Pinneberg
Basketball

Der Kooperationspartner zeigt im Test die Grenzen auf

Schon im Testspiel voller Einsatz: Rist-Topscorer Matej Jelovcic im Kampf um den Ball mit Khalil Dukes.

Schon im Testspiel voller Einsatz: Rist-Topscorer Matej Jelovcic im Kampf um den Ball mit Khalil Dukes.

Foto: Frederik Büll

Pro-B-Zweitligist SC Rist Wedel unterliegt mit 53:94 Bundesliga-Aufsteiger Hamburg Towers. 650 Fans sehen das Spiel in der Steinberghalle

Wedel. Osaro Jürgen Rich (ausgekugeltes Handgelenk, zwei Monate Pause) und Justus Hollatz, der nach einer Fersenprellung und Bluterguss erst in der kommenden Woche wieder ins Training zurückkehrt, waren beim Testspiel der Zweitliga-Basketballer des SC Rist in der Steinberghalle gegen den Erstliga-Aufsteiger und Kooperationspartner Hamburg Towers zum Zuschauen verdammt. Beide können als Doppellizenz-Spieler für Wedel in der Pro B und für die Towers in der 1. Bundesliga auflaufen, diesmal wurde ihnen die Entscheidung, welches Trikot sie tragen – sogar innerhalb einer Partie – abgenommen.

Und so sahen sie in der mit 650 Zuschauern gefüllten Halle ein Spiel mit freundschaftlichem Charakter, in dem sich beide Mannschaften dennoch vom Kampfgeist her nichts schenkten. Der SC Rist Wedel unterlag deutlich mit 53:94 (27:45).

„Es ging nicht um das Ergebnis. Man hat gerade zum Ende hin den Klassenunterschied gesehen. Solche Spiele gegen qualitativ und vor allem physisch stärkere Gegner geben uns die Möglichkeit, besser zu werden. Und nur darum geht es, dass die Spieler sich weiterentwickeln und dagegenhalten können“, sagte Rist-Cheftrainer Benka Barloschky, der unter Towers-Trainer Mike Taylor dort nach wie vor Assistenzcoach bleibt – und somit eigentlich gar nicht verlieren konnte. Die Wedeler hätten gegen ein Team der „höchstmöglichen Qualität“ getestet: „Das wird uns in der Saison helfen“, sagte der 31 Jahre alte Wilhelmsburger.

Nach fehlerbehaftetem Beginn, bei dem beide Teams kaum den Korb trafen, steigerten sich die Gäste und setzten sich von 7:7 über ein 13:7 kontinuierlich ab. Die Elf-Punkte-Führung nach dem ersten Viertel bauten die Hamburger bis zur Halbzeit standesgemäß auf 18 Zähler aus. Während die Hamburger anschließend ihrer Favoritenrolle immer gerechter wurden, offenbarte der SC Rist schon Schwächen – viele Würfe fanden nicht den Weg ins Ziel, die Feldwurfquote lag bei 33 Prozent (16 von 49). Die Towers kamen auf 46 Prozent (37/81).

„Wir haben nicht gut geworfen“, erklärte Barloschky. Einige der vielen jungen Wedeler Spieler waren ob der stimmungsvollen Atmosphäre in der Steinberghalle nervös, leisteten sich Ballverluste. Mit Ausnahme von Center Aurimas Adomaitis, Semjon Weilguny, Linus Hoffmann und Emil Marshall standen ausschließlich Spieler auf dem Feld, die im vergangenen Jahr noch nicht für den Club aufliefen und erstmals am vergangenen Sonntag bei der ersten offiziellen Testpartie gegen den Pro B-Konkurrenten Oldenburg Juniors (58:68-Niederlage) das Rist-Trikot getragen hatten.

Es war auf beiden Seiten des Feldes noch Steigerungsbedarf vorhanden, doch bis zum Punktrundenstart am 22. September, wenn die Wedeler im Heimspiel erneut auf Oldenburg treffen, ist noch viel Zeit. Die Mannschaft hat erst Anfang August mit dem Teamtraining begonnen, muss auf dem Feld zueinander finden. „Wir versuchen noch, die Grundlage des Systems zu etablieren. Es geht darum, die Basis zu verinnerlichen, dass da keiner mehr Fragezeichen hat, dass vor allem in der Defensive jeder weiß, was passiert“, sagt Barloschky über den Stand der Saisonvorbereitung.

Grundsätzlich lege er generell in Testbegegnungen Wert darauf, „dass wir besser werden. Zu diesem Zeitpunkt geht es mir nicht um verlieren oder gewinnen. Ich will sehen: Wer kann die Details, an denen wir arbeiten, aufs Spielfeld bekommen.“ Zudem nehme der neue Trainer des SC Rist aus dem Towers-Test mit, „dass wir härter spielen müssen“. Seine Mannschaft habe es nicht schlecht gemacht, „aber wir möchten 40 Minuten körperlich dagegenhalten. Da haben wir hier und da ein bisschen den Faden verloren. Und dann hat eine Bundesligamannschaft natürlich auch die Qualität, das auszunutzen. Also, ein bisschen physischer, ein bisschen mutiger und klarer in den Aktionen, dann hätte das schon ein bisschen anders ausgesehen“, so der Rist-Coach.

Bester Punktelieferant war der kroatische Neuzugang Matej Jelovcic, der sich die Arbeit im Spielaufbau mit US-Spieler Casey Teson teilte. Er kam auf 14 Punkte, Teson war mit 13 Zählern zweitbester Rist-Scorer. Am Sonnabend, 31. August, 19 Uhr, testet der SC Rist erneut gegen einen Erstligisten. Zu Gast sind die Gießen 46ers, die vom langjährigen Wedeler Spieler Ingo Freyer trainiert werden. Die Partie beendet das Sommerfest des SC Rist an diesem Tag. Unter anderem gibt es ein buntes Kinderprogramm und einen Flohmarkt.