Pinneberg
Handball

„Diese Mannschaft hat sich gut entwickelt“

Männertrainer Nico Kibat beschwört eindringlich in den Auszeiten die Stärken seiner Spieler herauf. 

Männertrainer Nico Kibat beschwört eindringlich in den Auszeiten die Stärken seiner Spieler herauf. 

Foto: Ulrich Stückler

Im Januar gab Nico Kibat die Zusage, die Oberligamänner des TSV Ellerbek zu trainieren, seit diesem Sommer ist er im Amt. Eine Zwischenbilanz

Ellerbek.  Nach Ellerbek zu gehen, das hat Nico Kibat in den vergangenen elf Monaten seit seiner Entscheidung nie bereut. „Es war an der Zeit, den nächsten Schritt zu tun. Nach zwei Jahren als Trainer der männlichen A-Jugend beim SV Henstedt-Ulzburg war dies einfach die sportlich logische Entwicklung, dass ich nun ein Männerteam trainieren will“, sagt der Coach der Oberliga-Handballmänner des TSV Ellerbek. „Als die Anfrage von Teammanager Peter Paulsen kam, war das Angebot nicht nur sportlich ideal. Ich habe in Bad Bramstedt gebaut, der Weg war also angenehm kurz. Da musste ich nicht lange überlegen.“

Dabei war im Januar, als Kibat seine Zusage gab, noch lange nicht sicher, dass er dann einen Viertligisten übernehmen würde. Einen direkten Abstiegsplatz konnte der TSV zwar spät in der Saison verlassen; aber da schwang ein weiteres Damoklesschwert über den Köpfen der Ellerbeker: Die Gefahr, dass ein zusätzlicher Absteiger aus der 3. Liga – namentlich die HSG Ostsee N/G – den TSV doch noch nach unten verdrängen könnte.

Doch hier hatte Kibat die Chance, als Akteur der HSG, selber seine sportliche Zukunft zu beeinflussen. „Es war dort mein Job als erfahrenster Spieler, dass das Team die Nerven bewahrt. Und da hatte ich schon früh im November das Gefühl, dass wir nicht absteigen würden“, sagte Kibat. Der 39-Jährige blickt als Aktiver auf die Erfahrung aus 1. Bundesliga (THW Kiel und Stralsunder HV) sowie 2. Bundesliga (TSV Altenholz, TSG Friesenheim, SG BBM Bietigheim, SV Henstedt-Ulzburg) zurück. „Aber ganz ehrlich: Ich wäre auch für die Hamburg-Liga nach Ellerbek gegangen, es passt hier alles.“

Und von dem, was vielleicht fehlte, hat Kibat vieles passend gemacht – womit weniger die individuelle Entwicklung von Spielern gemeint ist. „Ich wusste vorher, dass ich ein im Schnitt sehr junges Team übernehme, in dem selbst die Führungsspieler Anfang bis Mitte 20 sind“, sagte der Coach. „Doch auch in dem jungen Alter übernimmst du als Trainer bereits fertig ausgebildete Spieler. Bestenfalls bei den ganz jungen wie Simon Rix oder Lasse Most, die gerade ihre A-Jugendzeit hinter sich haben, kann man noch kleine individuelle Akzente setzen – im Kern musst du aber zusehen, deine Spieler in dein System einzupassen oder dein System deinen Spielern anzugleichen.“

Und so folgten – angetrieben durch die Leistungsbereitschaft, die Kibat früh im Team erkannt hat – etliche Wochen intensiven Abwehrtrainings. „Ohne eine stabile Abwehr geht nichts. Wir haben variable Systeme einstudiert und passen uns in der Gangart dem Gegner an“, sagt Kibat über seine Defensiveinheit. Zu der gehören auch die starken Torhüter Henri Wommelsdorf, Luis Skroce sowie bei seinen sporadischen Einsätzen Timo Schmidt. „Da ist mir unser Torwarttrainer Horst Zehetbauer eine große Hilfe. Er arbeitet mit den Jungs und hat das richtige Bauchgefühl dafür, wer gerade gut drauf ist.“

Und auch im Angriff fügen sich die Puzzlesteine zusammen. Ein wichtiges Element, die 7:6-Überzahl: „So kassieren wir zwar schon mal einen Wurf ins leere Tor, wenn wir den Ball verlieren, aber der Gewinn für uns durch Impulse, die wir setzen, und die Entlastung von Spielern, die nicht mehr kurz gedeckt werden können, ist größer.“

Das soll sich auch zum Rückrundenauftakt zu Hause, 11. Januar, 18.30 Uhr, gegen den THW Kiel II zeigen. Kibat: „Im Hinspiel hatten wir beim 19:27 bewusst das Tempo verschleppt und wollten den Kielern eine Spielweise aufdrängen, die ihnen nicht liegt. Seitdem haben wir uns entwickelt und können auch einem Topteam zumindest in Phasen unser Spiel aufdrücken; zumal die Spieler innerhalb unseres Systems nun öfter richtige Entscheidungen treffen als noch zu Saisonbeginn. Die Mannschaft hat sich gut entwickelt.“

Damit dann gegen den THW Kiel auch die Physis stimmt, haben die Spieler für die Trainingspause bis zum 6. Januar individuelle Laufpläne mitbekommen und können zudem an freiwilligen Athletikeinheiten teilnehmen.