Pinneberg
Handball

TSV Ellerbek punktet zweifach gegen den Abstieg

TSV-Trainer Jens Molkow bejubelt mit der bis zum Saisonende verpflichteten Physiotherapeutin Katja Reeps den ersten Sieg unter seiner Regie.

TSV-Trainer Jens Molkow bejubelt mit der bis zum Saisonende verpflichteten Physiotherapeutin Katja Reeps den ersten Sieg unter seiner Regie.

Foto: Foto: Frederik Büll

Beide Oberliga-Mannschaften fahren Heimsiege ein. Für den neuen Frauentrainer Jens Molkow ist es der erste Erfolg mit seinem Team

Ellerbek.  Ingwert Ingwertsen lief nach dem 25:22 (15:11)-Heimsieg des Oberliga-Vorletzten TSV Ellerbek gegen SV Preußen Reinfeld freudestrahlend durch die Harbig-Halle. Als Trainer der Ellerbekerinnen war er zurückgetreten, hatte schon vor Saisonende seinem designierten Nachfolger Jens Molkow die Verantwortung übertragen. Nach der Partie lief Molkow, der im zweiten Spiel erstmalig gewann, auf seinen Vorgänger zu. Es gab eine herzliche Umarmung.

Die Ex-Spielerinnen bedachten Ingwertsen zudem beim letzten Heimspiel der Serie mit warmen Worten und einer Flasche Wein für seine Verdienste in dreijähriger Amtszeit als Co- und Cheftrainer. Molkow freute sich über zwei immens wichtige Punkte im Abstiegskampf, durch die der TSV zunächst den Abstiegsrang verlässt.

Kurz vor der Halbzeit setzte sich der stark verteidigende TSV von 11:8 auf bis zu fünf Tore ab. Nach der Pause war von der Souveränität wenig übrig; Reinfeld glich aus (17:17/40.). Die Partie drohte aufgrund nervöser Spielweise im Angriff zu kippen. „Ich habe damit gerechnet, dass es knapp werden könnte. Wichtig war, dass wir dann die Antwort gefunden haben und immer eine gute Körpersprache gezeigt haben“, sagte Molkow.

Die Torhüterinnen Lena Thürich (1. Hz) und Lina Kühne bekamen ebenso Lob wie das gesamte Team, „das tollen Kampfgeist geboten hat“, so Molkow. Im Rückraum imponierten ihm Marie Kranefuß, die vorher nur A-Jugend gespielt hat („Sie hat tolle Tore gemacht“), Maren Sicks, die nach einer OP sofort Verantwortung übernahm, sowie Top-Torwerferin Rebecca Holst. Ellerbek – ohne Urlauberin Julia Steinberg – stabilisierte sich, brachte einen Vier-Tore-Vorsprung (24:20/56.) über die Ziellinie. „Der Sieg gibt Auftrieb, wir haben es wieder selbst in der Hand“, sagte der 51-Jährige, dessen Team am Donnerstag bei der SG Todesfelde/Leezen (20.30 Uhr) antritt.

Neuer Vorletzter ist der TuS Esingen, der beim AMTV mit 17:34 (7:15) unterlag. „Mit der Niederlage war zu rechnen. Es wurde so deutlich, weil wir uns ein wenig aufgegeben haben. Nun müssen wir den Mund abputzen und weitermachen“, sagte Esingens Trainer Michael von Thun. Der will unbedingt gegen Konkurrent SG Bergedorf/VM
(27. April, 16 Uhr, KGST-Halle) gewinnen, um noch eine realistische Chance auf den Klassenerhalt zu sehen.

Neue Lebensgeister haben wie „ihre“ Frauen auch die Oberliga-Männer des TSV Ellerbek entdeckt. Nachdem es zuvor in zehn Partien seit Ende der Winterpause nur einen Sieg für das Team von Trainer Tobias Skerkagegeben hatte, holten sich die abstiegsgefährdeten Ellerbeker zu Hause ausgerechnet gegen den Tabellenvierten HSG Schülp/Westerrönfeld/Rendsburg mit dem hart umkämpften 22:21 (10:12) zwei eminent wichtige Punkte im Kampf um den Klassenerhalt. Dabei hat nicht viel gefehlt und die TSV-Männer hätten sich wie schon mehrfach in dieser Saison durch Fehler des verdienten Lohns ihrer Arbeit beraubt.

Rückblende. 22:21. Noch 39 Sekunden. Nach einer Auszeit wollen die Hausherren ihren letzten Angriff ausspielen, den Gästen keine Chance zum Angriff bieten. Und dann das. Der Ball fällt Vierfach-Torschütze Tim Blunck auf den Fuß. Ballverlust. Die HSG hat noch 20 Sekunden, passt den Ball schnell vor der Ellerbeker Abwehr hin und her. Dann ist wenig überraschend ihr bis dahin fünfmal erfolgreicher Rückraum­shooter Felix Stiller der Mann, der es richten und den Punkt für die Gäste retten soll.

Aber nicht mit Henry Wommelsdorf. Der TSV-Keeper hat erst in der Schlussphase als „Joker“ für den ebenfalls starken Jan Knieriem den Platz im Kasten eingenommen, ist vorher nur für Siebenmeter (eine Parade) eingewechselt worden. Wommelsdorf ahnt die richtige Ecke (für ihn unten links) und pariert den Wurf. Schluss. Jubel.

„Ich bin sehr froh, dass wir neben der erneut starken Abwehr nun auch endlich wieder einen fehlerarmen Angriff geboten haben“, sagte Tobias Skerka. Der Coach lobte alle im Team, freute sich aber besonders, dass Florian Pohl nach glückloser Anfangsphase weiterhin an sich glaubte und nach der Pause drei eminent wichtige Tore erzielte.

Der bereits als Absteiger feststehende TuS Esingen hat bei der SG WiFT mit 20:26 (10:15) verloren. Trainer Claas-Peter Schütt: „Wift hat sich mit einer soliden Leistung eine Führung herausgespielt und diese routiniert verwaltet. Wir sind nicht an unser Leistungsvermögen herangekommen und haben berechtigt verloren.“