Pinneberg
Handball

Nur Ellerbeks Frauen sind im Soll

Julia Steinberg sucht eine Mitspielerin – in Halbzeit eins hatte der TSV Ellerbek offensiv Probleme. Die Rückraumspielerin machte sieben Tore.

Julia Steinberg sucht eine Mitspielerin – in Halbzeit eins hatte der TSV Ellerbek offensiv Probleme. Die Rückraumspielerin machte sieben Tore.

Foto: FOTO: FREDERIK BÜLL

Oberliga-Handballerinnen sind Zweiter und testen am Donnerstag gegen ein kanadisches Auswahl-Team; Männer kassieren deftige 14:31-Pleite.

Ellerbek.  Trainer Jens Molkow erreichte eine relativ ungewöhnliche Anfrage. Eine kanadische Handball-Auswahl, die acht Tage auf Deutschland-Reise ist, war auf der Suche nach einem weiteren Testspielgegner. Trainerkollege Olaf Schimpf, der die Drittliga-Frauen des SC Alstertal-Langenhorn – mit der Ex-Ellerbekerin Melina Dahms – coacht, hatte Molkow angesprochen.

„Wann bekommt man denn schon so eine Gelegenheit? Ich habe wirklich keine Ahnung, wie stark sie sind und habe erst einmal ein bisschen googeln müssen, weil ich gar nicht so genau wusste, welchen Stellenwert Handball in Kanada so hat“, sagte der TSV-Coach. Die Recherche gestaltete sich als relativ schwierig – Molkow und die Spielerinnen lassen sich überraschen. Nun geht es an diesem Donnerstagabend um 20.50 Uhr in der Harbig-Halle (Rugenbergener Mühlenweg) gegen die Handball-Exoten aus der Provinz Alberta. Das Team setzt sich aus Spielerinnen der Städte Edmonton und Calgary zusammen. Der Eintritt ist frei.

Vermutlich würde eine Leistung wie in der ersten Halbzeit im Oberliga-Duell gegen den Aufsteiger SG Altona den Ellerbekerinnen in diesem Test nicht reichen. Der Gastgeber hatte so seine Probleme mit der unorthodoxen Verteidigung des Gegners und war defensiv selbst 30 Minuten zu unkonzentriert – 14:19. Egal ob Molkow eine 6:0-Deckung probierte – oder auf 5:1 umstellte – nichts klappte wirklich.

Ellerbek steigert sich und siegt nach schwacher erster Halbzeit

Dann aber folgten fünf Ellerbeker Tore in Serie. Das Selbstbewusstsein kehrte zurück – und der Tabellenzweite gewann noch 34:29. „Altona hat enormen Aufwand betrieben und einfach gut gespielt, auch wenn wir in der ersten Halbzeit wirklich nicht gut waren und viele technische Fehler gemacht haben. Erst die zweite Halbzeit war dann von uns stark“, sagte Molkow. Beste Ellerbeker Werferin war Maren Sicks (acht Tore).

Sonnabend soll beim Letzten der siebte Sieg gelingen

An diesem Sonnabend gastiert Ellerbek (13:3 Punkte aus acht Spielen) beim Tabellenschlusslicht SV Preußen Reinfeld (18 Uhr, Schützenstraße 21). Den Reinfelderinnen gelang erst ein Sieg in neun Spielen.

Bei den Ellerbeker Oberliga-Männern (11./5:11) ist „Wundenlecken“ angesagt. Die deutliche 14:31 (6:16)-
Heimpleite gegen die SG Hamburg-Nord (9./6:12) war auf keiner Ebene schönzureden. „Unter dem Gesichtspunkt bin ich froh, dass wir nicht noch zum Schluss das Ergebnis kaschieren konnten. Die Niederlage ist in der Höhe völlig in Ordnung“, sagte TSV-Trainer Nico Kibat. „So muss sich nun jeder hinterfragen, ob er wirklich 100 Prozent gegeben hat.“

Nach dem Blitzstart der bis zum Match hinter den Ellerbekern rangierenden Gäste (1:5/11., 2:7/16.) war nur noch bis zum 6:10 (21.) von einer halbwegs
offenen Partie zu sprechen. Zu seinem Leidwesen wurde Kibat über 60 Minuten in seiner Prognose bestätigt, „dass diese Hamburger viel besser sind, als es ihr bisheriger Tabellenstand widerspiegelt“.

Während in der Defensive Felix Albrecht (Urlaub) und Yannick Giles (verhindert) als Optionen fehlten, leisteten sich die Ellerbeker in der Offensive die volle Palette an möglichen Fehlern; so wurden Pässe in Richtung der Außenspieler und des Kreisläufers nachlässig ausgeführt. Kibat: „Dazu kamen allein in der ersten Halbzeit 13 technische Fehler und neun vergebene freie Würfe.
Am Sonnabend bei der SG WiFT müssen wir komplett anders auftreten.“