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Gelbe Tonne für alle – Was Sie jetzt wissen sollten

GAB-Chef Jens Ohde zeigt, wie belastbar eine gelbe Tonne ist.

GAB-Chef Jens Ohde zeigt, wie belastbar eine gelbe Tonne ist.

Foto: Burkhard Fuchs

Neues Sammelgefäß für Plastikmüll kommt Anfang 2020. Das Hamburger Abendblatt beantwortet die wichtigsten Fragen für Verbraucher.

Kreis Pinneberg.  Der gelbe Sack hat bald ausgedient im Kreis Pinneberg. Vom nächsten Jahr an soll der Verpackungsmüll kreisweit nur noch in 240 Liter großen Gelben Tonnen entsorgt werden. Das kündigten am Montag der amtierende Landrat Manfred Kannenbäumer und Jens Ohde an, dessen Gesellschaft für Abfallbehandlung (GAB-Umweltservice) für die Entsorgung der Leichtverpackungen zuständig ist. „Wir sparen so kreisweit 15 Millionen Plastiksäcke ein.“ Das seien für jeden Haushalt rund 130 Säcke im Jahr oder etwa vier je Abholungstermin alle zwei Wochen. Was Verbraucher im Kreis Pinneberg jetzt wissen müssen:

Wann und wie bestelle ich die Tonne?

Bestellt werden können die gelben Tonnen von sofort an auf der Homepage des GAB-Umweltservices unter der Adresse www.gab-umweltservice.de/gelbe-tonne. Wer bis zum 15. Dezember bestellt, bekommt sie in den ersten drei Monaten des kommenden Jahres ausgeliefert. Dafür muss der Kunde nicht vor Ort sein. Die Tonne wird direkt aufs Grundstück gestellt. Jede Tonne wird mit ihrer genauen Adresse gekennzeichnet sein.

Wer darf überhaupt bestellen?

Um eine gelbe Tonne bestellen zu können, muss der Kunde selbst Eigentümer des betreffenden Grundstücks sein. Mieter in Mehrfamilienhäusern können also keine Tonne bekommen, sondern nur deren Vermieter. Das ist also anders als beim gelben Sack, den sich auch die Mieter für ihre Mülltrennung zu Hause besorgen konnten. Darum muss der Abfallkunde bei der Bestellung der gelben Tonne das Kassenzeichen seines Abfallgebührenbescheides mit angeben. Sonst wird keine Tonne an ihn ausgeliefert.

Wie ist es in Mehrfamilienhäusern?

Einen Anspruch auf eine Gelbe Tonne hat kein Mieter. Das ist Sache seines Vermieters. Meist werden in Mehrfamilienhäusern große Container für den Verpackungsmüll aufgestellt, die bis zu 1,1 Kubikmeter fassen. Mieter müssen also künftig ihre Plastikabfälle in irgendeinem selbst gewählten Behältnis aus ihrer Wohnung zu den gelben Tonnen/Containern im Keller oder draußen vor ihrem Mietshaus transportieren.

Wie groß ist die Gelbe Tonne?

Die Gelben Tonnen werden nur in einer Größe ausgeliefert, nämlich mit einem Volumen von 240 Litern. Kleinere Behältnisse in der Größe einer Restmülltonne von 120 Litern wird es nicht geben. Nachbarn könnten sich aber absprechen und für zwei Haushalte zum Beispiel eine gemeinsame oder für weitere Grundstücke mehrere gemeinsame Tonnen bestellen, erklärt GAB-Chef Jens Ohde.

Wann beginnt die Entleerung?

Die Entleerung der Gelben Tonne beginnt, sobald sie beim Kunden ausgeliefert ist. Das soll kreisweit für alle bis zum 15. Dezember bestellten Tonnen im ersten Vierteljahr 2020 der Fall sein.

Wer kommt zuerst dran?

Das steht noch nicht fest und ist abhängig von der Zahl der Bestellungen. Die GAB hat mit der Abwicklung und Auslieferung der Tonnen eine Firma beauftragt, die selbst entscheiden könne, in welche Orte sie die Tonnen zuerst ausliefere und wie anschließend die Tourenpläne für die Entleerung erstellt werden.

Werden gelbe Säcke abgeschafft?

Ja. Von 1. April 2020 wird es im Kreis Pinneberg keine gelben Säcke mehr geben. Darauf wird aber auch in allen 40 Ausgabestellen in den nächsten Wochen ausdrücklich hingewiesen. Wer also bis dahin über keine gelbe Tonne verfügt, muss künftig seinen Verpackungsmüll über die Restmülltonne entsorgen.

Wie viele Tonnen wird es geben?

Die GAB geht davon aus, dass alle 80.000 Gebührenzahler eine Gelbe Tonne wollen. Ohde: „Wir haben jedenfalls so viele Kunststofftonnen bestellt.“

Was kostet die Gelbe Tonne?

Für die Gebührenzahler ist die Umstellung auf die Gelbe Tonne kostenlos. Indirekt wird sie vom Verbraucher beim Kauf eines verpackten Artikels über das Duale System Deutschland finanziert, das mit der Einsammlung der Leichtverpackungen solche Gesellschaften wie die GAB im Kreis Pinneberg beauftragt hat.

Was sind die Mehrkosten?

Die Entsorgung der gelben Säcke hat kreisweit bislang etwa 1,5 Millionen Euro im Jahr gekostet. Mit der Gelben Tonne werden es künftig etwa 2,4 Millionen Euro sein, die die GAB dem DSD für die Gesamtmenge von rund 10.000 Tonnen im Jahr in Rechnung stellt, so Ohde.

Wie sieht die Ökobilanz aus?

15 Millionen gelbe Säcke à 11,7 Gramm machen 176 Tonnen im Jahr aus. Somit sind die neun Kilogramm schweren Tonnen nach sieben Jahren im Vergleich zu den Säcken klimaneutral. Und sie halten mindestens 20 Jahre, sagt Ohde.