Pinneberg
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0:2 – Union Tornesch geht im Regen von Norderstedt baden

Katharina Bendix (r. Union) im Duell mit Miray Isik (HSV II); es wird auf Abseits entschieden.

Katharina Bendix (r. Union) im Duell mit Miray Isik (HSV II); es wird auf Abseits entschieden.

Foto: Frederik Büll

Oberligafrauen unterliegen im Viertelfinale Ligakonkurrent Hamburger SV II. Am Sonntag geht es zu Hause gegen GW Eimsbüttel um Punkte

Norderstedt/Tornesch.  Guido Krenzk musste schmunzeln. Ob die zweite Frauenmannschaft des Hamburger SV im Viertelfinale des Lotto-Pokals gegen den von ihm trainierten FC Union Tornesch giftiger war als die Zweitliga-Rothosen im Derby gegen den FC St. Pauli? „Vermutlich war das so. Grundsätzlich haben sie das heute gut gemacht. Sie wollten den Sieg auf jeden Fall, was jetzt nicht heißen soll, dass wir ihn nicht haben wollten“, sagte der FCU-Coach.

Im Dauerregen auf dem Kunstrasen der Norderstedter Paul-Hauenschild-Anlage mussten sich die Tornescher Fußballerinnen im Oberliga-Duell dem HSV II mit 0:2 (0:0) geschlagen geben. „Ich glaube, dass wir in die Waagschale geworfen haben, was wir zurzeit leisten können. Aber wir kriegen momentan die PS einfach nicht auf die Straße. Und das ist etwas, woran wir arbeiten müssen“, sagte der 40 Jahre alte Krenzk.

Leistungsträgerinnen sind verletzt oder bedingt verfügbar

Viele Leistungsträgerinnen wie etwa Alina Wachter, Benita Thiel oder Nele Grzenkowitz seien verletzt, beruflich oder studienbedingt eingespannt, so dass sie kaum trainieren können. Der Trainer, der in Hamburg-Farmsen wohnt, hatte das Team im Dezember 2019 übernommen. Philipp Pohl konnte anschließend wieder wie von ihm gewünscht auf den Co-Trainer-Posten rücken.

Die gesamte Partie über fehlte den Gästen Durchschlagskraft, es gab kaum Torraumszenen, weil der letzte Pass nicht ankam, auch weil die Hamburgerinnen leidenschaftlich kämpften und defensiv kompakt agierten. Gefährlichste Tornescher Szene war dementsprechend ein Freistoß von Finia Pohl, die den Ball aus gut 22 Metern in zentraler Position stark in Richtung des rechten Winkels schlenzte (39.), doch die Hamburger Torhüterin Zerin Aba verhinderte mit einer sprunggewaltigen Parade eine mögliche Führung des Oberliga-Zweiten gegen den gastgebenden Sechsten der Tabelle.

Offensiv taten sich aber auch die Hamburgerinnen schwer, doch anders als die männlichen Kollegen, die sich dem effektiv agierenden Derby-Gegner mit 0:2 geschlagen geben mussten, nutzten sie eine ihrer wenigen Chancen. Union-Torhüterin Saskia Schippmann wurde aus rechter Position im Strafraum von Joline Floeter überwunden (50.).

Mit dem Rückstand nimmt das Tornerscher Spiel Fahrt auf

Für Union Tornesch schien der Rückstand das nötige Signal gewesen zu sein: Fortan lief der Ball besser durch die eigenen Reihen, und es war offensiv mehr Zug drin – allerdings blieb der gegnerische Strafraum weiterhin Sperrgebiet, selbst aussichtsreiche Schusspositionen aus der Distanz gab es nicht. Stattdessen gab es die nächste sportliche Hiobsbotschaft: Mittelfeldantreiberin Finia Pohl, Schwester des FCU-Co-Trainers, verletzte sich am linken Fuß und musste mit Verdacht auf Bänderriss ausgewechselt werden (59.). Es kam Maike Bade.

Bemühen konnte man den Tornescherinnen nicht absprechen, aber ein 1:1 lag nicht in der Luft. Symptomatisch: Ein Freistoß aus dem rechten Halbfeld von Johanna Stutzke segelte an Freund und Feind in hohem Bogen am langen Pfosten vorbei (72.). Wenig später jubelte der HSV, der den aufgerückten Gegner auskonterte. Miray Isik erzielte das vorentscheidende 2:0 (74.). Krenzk stellte auf ein offensives 3-4-3-System um, aber es fruchtete nicht. „Ein Tor ändert die Situation noch einmal komplett“, rief er seinem Team hoffnungsvoll gute sieben Minuten vor Ende der regulären Spielzeit noch einmal zu. Doch die Hamburgerinnen taten ihm den Gefallen nicht.

Am Sonntag geht es für Tornesch in der Liga mit einem Heimspiel gegen GW Eimsbüttel weiter (15 Uhr,).