Basketball

SC Rist: Ein weiteres Jahr „Tanz auf zwei Hochzeiten“

Jammal Schmedes zeigt in der Vorsaison, hier gegen Lok Bernau, dass er für den SC Rist wertvoll ist.

Jammal Schmedes zeigt in der Vorsaison, hier gegen Lok Bernau, dass er für den SC Rist wertvoll ist.

Foto: KBS-picture / Kalle Meincke

Jammal Schmedes spielt auch kommende Saison für das Wedeler Pro-B-Team. Außerdem unterstützt er den Kooperationspartner Hamburg Towers

Wedel.  Jammal Schmedes ist ein Basketballer mit Doppellizenz. Er kann somit in der Saison 2020 erneut für den SC Rist Wedel in der 2. Basketball-Bundesliga-Pro B spielen – und auch für Kooperationspartner Hamburg Towers in der 1. Bundesliga. Dort hat Pedro Calles das Traineramt übernommen.

Calles war jahrelang Trainer beim SC Rasta Vechta, Schmedes spielte über einen Zeitraum von zwei Jahren bis 2019 für die zweite Mannschaft der Niedersachsen in der 1. Regionalliga. Gegen Ende seiner Zeit dort trainierte er beim damaligen Bundesliga-Aufsteiger unter dem Spanier mit. Für Schmedes folgte im Vorjahr der Wechsel zum Kooperationsgespann Hamburg Towers/SC Rist – und eine erste Saison in Deutschlands dritthöchster Spielklasse, ehe Corona das Saisonhighlight Play-offs mit den Wedelern im März zunichte machte.

„Es ist gut zu wissen, wie ein Trainer tickt“, sagt Schmedes

Dann hat der Flügelspieler vermutlich unter Callas künftig seinen Platz in der Starting-Five der Towers sicher? „Das ganz bestimmt nicht. Aber ich glaube, dass es für mich persönlich schon ein Vorteil ist, zu wissen, wie der Trainer tickt und welchen Basketball er bevorzugt spielen lässt“, sagt Schmedes.

Der 20 Jahre alte, gebürtige Hannoveraner hat soeben seinen Vertrag verlängert und soll sich in der Saison 2020/21 nach weiterentwickeln und die nötigen Schritte machen, um mittelfristig ein gestandener Basketball-Profi zu werden. Seit dem Abitur 2019 in Vechta konzentriert sich der Wilhelmsburger derzeit komplett auf die berufliche Karte Basketball – und möchte einen Plan B vorerst möglichst nicht in Betracht ziehen.

In der letzten Augustwoche beginnt beim SC Rist das Mannschaftstraining

Der Halb-Iraner macht die Vorbereitung bei den Hamburgern komplett mit. Das Teamtraining soll Mitte September beginnen – falls Corona nicht dazwischenfunkt. Bis dahin hält er sich mit Einzeltraining sowie im Kraftraum fit und beginnt mit dem Mannschaftstraining in Wedel, das für den 24. August avisiert ist.

„Jammal ist an dem Punkt, an dem er beweisen muss, dass er in der Pro B konstant ein guter Spieler sein kann. Er ist für eine große Rolle eingeplant, die er jetzt auch bedienen muss. Das ist so in seinem Alter, um sich dann auch für größere Aufgaben zu empfehlen“, verdeutlicht Rist-Coach Benka Barloschky. Schmedes ist fest im Pro B-Kader eingeplant – die Spielzeit beginnt Mitte Oktober – und könnte auch bei den Towers in der 1. Bundesliga (Mitte Oktober Pokalwettbewerb, Saisonstart 6. November) aushelfen.

„Wir haben uns entschlossen, mit Jammal weiterzumachen, weil wir großes Potenzial bei ihm sehen. Die Größe passt, der Wurf passt, die Einstellung passt. Er ist noch jung, wir möchten ihn fördern“, sagt Christoph Roquette, sportlicher Leiter des SC Rist. Schmedes ist 2,02 Meter groß und 88 Kilo schwer. 6,3 Punkte erzielte er im Schnitt in den 17 Minuten pro Partie, die er in der vergangenen Saison auf dem Feld stand. 29 getroffene Dreier machten ihn zum zweitbesten Wedeler Distanzwerfer hinter Jalen Ross (41).

Schmedes hat fünf Kilogramm an Muskelmasse zugelegt

Athletik, Geschwindigkeit und Physis sind in der Pro B noch einmal ein gutes Stück anders, als es Schmedes eine Liga tiefer gewohnt war. Perspektivisch sei er ein Bundesliga-Spieler, körperlich müsste er aber noch zulegen. „Daran arbeitet Jammal auch“, sagt Barloschky. Schmedes: „Ich habe bisher fünf Kilo Muskelmasse seit März zugelegt und bin da auf einem ganz guten Weg-“

Mit seiner Premierensaison in der Pro B, nachdem er zuvor für Vechta II in der 1. Regionalliga gespielt hatte, ist er insgesamt recht zufrieden. „Ich habe das Gefühl, dass ich es aber besser machen könnte. Da waren zu viele Höhen und Tiefen drin. Aber ich denke, dass ich Steigerungspotenzial habe“, sagt Schmedes, der in seiner Freizeit gern liest und Hip Hop-Beats produziert. Die Stadt Hamburg sei ohnehin schön, dazu passt es laut Schmedes, dessen Vater die Leidenschaft für diesen Sport vererbte, sportlich super.

Ziel sind die Play-offs – und die sollen diesmal bitte auch gespielt werden

Im Alter von elf Jahren begann er bei den HB Dragons, es folgte nach zwei Jahren der Wechsel zu TK Hannover. Anschließend zog es Schmedes weiter für eine Saison zum TSV Neustadt am Rübenberge, ehe es im Alter von 16 Jahren in Vechta weiterging. Mit dem SC Rist möchte Jammal Schmedes nun in der Saison 2020/21 den Einzug in die Play-offs der acht besten Teams schaffen. Und diese dann auch spielen...