Kreis Pinneberg

Feiertage: Ein Hoch auf die Reformation

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Thomas Pöhlsen

Foto: Holger Hollemann / dpa

Zwei große Konzerte und zahlreiche Festgottesdienste sind am 31. Oktober geplant. Der ist in diesem Jahr zum ersten Mal ein Feiertag.

Kreis Pinneberg.  Diese Premiere wollen die Protestanten ausgiebig feiern. Am Mittwoch, 31. Oktober, wird zum ersten Mal in Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Hamburg dem Anschlag der 95 Thesen von Martin Luther an die Schlosskirche in Wittenberg mit einem regelmäßigen staatlichen Feiertag gedacht. 501 Jahre nach dem geschichtsträchtigen Datum wird der Reformationstag begangen – und das natürlich auch im Kreis Pinneberg.

Der zentrale Festgottesdienst für den Kirchenkreis Rantzau-Münsterdorf beginnt in der St.-Nikolai-Kirche Elmshorn um 10 Uhr mit dem stellvertretenden Propst Torsten Becker. Zu den großen Festveranstaltungen gehört zudem der gemeinsame Gottesdienst der Pinneberger Christus- und Luther-Gemeinde von 11 Uhr an in der Lutherkirche, Kirchhofsweg. Zudem stellt die Künstlerin Mouna Ramcke Bilder zum Thema Bewahrung der Schöpfung aus. Auch an der Basis wird das Datum ausgiebig begangen. Fast alle Kirchengemeinden haben einen Reformations-Gottesdienst im Veranstaltungskalender.

Luther betonte immer wieder die Bedeutung der Musik

Im Kreis Pinneberg gibt es zudem mehrere Veranstaltungen von überregionaler Bedeutung, bei denen Musik im Mittelpunkt steht. Schließlich betonte Luther immer wieder die Bedeutung der Musik. Der Reformator übte sich im Gesang und Lautenspiel, dichtete und komponierte.

Mit den beiden größten Veranstaltungen im Kreisgebiet machen sich die Evangelisch-Lutherischen allerdings gegenseitig Konkurrenz. Nur gut einen Steinwurf voneinander entfernt sind die Haseldorfer St.-Gabriel-Kirche und das Moorreger Infozentrum der Gemeinschaftsschule Am Himmelsbarg. In die Aula der Gemeinschaftsschule lockt ein Festival der Chöre, während in der Haseldorfer Kirche ein ebenfalls hörenswertes Konzert mit Werken von Dietrich Buxtehude erklingen wird.

„Schade“, findet der Haseldorfer Kantor Jörg Dehmel die Dublette. „Da kann man nichts machen“, sagt die Moorreger Pastorin Maria von Bar, zuständig unter anderem für die Kirchenmusik. Und so müssen sich Interessierte also entscheiden.

Das Festival der Chöre soll die Vielfalt der Kirchenmusik in den Gemeinden von Marsch und Geest zeigen. Von 17 Uhr an treten Voice & Spirit (gemeinsamer Gospelchor der Gemeinden St. Michael Moorrege-Heist und der St.-Johannes-Gemeinde Appen), die Appener ChorKids, die CrossVoices der Kreuzkirche Pinneberg-Waldenau, der Projektchor Seester, die Moorreger Kirchenband Raku und die Kantorei Haselau auf. In der Pause gibt es Kürbissuppe á la Käthe Luther und Festivalbier. Zum Abschluss treten alle Gruppen gemeinsam auf.

Ein Abend mit Neu-Vertonungen von Luther-Werken

Eine Stunde früher, um 16 Uhr, beginnt das Haseldorfer Konzert unter dem Titel „Das Beste am Norden: unsere Musik“ in der ältesten Kirche des Kreises Pinneberg. „Im Norddeutschland des 17. Jahrhunderts entwickelte sich innerhalb kurzer Zeit quasi aus dem Nichts heraus eine hochinteressante Musiklandschaft, die Norddeutsche Orgelschule“, erklärt der Haseldorfer Kantor Dehmel. Als deren „krönenden Abschluss“ bezeichnet er den Lübecker Marienorganist Dietrich Buxtehude. Es treten auf: Sängerin Kerrin Brinkmann, ein Ensemble mit historischen Instrumenten und Dehmel, Leitung und Orgel.

Herausragend aus der Liste der Festgottesdienste in den Gemeinden ist zudem ein Abend mit Neu-Vertonungen von Luther-Werken in der Bugenhagenkirche in Klein Nordende. „Frische und Ideenreichtum“ attestiert Kantorin Isolde Kittel-Zerer diesen Werken. Sie leitet nicht den musikalischen Teil und spielt Cembalo. Mitglieder des auf Alte Musik spezialisierten Ensemble Schirokko sowie Studierende der Musikhochschule Hamburg treten auf. Die Predigt hält Pastor Lars Därmann.

„Das Beste am Norden: unsere Musik“, 16 Uhr, in der St.-Gabriel-Kirche Haseldorf, Marktplatz 1 a, Eintritt: 10 Euro;
Festival der Chöre, 17 Uhr, Infozentrum Moorrege, Kirchenstraße 30, Spende erbeten; Festgottesdienste: 18 Uhr, Klein Nordende, Wasserstraße 1; 11 Uhr, Pinneberg, Kirchhofsweg

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