unterbodenbereich des Schiffes festgestellt, sagte Juliane Peter. Dort seien einige Spanten verbogen, die ausgewechselt werden müssen. Der Sachschaden wird auf 20.000 bis 25.000 Euro geschätzt.

Bis Sonntag werde die „Adler-Express“ ausfallen. Andere Schiffe der Reederei werden bis dahin für einen Ersatzfahrplan einspringen.

Erst im Juni 2014 war die „Adler-Express“ ungebremst auf den Schiffsanleger auf Amrum geprallt. Dutzende Menschen wurden damals verletzt, sechs von ihnen schwer.