Pinneberg
Schenefeld

Ein Stück gelebte Städtepartnerschaft

Die Schenefelder und der Luninezer Vize-Bürgermeister (l.) im Steinbruch

Die Schenefelder und der Luninezer Vize-Bürgermeister (l.) im Steinbruch

Foto: Arne Kolarczyk

Eine Delegation aus Schenefeld um Bürgermeisterin Christiane Küchenhof besucht Luninez und eine deutsch-weißrussische Gedenkstätte.

Schenefeld.  Es war die vierte Dienstreise nach Luninez für Christiane Küchenhof in ihrer bisher 13-jährigen Amtszeit als Bürgermeisterin von Schenefeld. „Das zeigt, dass die Partnerschaft gelebt wird“, so die Verwaltungschefin. 2001 hatte die Stadt offizielle Bande mit der 24.000-Einwohner-Stadt in Weißrussland geknüpft, nachdem 1992 erste Kontakte durch private Hilfstransporte Schenefelder Bürger entstanden waren.

„Der Hilfsgedanke steht nicht mehr im Mittelpunkt, es ist eine Partnerschaft auf Augenhöhe geworden“, so der Büroleitende Beamte Melf Kayser, der die Bürgermeisterin ebenso wie Bürgervorsteherin Gudrun Bichowski (SPD) und Vertreter weiterer Fraktionen begleitete. Auch die Schenefelderin Tatjana Fischer, die aus Luninez stammt, fuhr als Dolmetscherin mit in ihre Geburtsstadt.

Die Reise startete mit einer Panne. Weil die Delegation aufgrund einer Flugverspätung den Anschlussflug nach Minsk verpasste, musste sie eine Nacht in Genf verbringen. Zum Stadtfest in Luninez, wo Küchenhof eine Rede hielt und am Ehrenmal Blumen niederlegte, kamen die Schenefelder jedoch pünktlich. Auch eine Feierstunde mit dem Magistrat der Stadt, während der Geschenke ausgetauscht und weitere Reden gehalten wurden, stand auf dem Programm. Die Schenefelder hatten Zeit für eine Stadtrundfahrt, bei der sie das Museum, die neue Eissporthalle und das vor einigen Jahren eröffnete Schwimmbad, eine Kirche, ein Rehazentrum sowie mehrere Industriebetriebe besichtigten.

Michael Behrens (Grüne), als Erster Stadtrat Stellvertreter Küchenhofs, und seine Fraktionskollegen Manfred Pfitzner (BFB) und Holger Lilischkis (CDU) waren zum ersten Mal in der Partnerstadt – und sehr angetan. „Das ist eine offene, saubere und sehr junge Stadt“, hat Pfitzner beobachtet. Lilischkis und Behrens loben die Freundlichkeit der Einheimischen – und ihre überragende Gastfreundschaft.

Zu Beginn des dreitägigen Besuchs hatten die Schenefelder in der weißrussischen Hauptstadt Minsk eine deutsch-weißrussische Gedenkstätte besucht, die Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier erst im Juni eingeweiht hatte. „Wir waren nach dem Bundespräsidenten die zweite offizielle deutsche Delegation vor Ort“, erzählt Küchenhof. Die Gedenkstätte auf dem Gebiet eines ehemaligen Vernichtungslagers der Nationalsozialisten sei „sehr beeindruckend“ gewesen, so Küchenhof.