Kreis Pinneberg

Neuer Tunnel am Pinneberger Bahnhof bald fertig

Im alten Tunnel ist es eng geworden. Die Hälfte der Breite ist schon für die Versorgungsleitungen abgeteilt. Der Rest wird bald verfüllt.

Im alten Tunnel ist es eng geworden. Die Hälfte der Breite ist schon für die Versorgungsleitungen abgeteilt. Der Rest wird bald verfüllt.

Foto: Katja Engler

Beengte Tristesse soll eleganten Granitplatten weichen. Jetzige Unterführung nur noch für Versorgungsleitungen genutzt.

Pinneberg. Wer in der Nähe des Geländes der ehemaligen ILO-Motorenwerke wohnt, hat sich letztens öfter mal über ein heftiges Rummsen wundern müssen. Auch in den Nächten. Das kommt allerdings nicht aus dem künftigen Wohngebiet, in dem ja auch die Bagger unterwegs sind, sondern direkt vom daneben liegenden Bahnhof, an dem momentan intensiv auf den Bahnsteigen, aber auch unter den Gleisen gearbeitet wird.

Pinneberger Bahnhof: Tunnel am bald fertig

Nun hat die Deutsche Bahn angekündigt, dass zunächst nicht mehr mit Rammgeräuschen gerechnet werden müsse. Die lautstarken Gründungsarbeiten waren notwendig, um den Bau des neuen Bahnsteigdaches an den Gleisen 4 und 5 vorzubereiten. „Die Anwohner wurden über diese Arbeiten im Vorfeld informiert“, sagt eine Bahnsprecherin.

Ofenrohrdicke, schwarze Rohre mit innen liegenden Kabelbündeln werden aber noch immer im einzigen Fußgängertunnel unter den Gleisen bewegt und teilweise mit weißen Betonsteinen zugemauert. Zurzeit liegen die neuen Mauerabschnitte hinter einer martialischen Bewehrung aus Metall. Wer sich auf Zehenspitzen stellt, sieht, dass Bewehrungsstahl in die Seitenwände der Unterführung gebohrt worden ist. Auf der nunmehr halbierten Tunnelfläche drängen sich jetzt morgens und abends massenhaft Pendler, die zur Arbeit oder nach Hause wollen.

Unterführung für Versorgungsleitungen genutzt

Der vorhandene Tunnel, der die Gleise mit Quellental und Innenstadt-Zugang verbindet, wird zu einer sogenannte Gleisquerung umgebaut. Darin werden später die Versorgungsleitungen für die Telekommunikation und den Netzstrom sowie die Leitungen für die Bahnsteigentwässerung verlaufen, erklärt die Sprecherin der Deutschen Bahn. „Mit dem Strom und der Telekommunikation werden sowohl die Bahnsteige als auch die neue Personenunterführung versorgt. Daher kann die neue Unterführung erst in Betrieb genommen werden, wenn die Gleisquerung fertiggestellt ist“, so die Sprecherin.

Überraschend hatte während der Arbeiten auf einem der Bahnsteige ein Betonschalthaus verlegt werden müssen, in dem die gesamte Elektronik untergebracht ist. Ursprünglich sollten die Kabelarbeiten nur unter den Gleisen 3 und 4 vollführt werden, nun seien alle Gleise betroffen, was aber zu keiner zeitlichen Verzögerung führe. Sind diese Arbeiten abgeschlossen, wird der jetzige Tunnel halbseitig mit Beton verfüllt. Das werde dann voraussichtlich bis Ende April dauern, sagt die Bahn-Sprecherin.

Anthrazitfarbene Granitplatten statt Tristesse

Die brandneue Unterführung für Fußgänger wird einen eleganten Fußboden aus anthrazitfarbenen Granitplatten haben, farbiger Glasfaserbeton ist für die Wände vorgesehen, und die Aufzüge werden, wie es überall in den Stationen der Deutschen Bahn üblich ist, aus Glas und Stahl beschaffen sein. Und wer die Bahnsteige an den Gleisen betritt, wird künftig durch mehrere neue Wetterschutzhäuschen auch außerhalb der Überdachung besser vor Regen oder Sturm geschützt.

Aber es gibt noch mehr, worauf sich Pinnebergs Bürgerinnen und Bürger freuen können. Erst im September vergangenen Jahres hat die Ratsversammlung den Bau eines Fahrradparkhauses auf der Nordseite des Bahnhofs beschlossen. Wann das fertig wird, steht noch nicht fest. Schön und fertig ist dagegen der Busbahnhof, der allerdings wesentlich weiter vom Bahnhofsausgang entfernt ist als vorher, als der Weg nur einmal auf die andere Seite der Straße führte.

Denkmalgeschütztes Gebäude wird 2021 umgebaut

Jetzt drängeln sich zu den Hauptverkehrszeiten Massen von Menschen rennend Richtung Busbahnhof, um den ohnehin schon knapp kalkulierten Anschluss zu kriegen. Das ist momentan bei dem chronisch schlechten Wetter und der schlechten Sicht in der Dunkelheit noch gefährlicher als sonst, da die überwiegende Zahl der Menschen dann auf der Straße läuft.

Der Gehweg wurde aus Sicherheitsgründen fast vollständig verbarrikadiert, alte Menschen mit Rollatoren oder Eltern mit Kinderwagen mühen sich über das vielfach zerbrochene Pflastersteine und nicht abgeflachte Gehsteigkanten, ganz zu schweigen von den nach wie vor fehlenden Aufzügen zu den Gleisen. Aber damit soll es ja jetzt bald vorbei sein.

Neuer Service-Point soll gebaut werden

Vom kommenden Jahr an wird der schicke neue Service-Point gebaut und das denkmalgeschützte Gebäude saniert und umgebaut.

Wichtig ist der Deutschen Bahn und der Stadt Pinneberg, dass das gesamte Areal unter Einbeziehung verkehrsberuhigter Vorplätze eine sehr hohe Aufenthaltsqualität für Fußgänger und Fahrradfahrer bekommt. Auf der Südseite zum Quellental sind neue Wartezonen und Bauminseln mit Sitzmöglichkeiten geplant, auf der Nordseite am Fahlt sollen ein vergrößertes Bistro und weitere Restaurants entstehen.