Pinneberg
Kreis Pinneberg

Gelbe Tonne: Wer eine kleine will, muss sie kaufen

Grauer Korpus, gelber Deckel: Genau so und nicht anders muss eine Gelbe Tonne im Kreis Pinneberg aussehen.

Grauer Korpus, gelber Deckel: Genau so und nicht anders muss eine Gelbe Tonne im Kreis Pinneberg aussehen.

Foto: GaB / GAB

Entsorger reagiert auf Protest gegen große Gefäße. Welche Kriterien privat gekaufte Mülleimer erfüllen müssen, was sie kosten.

Kreis Pinneberg.  Also doch: Nach andauernden Protesten vieler Grundstückseigentümer kann jeder, der es möchte, eine kleinere Gelbe Tonne besitzen – kleiner als jenes 240-Liter-Gefäß, das der Abfallentsorger GAB von Januar an ausliefert und das vielen Bürgern schlicht zu groß ist. Die Sache hat aber einen Haken: Wer eine kleine Tonne möchte, muss sie selbst kaufen. Aber nicht irgendeine!

Die privat beschafften Abfalltonnen in der Größe von 120 Litern müssen zwingend bestimmte Voraussetzungen erfüllen, erklärt Herbert Schultze, zuständig für die Hausmüllentsorgung bei der GAB. Und zwar müssten dieses Abfallbehältnisse grau sein und einen gelben Deckel haben, also praktisch genauso aussehen wie die ab Januar ausgelieferten 240-Liter-Tonnen. Zudem müssten die Tonnen die DIN-Vorschrift EN-840 erfüllen, damit sie dem heute gültigen Standard bei der Entleerung der Abfalltonnen entsprechen, so Schultze weiter. Diese Rechtsvorschrift gilt für fahrbare Abfall- und Wertstoffbehälter und ist EU-weit gültig.

Wer eine solche der Norm entsprechende graue Mülltonne mit gelbem Deckel und 120 Litern Fassungsvermögen besitzt, könne sie dann online bei der Anmeldung für die Gelbe Tonne (www.gab-umweltservice.de) registrieren lassen, und schon würde sie dann wie alle anderen Tonnen auch spätestens ab April 2020 zweiwöchentlich entleert. „Wir sagen dann nicht: Du hast eine private Tonne, also entleeren wir sie nicht“, erklärt Schultze.

Rund 52.000 Haushalte haben schon die große Tonne bestellt

Denn allein in Tornesch seien bereits gut 2000 Mülltonnen, allerdings in der Größe von 240 Litern, durch den vorherigen Modellversuch als Wertstofftonne im Umlauf. Wichtig seien nur die DIN-Norm und die vorherige Registrierung bei der Anmeldung im vierten Schritt nach Angabe als Grundeigentümer, Kassenzeichen und Anschrift. „Wir propagieren das aber nicht und fordern die Bürger auch nicht dazu auf, sich selbst eine Tonne zu kaufen“, sagt Schultze. Er schätzt den Preis einer privat zu beschaffenden Tonne auf etwa 45 Euro. Im Internet ist eine Variante des Anbieters Sulo zu finden, die 61,90 Euro kosten soll bei Lieferung frei Haus.

Bislang hätten sich von den angeschriebenen rund 80.000 Grundstückseigentümern 52.000 für die Gelbe Tonne in der Größe von 240 Litern – beziehungsweise 1100 Litern bei Mehrfamilienhäusern – angemeldet, sagt Schultze. Bis jetzt etwa 1000 Bürger, darunter vermutlich auch die vielen Leserbriefschreiber an das Hamburger Abendblatt, wünschten sich eine kleinere Mülltonne für den Verpackungsabfall. Die Selbstkaufvariante wäre also eine Lösung dieses Dilemmas.

4000 kleine Tonnen könnte es kostenlos geben

Zudem wird sich – wie berichtet – die GAB beim zuständigen Entsorger Duales System Deutschland dafür einsetzen, dass bis zu fünf Prozent der Haushalte, also etwa 4000, von der 240-Liter-Tonne abweichen dürften. Doch das sei noch nicht geklärt, betont Schultze. Wer sich bis zum 15. Dezember für die Gelbe Tonne anmeldet, werde bis Ende März eine erhalten und sofort in den Abfuhrplan eingearbeitet. Nach Weihnachten werde die GAB auf ihrer Homepage die genauen Auslieferungstermine mitteilen, wobei der Kreis Pinneberg in drei Regionen aufteilt werden soll.

Auch von politischer Seite kommt jetzt Unterstützung für alle, die eine kleinere Tonne möchten. So will die SPD-Fraktion für die Kreistagssitzung am 11. Dezember eine Resolution oder sogar einen Antrag zu diesem Thema stellen. Tenor soll sein, dass den Bürgern auch kleinere Gefäße als die 240-Liter-Tonnen zur Verfügung gestellt werden sollten, kündigt der Abgeordnete Helmuth Jahnke an. „Wir greifen die Bedenken der Bürger auf.“ Außerdem sei es auch aus umweltpolitischen Gesichtspunkten sinnvoll, kleinere Mülltonnen zu haben und dadurch weniger Abfälle zu produzieren.

Auch die Fraktion Die Linke hatte bereits angekündigt, den Bürgern den Kreis Pinneberg die Wahlfreiheit lassen zu wollen, ob sie eine 120- oder 240-Liter-Tonne für die Verpackungsabfälle haben möchten.