Basketball

Hendrik Dreschers zweiter Anlauf Richtung Bundesliga

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Er überragt sie alle: Hendrik Drescher (Nr. 41) ist im Sinne des Wortes ein Riesentalent. 2,04 Meter groß und 113 Kilogramm schwer ist der 20-Jährige, der eine Doppellizenz für den SC Rist und die Hamburg Towers erhält.

Er überragt sie alle: Hendrik Drescher (Nr. 41) ist im Sinne des Wortes ein Riesentalent. 2,04 Meter groß und 113 Kilogramm schwer ist der 20-Jährige, der eine Doppellizenz für den SC Rist und die Hamburg Towers erhält.

Foto: Ulf Duda

Der 20 Jahre junge Neuzugang des SC Rist nahm bereits als Jugendspieler bei Alba Kurs auf die 1. Liga. Dann kam seine Knieverletzung

Wedel.  Hendrik Drescher ist im Sinne des Wortes ein Riesentalent. 2,04 Meter groß und 113 Kilogramm schwer ist der 20-Jährige, der eine Doppellizenz für den SC Rist und die Hamburg Towers erhält. Der Berliner hat zuletzt für die Baskets Juniors Oldenburg gespielt und damit in der Saison 2019/20 auch zweimal gegen die Wedeler. Ausgebildet wurde der Spieler für die Position vier in der Jugendabteilung von Alba Berlin.

„Hendrik ist in seinem Jahrgang immer eines der größten Talente gewesen, die wir in Deutschland haben“, sagt Rist-Cheftrainer Benka Barloschky. „Dann hat er sich schwer verletzt, hat einen Kreuzbandriss gehabt.“ Das war im Herbst 2018. Der steile Aufstieg Dreschers, der sich unter anderem darin ausdrückte, dass er bereits in der Saison 2017/18 im Alba-Gelb sein Bundesliga-Debüt gab, wurde durch die Verletzung unsanft gebremst.

Drescher hat bereits als gegnerischer Jugendspieler am Steinberg Eindruck hinterlassen

Bereits als Jugendlicher hatte er Eindruck am Steinberg hinterlassen. Christoph Roquette, der Sportliche Leiter des SC Rist, hat die Geschichte dazu parat: „Ich weiß noch, wie er mit Alba in Wedel gegen die Piraten gespielt hat und, ich glaube, 50 Punkte gemacht hat“, sagt Roquette. In der Tat, der Rist-Sportchef irrt sich nicht: Mit 50 Punkten und zusätzlich 17 Rebounds überragte Drescher damals im Frühjahr 2018 bei seinem Gastspiel in Wedel.

Nach der Knieverletzung und dem Weggang aus seiner Heimatstadt brachte sich Drescher im Oldenburgischen wieder in Form. Barloschky: „Hendrik hat das letzte Jahr dazu genutzt, wieder in den Spielrhythmus zu kommen. Das war auch der Plan, und der hat gut funktioniert. Wir haben ihn im ersten Saisonspiel gesehen, da sah er noch hölzern aus, fand ich. Im Laufe des Jahres hat er sich dann richtig gesteigert. Als wir dann spät in der Saison in Oldenburg gespielt haben, sah er schon ganz anders aus. Hendrik hat sehr gut gearbeitet.“

Der Neuzugang zeichnet sich durch körperlich starke Spielweise aus

Drescher zeichne eine körperlich starke Spielweise aus, erläutert Barloschky. „Er ist ein großer Spieler, der einen sehr guten Wurf hat“, unterstreicht er. 20 getroffene Dreier tauchen in der Statistik der vergangenen Saison auf Dreschers Habenseite auf. 9,3 Punkte und 5,7 Rebounds pro Einsatz notierten die Datenexperten für den Berliner. Passend zu seinem Wurfhändchen erzielte er einst im Oktober 2017 seine ersten Bundesliga-Punkte von jenseits der Dreierlinie.

„Aufgrund seiner Statur kann er auch auf der Fünf aushelfen, wir planen ihn aber auf jeden Fall auf der Vier ein und wollen ihn auf dieser Position weiter­entwickeln“, sagt Roquette und hebt insbesondere Dreschers Stärken beim „Pick & Pop“ hervor, also jenem Offensivschachzug, bei dem der Blocksteller nicht in Korbrichtung abrollt, sondern eine korbferne Wurfposition aufsucht.

Schon 2018 ist Drescher international aufgetreten

Was in Deutschland klappte, gelang auch in internationalem Zusammenhang. Drescher hat in Länderspielen für den Deutschen Basketball-Bund mehrmals mit Nachdruck Spuren hinterlassen – im April 2018 sogar Goldspuren. Im Endspiel des Albert-Schweitzer-Turniers führte er die deutsche U18 mit 20 Punkten zum Sieg, tummelte sich in mehreren Kategorien unter den erfolgreichsten Spielern des Turniers und wurde als bester Center der Veranstaltung ausgezeichnet.

„Natürlich hat Hendrik die Veranlagung und Chance, ein guter Bundesliga-Spieler zu werden“, meint Barloschky. „Wie es immer so ist: Was man aus dem Potenzial macht, liegt in der Hand des Spielers. Aber wie ich ihn kennengelernt habe, ist Hendrik ein gewissenhafter Arbeiter. Er hat auch durch die Verletzung gelernt, was es bedeutet, auf seinen Körper aufzupassen.“ In Wedel und Wilhelmsburg wird Drescher in der bereits mehrfach bewährten Zweifachbetätigung gefordert und gefördert. „Er ist als Doppellizenzler fest für das Bundesliga-Training eingeplant. In der Pro B soll er viele Minuten spielen und eine gute Rolle einnehmen“, betont Barloschky.

Joshua Lübken gehört nicht mehr zum Pro-B-Kader

Joshua Lübken wird 2020/2021 nicht mehr zum Wedeler Kader gehören. „Er hat das Potenzial, Bundesliga-Spieler zu werden“, sagt der Trainer. „Alles, was er tun muss, ist den Schalter zu finden, aggressiver zu sein und sich Dinge zu nehmen. Einem wird nichts geschenkt; man hat viel Konkurrenz, am Ende spielt der Spieler, der es mehr will. Joshua hat alles, was man braucht, aber er muss den Schalter finden, gieriger sein, hungriger sein, mehr ausprobieren, auch mal hinfallen, auch mal scheitern, aber das gehört eben dazu. Das habe ich mit ihm besprochen und ihm auf den Weg gegeben. Ich wünsche ihm das Allerbeste für die Zukunft. Ich hoffe, dass er eine Situation findet, die gut für ihn ist, wo er sich entwickeln kann und die nächsten Schritte machen kann. Er ist ein Spieler, dem ich es sehr wünsche“, sagt Barloschky. „Wir danken Joshua herzlich für seinen Einsatz und seine Leistungen in Gelb und Grün und wünschen alles Gute für die Zukunft.“

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