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Team reagiert nicht: Dennis Usadel tritt zurück

Dennis Usadel zieht nach dem 0:7 des FC Elmshorn in Rellingen die Reißleine und tritt vom Traineramt beim Zwölften der Bezirksliga zurück.

Dennis Usadel zieht nach dem 0:7 des FC Elmshorn in Rellingen die Reißleine und tritt vom Traineramt beim Zwölften der Bezirksliga zurück.

Foto: KBS-Picture

Coach des Bezirksligazwölften FC Elmshorn steht nach 0:7-Pleite beim SCE mit nur fünf Spielern beim Training. Karakaya und Schmidt übernehmen

Elmshorn.  „Da habe ich mir gesagt, dass es so nicht weitergeht, und noch während der Rückfahrt Präsident Michael Homburg angerufen.“ Dennis Usadel schildert seine letzten Momente als (Spieler-)Trainer des FC Elmshorn in der Fußball-Bezirksliga (12. Platz). Weil die Verbindung hakte, wurde das Telefonat einen Tag später fortgesetzt. Usadel erneuerte seinen Rücktrittwunsch, den Homburg akzeptierte.

88 Kilometer von Büdelsdorf an die Wilhelmstraße, 88 Kilometer zurück, zwei- bis dreimal pro Woche. Nach Fahrten zu den Auswärtsspielen drehte sich das Tacho auch schon mal 250 Kilometer weiter. Für den FCE reiste der gebürtige Niebüller in 25 Monaten einmal um die ganze Welt. Endstation Moorweg.

Das 0:7 auswärts gegen den SC Egenbüttel war die letzte Partie, die der FCE mit dem früheren Drittligaspieler von Optik Rathenow und Union Solingen bestritt, der als 19-Jähriger eine Serie lang dem Kader des Zweitligisten TeBe Berlin angehört hatte. Denn als er drei Tage später auf eine Reaktion der Mannschaft hoffte, wurde er bitter enttäuscht.

Mangelnde Trainingsbeteiligung ist ein bekanntes Problem

„Nur fünf Leute waren da, als wir trainieren wollten. Da habe ich die Jungs nach Hause geschickt und mich gleich wieder in mein Auto gesetzt.“ Es war nicht das erste Mal, dass sich Usadel hängen gelassen fühlte. Am 25. September, seinem 40. Geburtstag, waren fünf Tage nach der Derby-Niederlage bei der SV Lieth (0:2) sechs Mann beim Training aufgetaucht, das er daraufhin ebenfalls absagte. Da kamen zum ersten Mal erhebliche Zweifel auf, nicht mehr der richtige Mann am richtigen Platz zu sein. „Du stehst da, mit ein paar Whatsapp-Nachrichten im Display, aber ohne Druckmittel.“

Am Ende war es so, „dass die Einstellung der Spieler, längst nicht aller, aber zu vieler, nicht meinem Anspruch genügt.“ Sein Entschluss, aufzuhören, sei ihm aber schwer gefallen. „Weil ich beim FCE in Ruhe arbeiten durfte und mir nicht vorstellen kann, nach 35 Jahren nicht mehr für den Fußball unterwegs zu sein.“ Eine längere Pause möchte Usadel deshalb nach Möglichkeit nicht einlegen. „Es darf auch gerne wieder ein Club im Großraum Hamburg sein.“

Clubchef Michael Homburg kündigte eine Bestandsaufnahme am kommenden Freitag an. Mit seinem Vorstand sowie den Co-Trainern Süleyman Karakaya und Hauke Schmidt werde dann besprochen, wie es weitergehen soll.

Karakaya und Schmidt werden dann die Trainer neun und zehn sein, deren Dienste der Club seit der Trennung von Oberliga-Meistercoach Achim Hollerieth am 6. Januar 2014 in Anspruch nimmt. Usadel hatte im Vergleich zu seinen Vorgängern die längste Verweildauer. Dem Club, der sein erstes Herrenteam im Dezember 2014 aus finanziellen Gründen vom Oberliga-Spielbetrieb abgemeldet hatte und 2018 dann auch den Landesliga-Abstieg verkraften musste, wünscht Dennis Usadel die richtigen Entscheidungen und viel Glück in der Zukunft. „Wir gehen im Guten auseinander.“