Pinneberg
Bauplanung in Wedel

Noch höher: Sparkassen-Haus bietet mehr sozialen Wohnraum

Die überarbeitete Visualisierung des Siegerentwurfs für das geplante Gebäude der Stadtsparkasse an der Doppeleiche.

Die überarbeitete Visualisierung des Siegerentwurfs für das geplante Gebäude der Stadtsparkasse an der Doppeleiche.

Foto: Fusi & Ammann Architekten

Der Unmut über einen geplanten Kreisverkehr bleibt groß. Ein überarbeiteter Entwurf stößt auf mehr Zustimmung.

Wedel. Der geplante Neubau der Stadtsparkasse an der Kreuzung Ecke Bahnhofstraße/Bei der Doppeleiche in Wedel soll noch größer werden. Der überarbeitete Entwurf des Projekts ist am Dienstagabend bei der Sitzung des Wedeler Planungsausschusses vorgestellt worden.

Der Entwurf des Hamburger Architekturbüros Fusi & Ammann Architekten war als Gewinner aus einem Architektenwettbewerb hervorgegangen, den die Stadtsparkasse mit einer breiten Bürgerbeteiligung kombiniert hatte. Nun wurden die Empfehlungen der Fachjury in den Siegerentwurf eingearbeitet.

Mehr Wohnungen und Gewerbeflächen als geplant

Das grundsätzliche Konzept des Wettbewerbsentwurfs sei dabei gleich geblieben, betonte Architekt Paolo Fusi bei der Präsentation. In der Überarbeitung wurde das Grundvolumen des Areals jedoch leicht nach außen verlagert. Unter anderem wurde dafür der nach Osten zeigende Gebäudeteil verlängert. Im östlichen und nördlichen Teil soll zudem an jeweils einer Eckseite eine leichte Aufstockung des Gebäudes von einem auf zwei Geschosse erfolgen. Vom zweiten Obergeschoss an aufwärts ist der Entwurf gleich geblieben. Mit den vorgesehenen Änderungen ist die Bruttogrundfläche des geplanten Neubaus insgesamt um rund 700 Quadratmeter gestiegen.

Durch die Vergrößerung des Areals hat sich die Anzahl der geplanten Wohnungen von 30 auf 31 erhöht. Im südlichen Bereich wird es zusätzliche Gewerbeflächen geben. „Dadurch können die Randstraßen belebt werden“, so Architekt Fusi. Die Erweiterung des Grundstücks um Zukäufe ermögliche zudem eine größere Tiefgarage.

Sozialer Wohnraum auf 30 Prozent der Nettowohnfläche

In der Politik stößt das überarbeitete Konzept auf breite Zustimmung. Für die Grünen sei es jedoch besonders wichtig, dass mit der Vergrößerung des Gebäudes prozentual auch der Anteil an sozialem Wohnraum steigt, so der Fraktionsvorsitzende Olaf Wuttke. Sparkassen-Vorstand Marc Cybulski gibt diesbezüglich Entwarnung: „Wenn die Fläche größer wird, dann werden wir auch den vorgesehenen sozial geförderten Wohnraum von 30 Prozent der Nettowohnfläche einhalten.“ Der Linken-Fraktion ist das nicht genug. „Wir wollen mindestens 50 Prozent sozial geförderten Wohnraum", sagt Pawel Jürgens-Grimm.

Auf die Frage, ob schon Gewerbemieter ausgewählt wurden, sagt Sparkassen-Vorstand Cybulski: „Es gibt erste Interessenten.“ Und betont: „Es wird kein H&M und kein C&A geben.“ Zurzeit befinde man sich noch in einer freien Gestaltungsphase. „Wir haben ein gutes Verständnis von der Bahnhofstraße und wissen, dass der Bedarf an Textildiscountern und Apotheken gedeckt ist“, so Cybulski.

Überarbeiteter Bauplan: Parteien gegen Kreisverkehr

Für fraktionsübergreifenden Unmut sorgt jedoch der von der Verwaltung favorisierte Umbau der Kreuzung in einen Kreisverkehr. „Der Verkehrsfluss an dieser Kreuzung schreit nicht nach einem Kreisverkehr“, sagt der FDP-Fraktionsvize Martin Schumacher. Und auch Jörg Keller von der CDU meint: „Der Kreisverkehr erübrigt sich auf jeden Fall.“ Auch die Linken-Fraktion und die Grünen fordern, dass von der Idee des Kreisverkehrs Abstand genommen wird.

Da es bei den Neubauplänen der Stadtsparkasse in erster Linie um das Gebäude geht, hat Bauamtsleiterin Gisela Sinz daher veranlasst, dass der Kreisverkehr in künftigen Darstellungen nicht mehr aufgeführt wird. Den Änderungen im Bebauungsplan stimmte der Planungsausschuss schließlich mit einer Gegenstimme zu. Die Verwaltung geht nun davon aus, dass die Änderung des Bebauungsplans spätestens nach der Sommerpause beschlossen werden könne. Die Bauzeit schätzt der zuständige Architekt Paolo Fusi auf 15 bis 18 Monate.

Das Siegerprojekt im Vergleich mit den Mitbewerbern

Der Neubau an dem für die Stadt bedeutenden Standort auf dem Areal der ehemaligen Sparkassenfiliale ist das erste Bauprojekt der Stadtsparkasse. Ihm wird eine große Bedeutung für die städtebauliche Entwicklung Wedels beigemessen.

Obwohl acht Geschosse geplant sind, gilt das Gebäude nicht als Hochhaus im rechtlichen Sinne. Dafür müsste der Fußboden des obersten Stockwerks, also dort, wo die Feuerwehrdrehleiter maximal anlegen kann, bei 22 Metern liegen – der Entwurf des Hamburger Architektenpaares liegt knapp darunter. Der Siegerentwurf ist dennoch das höchste Gebäude des Wettbewerbs, die anderen drei waren aber voluminöser.