Pinneberg

Grundschule Thesdorf: Pinneberg kann beim Neubau Geld sparen

Ratsherr Tafin Ahsbahs (Grüne & Unabhängige) hat seine Sparidee mit Hartnäckigkeit verfolgt.

Ratsherr Tafin Ahsbahs (Grüne & Unabhängige) hat seine Sparidee mit Hartnäckigkeit verfolgt.

Foto: Dirk Schönfeldt

Laut Grünen-Politiker bis zu 800.000 Euro Ersparnis bei Grundschule Thesdorf denkbar. Ratsversammlung muss entscheiden.

Pinneberg kann beim Neubau der Grundschule Thesdorf unter Umständen viel Geld sparen. Das hat der Ratsherr Tafin Ahsbahs von den Grünen & Unabhängigen herausgefunden. Seine Idee: Statt, wie vorgesehen, erst das Gebäude mit den Unterrichtsräumen und dann das mit der Aula zu bauen, könne im ersten Bauabschnitt der Rohbau beider Gebäude hochgezogen und im zweiten das Innere beider Baukörper fertiggestellt werden. Das kostet weniger. Ahsbahs: „Was ein Bauabschnitt ist, kann man individuell auslegen.“

Pinneberg kann beim Schulneubau sehr viel Geld sparen

Er spricht von einer Ersparnis von 500.000 bis 800.000 Euro – Geld, das für andere Projekte frei würde. Er weiß aber auch, dass eine Planungsänderung zum jetzigen Zeitpunkt zusätzliche Kosten verursacht, etwa dadurch, dass die Schüler länger in Containern untergebracht werden müssen. Ahsbahs: „Beweisen kann ich das noch nicht, aber es lohnt sich, der Frage nachzugehen, ob sich das am Ende auszahlt.“

Am Willen, dieser Frage nachzugehen, ist die Sache bisher offenbar gescheitert. Bereits in der Ratsversammlung im November hatte Ahsbahs, der selbst als Projektsteuerer in der Baubranche tätig ist, seine Idee vorgestellt, die Räte mit seinem Ergänzungsantrag aber noch nicht überzeugt. Stadtrat Stefan Bohlen hatte ihm damals entgegnet, dass seine Variante nicht förderfähig sei. Weil Ahsbahs das nicht glauben wollte, fragte er selbst beim Bildungsministerium in Kiel nach. Jetzt erhielt er von dort die Antwort, dass seine Variante förderfähig und damit machbar sei. Grüne & Unabhängige, SPD und CDU haben sich daraufhin kurzfristig am Freitag zusammengesetzt.

Drei wertvolle Monate sind seit dem Antrag verstrichen

Mit der aktuellen Rückendeckung aus Kiel hat Ahsbahs jetzt auch Unterstützung von Bürgermeisterin Urte Steinberg bekommen, die sich in dieser Sache für die zügige Einberufung einer Sonder-Ratsversammlung ausgesprochen hat, um darüber abzustimmen. Tagen soll das Gremium am 12. März, wofür es notwendig ist, dass mindestens die Hälfte der Ratsversammlung zu dem Termin erscheinen kann. Dies soll sich bis zum morgigen Dienstag, 3. März, klären.

Sonder-Ratsversammlung muss entscheiden

Seit die Ratsversammlung am 21. November beschlossen hatte, die Schule in zwei Bauabschnitten zu bauen, um drei Millionen Euro Fördergeld nicht zu verlieren, sind gut drei Monate verstrichen. Wertvolle Zeit, die nun möglicherweise so viel Geld kostet, dass sich die Variante, die Ahsbahs schon im November vorgeschlagen hatte, nicht mehr lohnt. Darüber ärgert sich auch Angela Traboldt, Fraktionsvorsitzende der SPD: „Ich frage mich, warum Stefan Bohlen nicht in Kiel nachgefragt hat. Wir verlassen uns auf die Verwaltung, dann ruft ein Ratsherr selbst in Kiel an mit diesem Ergebnis – das ist ein Unding!“

Die SPD-Frau hat Angst, dass inzwischen zu viel Zeit verstrichen ist. Dennoch sagt sie: „Ich finde den Vorschlag gut. Wenn es möglich ist und der Zeitplan noch eingehalten werden kann, sind wir für alles offen.“ Ähnlich sieht das Florian Kirsch, Fraktionsvorsitzender der CDU, der sich noch mit seiner Fraktion abstimmen muss: „Planungen zu ändern kostet Zeit und Geld. Aber wenn dabei herauskommt, dass wir vielleicht 700.000 Euro sparen können und die Schule zustimmt, spricht aus meiner Sicht nichts dagegen. Dafür brauchen wir aber die Zahlen.“

Grünen-Politiker Ahsbahs: Geldeinsparung ist möglich

Das ist dem grünen Ratsherrn bewusst: „Ich verspreche mir aber, dass dadurch 500.000 bis 800.000 Euro gespart werden können“, sagt Ahsbahs, der weiß, dass dadurch Folgekosten entstehen. Das Ingenieurbüro Vössing hat die Umsetzung des Thesdorfer Schul-Neubaues in zwei separaten Gebäudeteilen ermittelt und errechnet. Dabei kam es zu folgendem Ergebnis: „Für die Projektbeteiligten werden entsprechende Wiederholungsleistungen und Mehraufwände entstehen, wodurch sich die Projektkosten um circa mindestens 1,2 Millionen Euro erhöhen“, gegenzurechnen mit den drei Millionen Euro Fördergeld.

Wie genau kam Ahsbahs also auf die Idee, die Bauabschnitte anders zu definieren? „Ich habe mir die Förderrichtlinien der Investitionsbank Schleswig-Holstein, die das Bildungsministerium vorgegeben hat, sehr gründlich durchgelesen“, erklärt er. Das Wichtigste sei in diesem Punkt, dass der Bau im Förderzeitraum abgeschlossen sei und die drei Millionen Euro Fördergeld nicht verfielen. „Es steht aber nicht drin, dass ein Bauabschnitt ein fertiges Gebäude bedeuten muss.“