Pinneberg
Handball

TSV Ellerbek: Fairplay wird mit klarem Sieg belohnt

Hennes Paulsen ist nicht nur wegen seiner zwölf Tore  Mann des Tages bei den Ellerbekern.  Sein Fairplay in der „Crunchtime“ der Partie, das einen Gegenspieler vor einer Zeitstrafe bewahrt, wird zum Wendepunkt zugunsten des TSV.

Hennes Paulsen ist nicht nur wegen seiner zwölf Tore Mann des Tages bei den Ellerbekern. Sein Fairplay in der „Crunchtime“ der Partie, das einen Gegenspieler vor einer Zeitstrafe bewahrt, wird zum Wendepunkt zugunsten des TSV.

Foto: Ulrich Stückler

Oberligamänner bezwingen Schlusslicht TV Fischbek mit 31:24. Team von TSV-Trainer Nico Kibat überwintert vier Punkte über der Abstiegszone

Ellerbek.  Eine recht zynische Redensart lautet: „Keine gute Tat bleibt ungestraft.“ Auch Hennes Paulsen, Rückraumspieler von Handball-Oberligist TSV Ellerbek, kennt diesen Spruch. Doch in seinem Handeln beeinflusst haben den 23-Jährigen diese geflügelten Worte nicht, als er in der entscheidenden Phase des Heimspiels gegen Tabellenschlusslicht TV Fischbek beim Stand von 23:23 (48.) zu den Schiedsrichtern geht und Bemerkenswertes tut.

Die Unparteiischen haben soeben eine Zeitstrafe gegen den Fischbeker Dustin Misiak angezeigt, der Paulsen unnötig rüde zu Boden gebracht haben soll. „Das war kein zweiminutenwürdiges Foul; das sah alles recht unglücklich aus, weil ich beim Aufstehen nicht im Gleichgewicht war“, sagte Paulsen sinngemäß zu den Schiedsrichtern und ergänzte nach dem Match: „Das gehört für mich einfach zum Fairplay dazu, dass ich einem Gegenspieler eine Bestrafung erspare, die er nicht verdient hat.“

In den letzten zehn Minuten spielt nur noch der TSV Ellerbek

Der Lohn für die faire Geste folgt unverzüglich für Paulsen, der danach drei weitere Tore seinen bisherigen neun hinzufügt, und für das Team des zuvor dreimal erfolglosen TSV Ellerbek. Die Gäste bekommen spielerisch kein Bein mehr auf den Boden; der TSV fährt einen auch in der Höhe verdienten 31:24 (16:13)-Sieg in einer vorübergehend engen Partie ein.

„Ich hatte fast den Eindruck, dass die Fischbeker durch die Situation mit mir überrascht waren; jedenfalls lief von da an unser Spiel bis zum Schluss richtig gut“, sagte Paulsen, der seinen Team­kameraden für die Nervenstärke in der so wichtigen Phase Respekt zollte.

„Ich glaube, dass wir in der ersten Halbzeit unsere bislang beste Saisonleistung im normalen Positionsangriff gezeigt haben“, ergänzte TSV-Trainer Nico Kibat. „Unser kleiner Einbruch in der zweiten Hälfte ist auch dem Platzverweis gegen Olaf Levin in der 37. Minute geschuldet, der ja sonst Hennes seine Verschnaufpausen ermöglicht. Das Team hat aber nach einer kurzen Erholungsphase Charakter gezeigt und dann unsere Strategie, ohne Torhüter mit sieben gegen sechs noch mehr Angriffsdruck zu erzeugen, hervorragend umgesetzt. Unterm Strich war das wohl der Schlüssel zum Sieg.“