Rechtsextremismus

Neumünsters Neonazi-Treff „Club 88“ geschlossen

Die Stadt hat das Gewerbe abgemeldet. Die Mieterin und Betreiberin hatte den Mietvertrag zu Ende Januar gekündigt und den Strom abbestellt. Innenminister Breitner: „Erwünschter Schlusspunkt.“

Neumünster. Der langjährige Neonazi-Treff „Club 88“ in Neumünster ist Geschichte. „Die Stadt hat das Gewerbe von Amts wegen abgemeldet“, sagte Neumünsters Stadtsprecher Stephan Beitz am Freitag und bestätigte einen Bericht des „Holsteinischen Couriers“. Die Mieterin und Betreiberin hatte den Mietvertrag bereits zu Ende Januar gekündigt und den Strom abbestellt. Daraufhin hatte die Stadt schriftlich nachgefragt, was mit der Konzession passieren soll. „Da sie nicht reagiert hat, haben wir gehandelt“, sagte Beitz.

Innenminister Andreas Breitner (SPD) sagte: „Auch wenn die Bedeutung des „Clubs 88“ für die rechtsextreme Szene in den letzten Jahren deutlich zurückgegangen war, setzt diese Schließung den erwünschten Schlusspunkt für einen seit den 90er Jahren bundesweit bekannten Treff von Neonazis, der zeitweise sogar als „National befreite Zone“ bezeichnet worden war“.

„Ich bin sicher, dass auch das zivilgesellschaftliche Engagement vieler Neumünsteraner gegen den Club zu dessen Untergang beigetragen hat“, sagte Breitner. Die Schließung sei jedoch kein Anlass, Entwarnung vor rechtsextremen Strömungen in Schleswig-Holstein und insbesondere in Neumünster zu geben. Dies zeige der Einzug von Rechtsextremisten in die Ratsversammlung der Stadt. „Die rechte Szene wird auch weiterhin ihre Treffpunkte haben.“