Nordfriesland

Gestrandet: Ausflugsfahrt endet auf einer Sandbank

Die Passagiere stehen mit hochgekrempelten Hosenbeinen auf der Sandbank, auch eine Familie mit Kinderwagen ist darunter

Die Passagiere stehen mit hochgekrempelten Hosenbeinen auf der Sandbank, auch eine Familie mit Kinderwagen ist darunter

Foto: DGzRS/Die Seenotretter / dpa

Erst war die „Adler-Express“ mit 230 Passagieren vor Amrum auf Grund gelaufen, dann blieb auch das Retterschiff "Hauke Haien“ stecken.

Westerland/Sylt.  Im nordfriesischen Watt sind am Sonnabend gleich zwei Ausflugsschiffe stecken geblieben. Nachdem die „Adler-Express“ mit mehr als 230 Passagieren an Bord auf Grund gelaufen war, blieb auch die „Hauke Haien“ mit Dutzenden Fahrgästen an Bord stecken, wie ein Sprecher der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) am Sonntag sagte.

Die 34 Meter lange „Hauke Haien“ wollte der 42 Meter langen „Adler-Express“ zu Hilfe eilen, die laut Adler-Reederei auf dem Weg von Amrum nach Hooge von der Fahrrinne abgekommen war. Die Seenotretter hätten die insgesamt rund 300 Passagiere von der Sandbank auf drei weitere Ausflugsschiffe in der Nähe in Sicherheit gebrachte, sagte der DGzRS-Sprecher.

Zwei Schlauchboote sowie der Seenotrettungskreuzer „Ernst Meier-Hedde“ mit Tochterboot „Lotte“ seien an der Rettungsaktion beteiligt gewesen, sagte der DGzRS-Sprecher. Für den jüngsten Seenotrettungskreuzer der DGzRS-Flotte war es der erste größere Einsatz. Er ist seit Ende Mai 2015 im Dienst.

Die 34 Meter lange „Hauke Haien“ hatte sich festgefahren, als sie der 42 Meter langen „Adler-Express“ zu Hilfe eilen wollte. Die „Adler-Express“ war auf dem Weg von Amrum nach Hooge von der Fahrrinne abgekommen. „Probleme mit der Navigation waren der Grund dafür“, sagte eine Sprecherin der Adler-Reederei. Das immer stärker ablaufende Wasser ließ schließlich beide Schiffe auf der „Schweinsrücken“ genannten Sandbank stranden. Aus eigener Kraft konnten sie sich nicht mehr befreien.

Auf Fotos ist zu sehen, wie die beiden Schiffe beinahe friedlich vollkommen im Trockenen auf der Sandbank liegen. Daneben stehen ein paar Dutzend Passagiere mit hochgekrempelten Hosenbeinen, darunter eine Familie mit Kinderwagen.

Mit einsetzender Flut kamen laut Seenotretter beide Schiffe am Abend wieder frei. Die an Bord gebliebenen Besatzungen steuerten die Häfen von Dagebüll beziehungsweise Husum an. Die „Adler-Express“ erreichte Husum gegen 22 Uhr und wurde bereits am Sonntag auf Schäden untersucht, wie die Reederei-Sprecherin sagte. Im Inselverkehr falle das Schiff jedoch mindestens eine Woche lang aus, ein Ersatzfahrplan werde für die Urlauber eingerichtet. Am Montag sollten die Behörden die „Adler-Express“ untersuchen, auch etwaige Ansprüche der gestrandeten Passagiere sollten geprüft werden.

Erst im Juni 2014 war die „Adler-Express“ ungebremst auf den Schiffsanleger auf Amrum geprallt. Dutzende Menschen wurden damals verletzt, sechs von ihnen schwer. (dpa)