Wedel

Fünf Bewerber wollen insolvente Kita übernehmen

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Spielzeug liegt in einem Sandkasten in einer Kindertagesstätte (Symbolbild).

Spielzeug liegt in einem Sandkasten in einer Kindertagesstätte (Symbolbild).

Foto: Monika Skolimowska / dpa

Trägerschaft für insolvente Wedeler Naturkita soll im April wechseln. Einrichtung war drei Tage wegen Krankheit geschlossen.

Wedel. Es gibt Hoffnung für den insolventen Naturkindergarten Wedel. Wie Insolvenzverwalterin Jennie Best auf Abendblatt-Anfrage bestätigt, gibt es fünf Interessenten für die Übernahme der Einrichtung mit 46 Kindern. Laut der Wunschvorstellung der Rechtsanwältin soll die Übergabe an den neuen Träger zum 1. April erfolgen. Aktuell war die Kita drei Tage lang geschlossen, weil zu viele Erzieher sich krank gemeldet hatten.

Insolvente Kita in Wedel bekommt neuen Träger

Am 19. Dezember stellten die beiden Vorstandsmitglieder Johanna Meier-Behrens und Christl Fabro einen Insolvenzantrag beim Amtsgericht Pinneberg. Davon betroffen ist der Trägerverein, der für den Betrieb des Naturkindergartens die Verantwortung trägt. Er ist erwiesenermaßen zahlungsunfähig. Bisher erfolgte die Finanzierung des Betriebs durch Elternbeiträge und Zuschüsse von Kommunen und dem Kreis Pinneberg.

Bis Ende Februar war die Agentur für Arbeit für die Gehälter der 15 Mitarbeiter eingesprungen. Seit dem 1. März ist das Insolvenzverfahren offiziell vom Amtsgericht eröffnet worden, sodass nun die Einrichtung wieder selbst für die Gehaltszahlungen aufkommen muss. Das ist aber offenbar möglich. Laut Auskunft Bests führe sie den Betrieb auch nach Verfahrenseröffnung uneingeschränkt weiter. Die Eltern der Kinder würden einmal im Monat während eines Elternabends über die Lage in Kenntnis gesetzt, aktuelle Entwicklungen würden sie per Internet erfahren.

Fünf Bewerber für insolventen Naturkindergarten

Ziel sei es, die Kita mit Krippen-, Elementar und Familiengruppen und dem Schwerpunkt auf Naturerlebnissen zu jeder Jahreszeit langfristig durch die Übertragung auf einen neuen Träger zu sanieren. „Die Suche nach einem neuen Träger verläuft vielversprechend“, so Best. Vier potenzielle Träger hätten ihr Interesse bekundet, die Einrichtung besichtigt und würden Verhandlungen mit der Stadt Wedel und dem Vermieter der Räume am Fährenkamp führen. Außerdem hätten sich mehrere Eltern sowie Erzieher zusammengetan, um sich über eine Vereinsgründung um die Trägerschaft zu bewerben.

Burkhard Springer, der zuständige Fachbereichsleiter der Stadt Wedel, bestätigt auf Anfrage Gespräche mit möglichen neuen Trägern. Die Bewerber seien aus Sicht der Stadt geeignet, den Betrieb fortzuführen. Die Stadt selbst werde keinesfalls als Betreiber in die Bresche springen, sei jedoch sehr stark am Fortbestand der Einrichtung interessiert. „Wir brauchen jeden Platz, können uns in diesem Bereich keine Verluste leisten.“

Wedeler Kita-Plätze sind Mangelware

Laut den aktuellen Zahlen fehlten in der Stadt derzeit 100 Krippenplätze und weitere 100 Plätze im Elementarbereich. Am Mittwochabend informierten der Fachbereichsleiter und die Verwaltungsleitung die Mitglieder des Ausschusses für Bildung, Kultur und Sport über die Kindertagesstättenentwicklungsplanung und die im Kita-Bereich geplanten Investitionen. Auch die Trägerschaft der Naturkita am Fährenkamp war Thema der Sitzung.

Nach Auskunft der Kreisverwaltung als zuständige Kita-Aufsicht soll die Einrichtung am heutigen Donnerstag wieder öffnen. Von Montag bis einschließlich Mittwoch sei eine Schließung notwendig geworden, weil aufgrund von zahlreichen Krankheitsfällen die Personalstärke nicht für eine Betreuung der Kinder ausgereicht hätte. Es hätten nicht einmal genügend Erzieher für eine Gruppe bereitgestanden. Eine Ersatzbetreuung sei nicht eingerichtet worden.

( kol )

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