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Fighting Pirates verstärken ihre Verteidigung

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GFL 1-Aufsteiger Elmshorn Fighting Pirates verpflichtet Berend Grube von den Lübeck Cougars.

GFL 1-Aufsteiger Elmshorn Fighting Pirates verpflichtet Berend Grube von den Lübeck Cougars.

Foto: Bjarne Almstedt

Erstliga-Aufsteiger verpflichtet Berend Grube von Lübeck Cougars. Der Defensive End aus Hamburg spielte fünf Jahre in den USA.

Elmshorn.  Auf der Informationsveranstaltung zur kommenden Saison hatte Andreas Nommensen, Offense-Koordinator der Fighting Pirates, einen Wunsch. Der Football-Erstligist aus Elmshorn solle die erste Anlaufstelle für die besten Spieler aus dem Norden werden. Die Verpflichtung des gebürtigen Lübeckers Berend Grube passt daher genau in das Beuteschema des ambitionierten Aufsteigers. Der peilt schließlich bei seinem Debüt in der GFL 1-Nordstaffel direkt eine Platzierung unter den ersten vier Teams an.

Grube scheint ähnlich erfolgshungrig zu ticken wie sein neuer Club. „Klar im Fokus sind die Playoffs und das ultimative Ziel wäre es, den German Bowl zu gewinnen“, sagt der 28 Jahre alte Akteur, der in der Abwehrformation als Defensive End aufläuft. Diese Spieler stehen in der Defense Line, die sich bei einem gegnerischen Angriff unmittelbar auf die Offense-Line stürzt, am äußeren Ende und versuchen, sich zum Quarterback durchzukämpfen – um ihn im Optimalfall noch mit dem Ball in der Hand zu Boden zu reißen (engl.: Sack).

„Mich reizen die erfolgsorientierten Ambitionen, die in Elmshorn an den Tag gelegt werden. Meiner Meinung nach kann ich dort auch die beste footballspezifische Ausbildung in der näheren Umgebung erhalten“, sagt der Hamburger, der vom Zweitligisten Lübeck Cougars nach Elmshorn kommt. Die Pirates hätten das größte Potenzial „wieder eine erfolgreiche norddeutsche Erstligamannschaft auf die Beine zu stellen“.

Grube sammelt in den USA fünf Jahre an High School und College Footballerfahrung

2008 begann er in der Jugend der Berglöwen aus der Marzipanstadt. Im Jahr darauf verlegte Grube seinen Wohnort ins Mutterland des Footballs und spielte an der US-High School für die Peters Township Indians (McMurray, Pennsylvania). Anschließend trat Grube von 2010 bis 2014 am Thiel College (Greenville, Pennsylvania) für die Tomcats an.

Zu den sportlichen Highlights zählte ein Sieg nach vierfacher Verlängerung gegen die Westminster Titans. „Ich habe als Tight End auch einen Touchdown gefangen, erst kurz vor Mitternacht war das Spiel vorbei. Dabei lagen wir 40 Sekunden vor Ende der regulären Spielzeit noch mit einem Touchdown hinten“, erzählt der Neu-Pirat. Zudem wurde er als Junior und Senior auf jener Offensiv-Position auch in seiner Conference ausgezeichnet.

Nach seinem Bachelor-Abschluss (International Business) kehrte er nach Lübeck zu seinem Stammverein zurück. 2020 tritt er erstmals in Deutschland für einen anderen Verein als die Cougars an. Mit Nommensen hatte Grube zunächst über einen möglichen Wechsel gesprochen. „Da ich Defense aber auch Offense gespielt habe, verschaffen mir mein Spielverständnis und meine Variabilität auf dem Feld einen Vorteil“, beschreibt der 1,97 Meter große, 110 Kilo schwere Hüne seine Stärken auf dem Feld. Darüber hinaus zählen seine Explosivität bei Spielzugbeginn und auch die Größe mit den damit verbundenen Reichweitenvorteilen zu Grubes sportlichen Vorzügen.

Musikfan Grube lebt auch privat sehr fitnessorientiert

Nun möchte er seine Mitspieler mit seiner Arbeitseinstellung mitreißen, „damit wir zu einer dominanten und physisch starken Verteidigung der Liga werden.“ Schließlich sind Football und Krafttraining unabkömmlich miteinander verbunden. „Ich lebe generell sehr fitnessorientiert, da mir Training letztendlich einfach gut tut“, sagt der Musik-Fan – vornehmlich Rock/Metal und alten Hip Hop – der auch gern auf Konzerte geht. Ab und zu greift Grube sogar selbst zur Gitarre.

„Berend wird uns im Pass Rush sehr weiterhelfen. Mit ihm, Okan Güzel und Kolin Hill haben wir auf dieser Position drei Top-Spieler. Er hat in Lübeck in den letzten Jahren stets gute Leistungen gezeigt und ist eine große Verstärkung für uns“, sagt Jörn Maier. Der Pirates-Headcoach hatte Berend Grube bereits zu Beginn dessen Football-Zeit bei der Landesauswahl Schleswig-Holsteins trainiert.

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