Pinneberg
Handball

Zumindest die Männer dürfen kurz am Sieg schnuppern

Vergeblich gestreckt: gegen die Kieler hängen die Trauben noch ein klein wenig zu hoch für Lasse Most (M.) und den siebenfachen Torschützen Lasse Finck (r.).

Vergeblich gestreckt: gegen die Kieler hängen die Trauben noch ein klein wenig zu hoch für Lasse Most (M.) und den siebenfachen Torschützen Lasse Finck (r.).

Foto: Ulrich Stückler

Oberliga-Handballer des TSV Ellerbek unterliegen dem Tabellenzweiten nur knapp mit 28:29. Frauenteam verliert in Bredstedt.

Ellerbek. Für die 150 Zuschauer in der Ellerbeker Harbig-Halle bestand kein Zweifel daran, wer die eigentlichen Sieger des Abends waren. Trotz des ernüchternden 28:29, das nach 12:17-Halbzeitstand auf der provisorischen Anzeigetafel am Zeitnehmertisch abzulesen war – die große Leuchttafel an der Hallen-Stirnseite ist seit Anfang Dezember nicht in Betrieb – feierten die TSV-Fans ihre Männer nach deren Niederlage gegen das zweite Team des THW Kiel.

Und der stehend dargebrachte Beifall war alles andere als Mitleidsbekundung. Im Gegensatz zum Hinspiel, das die Ellerbeker mit 19:27 auch in der Höhe angemessen verloren hatten, präsentierten sich die Männer von Coach Nico Kibat als komplett anderes Team. Ärgerlich allein die Tatsache, dass die Gastgeber es selber in der Hand gehabt hatten, mit zumindest einem, eigentlich sogar zwei Punkten den Tag zu beenden.

Zehn Minuten in der ersten Hälfte machen den Unterschied

Dass es mit dem angesichts der Erfolge der direkten Konkurrenz im Kampf um den Klassenerhalt dringend benötigten Punktgewinn nichts wurde, macht Kibat an einer kurzen, aber doch zu langen Phase in der ersten Halbzeit fest. „Als es bei uns nach dem 6:6 im normalen Positionsangriff zu hapern begann, da ist unsere Strategie mit dem siebten Feldspieler ohne Torwart nicht aufgegangen“, sagte Kibat. „Wir haben mehrere falsche Entscheidungen getroffen, dazu zwei, drei Großchancen nicht genutzt und lagen prompt mit fünf Toren hinten.“

Dass sein Team sehr wohl reif für die Strategie ist, zeigte es im zweiten Durchgang. „Da kommen wir ran, Kiel zieht erneut davon und wir kommen wieder ran und gleichen sogar aus“, sagte Kibat. „Am Ende waren es in der Summe ein, zwei Fehler zu viel auf unserer Seite, die den Unterschied ausgemacht haben.“

Zuversichtlich stimmt den Coach, dass auch junge Spieler im Team wie Rechtsaußen Max Turkat in ihren Einsätzen regelmäßig gute Aktionen zeigen und so weitere Optionen bieten.

Verpasster Durchstart des Ellerbeker Frauenteams

Einen sportlich guten Start ins neue Jahr hat auch das Ellerbeker Frauenteam verpasst. Nach der Achtelfinal-Nieder­lage im Pokal bei Oberliga-Konkurrent SG Bergedorf/VM (30:38) ging mit 25:30 (13:15) das Oberligaspiel beim Bredstedter TSV verloren. „Wir müssen gucken, wie wir aus dem Strudel herauskommen und möglicherweise unser Saisonziel korrigieren“, sagte Coach Jens Molkow.

Unter der Woche werde gesprochen, eine Platzierung unter den ersten vier Teams war ursprünglich angedacht. „Wenn die Spiele aber weiterhin verloren werden, droht in der ausgeglichenen Liga schnell ein Abrutschen ins untere Tabellenmittelfeld. Andererseits kann es auch schnell wieder nach oben gehen.“

Molkow musste unter anderem auf Julia Steinberg (Knieprobleme) verzichten. „In allen Spielen, die wir verloren haben, haben Leistungsträger wie Julia oder Maren Sicks gefehlt. Eine Jule, die bis zu drei Leute auf sich zieht, können wir schwer ersetzen. Außerdem hat Sabrina Wrage, Kopf des Teams und mit Ann-Kathrin Skubich Teil des wichtigen Mittelblocks, erkältet nur auf der Bank gesessen“, sagte der 52 Jahre alte Coach.

Nur Sick in Top-Form

Die Ellerbekerinnen präsentierten sich zu ausrechenbar bei den abstiegsbedrohten Bredstedterinnen. Einzig Sicks war in Top-Form und hatte bei 13 Treffern – neun per Siebenmeter – eine Erfolgsquote von 100 Prozent. Anders als zuletzt startete der TSV Ellerbek gut, ließ dann aber nach. Die Gäste führten 13:11 (23.), kassierten dann halbzeitübergreifend sechs Tore. Bredstedt gewann an Souveränität und schaffte es bis Spielende – auch weil Molkow taktisch mehr riskieren musste – den Vorsprung zu halten.

Am kommenden Sonntag empfängt Ellerbek Pokal-Gegner Bergedorf/VM zur Revanche (16 Uhr, Harbig-Halle) der Tabellennachbarn auf Rang sechs und sieben. „Das Team ist sehr motiviert, die Partie zu gewinnen“, so der Pinneberger.