Pinneberg
Handball

"Verdient verloren": Ellerbek scheidet gegen Bergedorf aus

Christina Hinrichs erzielt in Bergedorf mit sieben Toren die meisten Ellerbeker Treffer aus dem freien Spiel heraus.

Christina Hinrichs erzielt in Bergedorf mit sieben Toren die meisten Ellerbeker Treffer aus dem freien Spiel heraus.

Foto: Ulrich Stückler (Archiv)

Schmaler Kader und Feldverweise für das Betreuerteam. Gegen den Oberliga-Rivalen haben die Ellerbekerinnen keine Chance.

Ellerbek.  Noch am Montagmittag dieser Woche war das Pokal-Achtel­finale der Oberliga-Handballfrauen des TSV Ellerbek bei Staffelkonkurrent SG Bergedorf/VM für Dienstagabend bestätigt worden. Ärgerlich für die Gäste.

Kurz vor dem Viertelfinale: Liga sei wichtiger als Pokalsieg

„Ann-Kathrin Skubich war erst eine Viertelstunde vor Spielbeginn da. Julia Steinberg konnte mit Knieproblemen nicht mitspielen. Sabrina Wrage und Katja Brandt waren krank, Lisa Schilk und Celina Böttcher fehlten beruflich bedingt. Unser Kader war schon relativ schmal“, sagte Interimstrainer Matthias Matuch. Coach Jens Molkow weilt im Urlaub und ist erst wieder zum Oberliga-Auftakt am Sonnabend beim TSV Bredstedt dabei.

Das Duell mit den Bergedorferinnen verlor Ellerbek mit 30:38 (15:20). „Natürlich wäre es schön gewesen, ins Viertelfinale zu kommen. Allerdings liegt die Priorität auf der Liga. Der Pokal hat nicht mehr so den großen Stellenwert wie früher, als die Chancen auf eine bundesweite Teilnahme noch etwas höher waren“, sagte Matuch.

"Verdient verloren": Zeitstrafen für Ellerbekerinnen

Als Schiedsrichtergespann war das Ehepaar Daniel und Miriam Lochner (TSG Bergedorf) eingesetzt. „Wichtig ist zunächst, dass überhaupt Schiedsrichter so kurzfristig gefunden wurden. In der ersten Hälfte war auch alles gut“, sagte Matuch. Im zweiten Durchgang häuften sich indes Zwei-Minuten-Strafen für die Gäste – den Großteil gab es für Meckern, Mimik oder Gestik. Gut drei Minuten vor Schluss bekam Manager Michael Dahms die Rote Karte – auch Matuch wurde direkt vor dem Ende noch disqualifiziert.

Insgesamt sieben Spielerinnen seiner Mannschaften wurden temporär hinausgestellt – lediglich zweimal erwischte es Bergedorferinnen. „Aber wir haben das Spiel einfach auch verdient verloren“, sieht der Übergangscoach es sportlich. Denn schon nach einer Viertelstunde lagen die Ellerbekerinnen mit 5:14 zurück, kämpften sich dann bis zur Halbzeit wieder auf fünf Treffer Rückstand zurück.

Wie die Mannschaft ihr Versagen entschuldigt

Im weiteren Spielverlauf musste der Gast dann wieder mehr Gegentore hinnehmen – und in bessere Phasen des TSV Ellerbek fielen dann Hinausstellungen. „Wir haben uns gut präsentiert, in Anbetracht der Tatsache, dass wichtige Leistungsträger gefehlt haben und Spielerinnen auf ungewohnten Positionen aufliefen“, meinte der ehemalige Zweitliga-Torhüter. Zwischen Weihnachten und Silvester konnte kaum trainiert werden, das Pokal-Achtelfinale sei somit „in Anführungszeichen erstes Testspiel des neuen Jahres gewesen, um wieder Wettkampfpraxis zu sammeln“. Nun soll wieder der Rhythmus gefunden werden.

Der TSV Ellerbek ist zurzeit Oberliga-Sechster (13 Spiele, 16:12 Punkte), der kommende Gegner Bredstedt ist Drittletzter (13 Spiele, 6:20 Zähler). Am Sonntag, 19. Januar, empfängt der TSV dann die SG Bergedorf/VM (16 Uhr, Harbig-Halle) zur Revanche.