Fussball

7:3 – SV Rugenbergen gelingt torreiche Wiedergutmachung

Doppeltorschütze Jan-Niclas Galke versenkt den Ball gegen HSV-Keeper Anton Salvatore Matthäi zum 5:2.

Doppeltorschütze Jan-Niclas Galke versenkt den Ball gegen HSV-Keeper Anton Salvatore Matthäi zum 5:2.

Foto: Ulrich Stückler / HA

Oberligist schickt nach Auftaktpleite den Hamburger SV III mit einer 7:3-Packung nach Hause. Utcke und Galke treffen jeweils doppelt

Bönningstedt.  Verschiedene verletzte Akteure des SV Rugenbergen mit Stammplatz-Potenzial (Enzo Simon, Marlon Stannis, Mika Feigenspan, Yannik Kurowski) zählten diesmal zum Ordnungsdienst, der am Eingang die Daten der Besucher erfasste. Ihr Weg in die erste Elf wird schwer. Beim 7:3 (2:2) über die HSV-Dritte brannte das Bönningstedter Oberliga-Team ein Fußball-Feuerwerk ab. Viel mehr geht nicht.

Ihr Trainer Michael Fischer machte einen Luftsprung. Das war in der 65. Minute, als Kevin Beese nach einem Querpass von Edouard Mesenholl das 3:2 erzielt hatte. HSV-Keeper Anton Matthäi gab in dieser Szene nicht die beste Figur ab – im Gegensatz zu Patrick Hartmann ein paar Sekunden vorher. Da hatte der Schlussmann der Gastgeber bei einem Vorstoß von Seongkye Kim den scheinbar sicheren Rückstand verhindert.

Die Rothosen knickten ein wie die Pappeln im Wind. Binnen zwei Minuten führte der bärenstarke Jan-Niclas Galke per Kopf nach einem Eckball von Hendrik Rühmann sowie nach Steilpass die Entscheidung herbei (4:2, 5:2). Kilian Utcke verwandelte einen an ihm selbst verschuldeten, glasklaren Elfmeter zum 6:2. Edouard Mesenholl musste den Ball nach einem Querpass von Jan Düllberg nur noch ins leere Tor ticken – 7:3.

SVR-Trainer Michael Fischer bezeichnet diesen Sieg als Ausrufezeichen

Da störte das dritte Gegentor im Anschluss an einen Freistoß zwischendurch nur noch einen. Das war Michael Fischer, der lautstark auf ein unnötiges Foul, das zum Freistoß führte, hinwies. Ansonsten stand dem Trainer aber der Stolz auf diesen Erfolg ins Gesicht geschrieben. „Das war doch mal eine Stellungnahme der Mannschaft nach dem 0:2 in Hamm, ein Ausrufezeichen. Ich gratulierte den Beteiligten, die für so einen Tag acht Wochen geschuftet haben.“

Ach ja, dieser Reinfall im Hammer Park. Fischer hatte ihn zum Anlass genommen, an vier besonders enttäuschende Akteure einen Appell zu richten. „Kilian Utcke, Kevin Beese, Hendrik Rühmann, Sven Worthmann, bitte wieder vorangehen.“

Utcke machte den Anfang in der 23. Minute, als er den Ball nach einem Steilpass von Finn Hanke, einziger
„Neuer“ in der Anfangsformation, sicher im Netz unterbrachte (1:0). Patrick Hoppe verwertete ein Kopfballzuspiel von Galke ebenfalls per Kopf zum 2:0.

Die Partie wäre frühzeitig entschieden gewesen, wäre dem agilen Leon Neumann nicht ein Abspiel in die Mitte völlig missglückt. Ganz sicher hätte Utcke dort das 3:0 erzielt (28.). So aber wendete sich plötzlich das Blatt.

HSV-Ex-Profi Piotr Trochowski lässt beim 2:2 seine alte Klasse aufblitzen

Aus abseitsverdächtiger Position erzielte Sepehr Nikro das 1:2 der Gäste. Dann kam noch der große Moment von Ex-Nationalspieler Piotr Trochowski, der Hartmann mit einem tollen Schuss aus 18 Metern keine Abwehrmöglichkeit ließ (2:2).

Zum Glück für die Gastgeber reichte die Kraft des 36 Jahre alten EM- und WM-Teilnehmers nur eine Stunde. Der für ihn eingesetzte Max Scholz, von 2013 bis 2019 Dampfmacher im SVR-Sturm, kam nicht mehr zur Geltung.

Am kommenden Wochenende punktspielfrei bestreitet der SVR am Sonntag um 15 Uhr einen Test bei Vorwärts/Wacker Billstedt. Diejenigen, die bei der gestrigen SVR-Gala nicht zum Einsatz kamen, werden in diesen 90 Minuten besonders gefordert sein.

Zuvor, am Freitag, geben die Neuen im Klubheim ihren Einstand. Es wird fröhlich, der überschäumenden Freude beim Abpfiff des HSV-Spiels nach zu urteilen.