Garding

Tod auf dem Gleis: Dramatischer Appell einer Mutter

Eine Woche nach dem Unglück startete die Mutter des getöteten Kindes eine Online-Petition, um unbeschrankte Bahnübergänge abzuschaffen.

Garding. Nach dem dramatischen Unfall an einem unbeschrankten Bahnübergang im nordfriesischen Garding, hat die Mutter des getöteten fünfjährigen Jungen eine Online-Petition auf change.org gestartet.

Darin fordert die 36-Jährige die Deutsche Bahn auf, „alle unbeschrankten Bahnübergänge schnellstmöglich zu beschranken, oder wenigstens verkehrssicherer zu machen“. Rund 6.200 Menschen haben die Petition bereits unterschrieben (Stand Montagabend). 7500 Unterzeichner werden als Zielmarke angegeben.

In dem Unfallwagen waren neben Mutter und Sohn auch die einjährige Tochter der Frau sowie die Großeltern. Sie wurden zum Teil schwer verletzt, Auch die Mutter erlitt mehrere Brüche und wird noch im Krankehaus behandelt. Wie genau es zu dem Unglück kam, ist noch nicht geklärt. Klar ist, dass die Familie mit ihrem Audi die Gleise an dem nur mit einem Andreaskreuz gesicherten Bahnübergang überqueren wollte und dabei von einer Regionalbahn erfasst wurde. Der Wagen wurde in einen Graben geschleudert und blieb auf dem Dach liegen. Da die Strecke an der Unfallstelle als sehr gut einsehbar bewertet wird, wurde auch in Betracht gezogen, dass die Sonne den Fahrer geblendet haben könnte. Die Untersuchungen dazu dauern noch an.

Tödliche Unfälle an Bahnübergängen

Zu tödlichen Unfällen an Bahnübergängen kommt es relativ häufig. Fälle aus jüngerer Zeit:

Mai 2015: Auf einem unbeschrankten Bahnübergang in Schleswig-Holstein rammt ein Regionalzug das Auto einer Familie aus Hamburg. Ein fünf Jahre alter Junge kommt ums Leben.

Mai 2015: Trotz geschlossener Schranke versucht ein 52-Jähriger im Allgäu, einen Bahnübergang zu überqueren. Ein Zug erfasst und tötet ihn.

April 2015: Zwei 14 und 15 Jahre alte Schwestern sterben in Baden-Württemberg, als ein Regionalzug auf einem unbeschrankten Bahnübergang den Wagen ihrer Mutter erfasst.

Februar 2015: Mit einem technischen Defekt bleibt in Niedersachsen ein Trecker mit Gülle-Anhänger auf einem beschrankten Bahnübergang stehen. Ein Autozug rammt das Gespann, der Fahrer kommt ums Leben.

Januar 2015. Trotz geschlossener Halbschranken betritt in Rudolstadt (Thüringen) ein 62-Jähriger den Bahnübergang. Ein ICE überrollt und tötet ihn.

November 2014: An einem mit halbautomatischen Schranken gesicherten Bahnübergang auf der Strecke Lübeck-Hamburg rast eine Regionalbahn in das Auto einer 53-Jährigen. Die Frau stirbt.

(cia)