Bauvorhaben

Bürger wollen Grünanlage statt Möbellager

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Neil Lange, Sprecher der Bürgerinitiative „Kein Gewerbegebiet am Hermann-Löns-Weg“, vor dem umstritten Rellinger Areal.

Neil Lange, Sprecher der Bürgerinitiative „Kein Gewerbegebiet am Hermann-Löns-Weg“, vor dem umstritten Rellinger Areal.

Foto: Thomas Pöhlsen

Ergebnisse eines Bürgervotums werden vorgestellt. Die Bürgerinitiative wird Vorschläge der Bewohner diskutieren.

Rellingen. Nach dem Scheitern der Möbellagerpläne an der Rellinger Kellerstraße und dem Hermann-Löns-Weg werden heute die Ergebnisse eines Bürgervotums vorgestellt, das im Anschluss an die geplatzten Planungen organisiert wurde. Die Bürgerinitiative „Kein Gewerbegebiet am HLW“ wird die Vorschläge der Bewohner im Gemeindehaus erörtern und diskutieren lassen. Kurz gefasst wünschen sich die Einwohner an dieser Stelle des Ortes wenig überraschend maßvoll angesiedeltes Gewerbe, bestenfalls viel Grün und etwas Wohnungsbau.

Bekanntlich geht es um den sogenannten Bebauungsplan 72, der eigentlich vorsah, ein großes Möbellager auf der Freifläche zu errichten. Doch der Widerstand bei Menschen aus Rellingen und Krupunder war so groß, dass die Politik diese Idee verwarf. Der immense öffentliche Druck veranlasste CDU, SPD und Grüne, beim Bebauungsplan zumindest ein Stück zurückzurudern.

Die CDU wich dabei aber nicht vom grundsätzlichen Plan ab, das Gebiet zu entwickeln. Zuletzt hieß es: „Wir favorisieren nach wie vor die Gewerbeansiedlung auf dieser Fläche, allerdings in mehreren kleinteiligeren Einheiten mit aufgelockerter Bebauung, möglichst verkehrsarm und mit trennenden Grünzonen.“

Große Mehrheit ist gegen Großgewerbe und Industrie

Das war im Oktober 2019. In der Zwischenzeit hat die Bürgerinitiative die Bewohner gefragt, was sie sich auf der Fläche wünschen, und zwar kategorisiert nach optimal, kompromissfähig und inakzeptabel. 199 Menschen haben laut BI teilgenommen, insgesamt gab es 142 schriftliche Rückmeldungen. Herausgekommen sind im Hinblick auf das Kriterium „optimale Lebensqualität“, dass sich 134 Rückmeldungen eine Grünanlage wünschen, 125 Meldungen wollen ein Ärztehaus, 76 Menschen wünschen sich Kita oder Jugendtreff.

Kompromissfähig sind laut Befragung aber auch Kleingewerbe und Läden (85 Nennungen) sowie maßvolle Wohnbebauung (49 Stimmen). Auf keinen Fall soll sich „Großgewerbe“ oder „Industrie“ (145 Stimmen) ansiedeln. Ebenso furchtbar wäre für Anwohner, wenn sich der Auto- und Schwerlastverkehr nochmals intensivieren würde (61 Meldungen).

Die Befragung der unmittelbaren Anwohner wurde von der Bürgerinitiative mit dem Ziel organisiert, die Wünsche der Anwohner bei der geplanten Entwicklung des Baugebietes zu erfahren. Die nun vorgelegten Vorstellungen sollen nach der heutigen Präsentation auch der Politik zugehen und dann beim nächsten Treffen des Runden Tischs am 23. Januar im Rathaus Rellingen diskutiert werden.

Heute wird die Auswertung der Bürgerbefragung von 18.30 Uhr an im Gemeindehaus am Hermann-Löns-Weg 62 vorgestellt.

( nib )

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