Pinneberg
Hemdingen/Uetersen

Aufforstung: Schüler pflanzen bedrohte Bäume

Initiator Gerd Janssen mit Sandra Redmann (links) und Julia Voß von der Stiftung Naturschutz.

Initiator Gerd Janssen mit Sandra Redmann (links) und Julia Voß von der Stiftung Naturschutz.

Foto: Burkhard Fuchs

Gymnasiasten aus Uetersen setzen Wildäpfel und Flatterulmen in der Bilsbekniederung. Seit 2002 schon mehr als 30.000 Bäume gepflanzt.

Hemdingen/Uetersen. Diese Baumpflanzaktion ist wohl landesweit einmalig. Zum 18. Mal haben am Dienstag Schüler des Ludwig-Meyn-Gymnasiums aus Uetersen Bäume gepflanzt. Diesmal waren es 25 Wildäpfel und 100 Flatterulmen, beides bedrohte Baumarten, die an der Bilsbekniederung in Hemdingen nun zu einem ganzen Wald heranwachsen sollen.

Insgesamt habe seine ehemalige Schule jetzt seit 2002 rund 33.000 Bäume vorwiegend entlang der Krückau angepflanzt, sagt der Initiator und pensionierte Deutschlehrer Gerd Janssen. Daraus sei schon jetzt ein Auenwald von fast 30 Hektar Größe entstanden.

Im aktuellen Fall war es die zehnte Klasse von Lehrerin Susan Jendrsczok, die sich mit Spaten, Gießkannen und vereinten Kräften an der Bilsbek zu schaffen machte. An der Krückau sei kein Platz mehr gewesen, erklärte Organisator Janssen. Darum sei dieses Mal eine Fläche in Hemdingen für die Baumpflanzaktion ausgewählt worden, die der Stiftung Naturschutz gehöre.

„So eine Aktion ist einfach nur super, weil sie die Jugend an die Umwelt heranführt“, freute sich Walter Hemmerling, Geschäftsführer der Stiftung. Er packte ebenso wie die Stiftungsvorsitzende und Landtagsabgeordnete Sandra Redmann mit an. „Das ist für alle Schüler ein Erlebnis, das sie in ihrem Leben wohl nie vergessen werden.“

Die neuen Gewächse sind so etwas wie Handaufzuchten

Eine Einschätzung, die Leonie Lübbe und Milan Marx, zwei 15-Jährige Schüler, bestätigten: „Wir tun hier etwas für die Umwelt und den Klimaschutz und es macht sehr viel Spaß.“

Initiator Janssen nimmt das Projekt so ernst, dass er es zu einem persönlichen Artenschutzprogramm erklärt hat. So handelte es sich bei den Bäumen um die beiden einzigen hierzulande bedrohten Baumarten. Ein Teil der Bäume entstamme dem Saatgut der bereits vor mehr als zehn Jahren an der Krückau angepflanzten Bäume.

Und den Wildapfel habe er selbst aufwendig zurecht gezüchtet, sodass es sich tatsächlich um eine reine Wildpflanze handele, die es so nicht einmal mehr im Gartenfachbetrieb zu kaufen gebe. Denn auch dort habe der Kulturapfelbaum bereits wesentliches Erbgut des der Wildform beeinflusst. „Für mich ist dies eine Art Rettungsprogramm für den Wildapfel“, sagt der pensionierte Lehrer.

Für die Schule sei es wiederum nicht nur theoretischer, sondern gelebter „Arten- und Klimaschutz“, betont Biologielehrerin Jendrsczok. „Im Laufe seiner Schulzeit pflanzt jeder Schüler des LMG einen Baum.“