Pinneberg
Volksfest

Der Wedeler Ochsenmarkt verändert sein Gesicht

Ganz ohne Tiere geht es nicht: Kaufmann Volker Klein bringt seine Galloway-Rinder mit

Ganz ohne Tiere geht es nicht: Kaufmann Volker Klein bringt seine Galloway-Rinder mit

Foto: Heike Roth

Auch dieses Jahr fällt der Viehauftrieb in Wedel aus. Stattdessen gibt es auf dem Festplatz ein mittelalterliches Treiben zu sehen.

Wedel.  Das ist ein Déjà-vu-Erlebnis: „Auch in diesem Jahr ist wegen des grassierenden Rinder-Herpes’ und der dadurch greifenden hohen hygienischen Auflagen kein Viehauftrieb möglich“, sagt Wedels Marktmeister Holger Franck. Die Rede ist vom Ochsenmarkt, den die Rolandstadt am kommenden Wochenende feiert. Wieder Herpes, wieder keine Ochsen, zum zweiten Mal in Folge nach dem vergangenen Jahr. Als hätten es die Verantwortlichen geahnt: Schon vor der Absage des traditionsreichen Viehhandels haben sie sich auf dieses Szenario eingestellt und die Veranstaltung um einen Programmpunkt erweitert – das Mittelalterfest zu Wedel.

Mit dabei sein werden viele Akteure vom wackeren Handwerker über die behände Gauklerin bis hin zum kühnen Schwertkämpfer. Gerade für Familien werde es viele Aktivitäten zum Staunen und Mitmachen geben, versprechen die Organisatoren. „Wir wollen mit dem Mittelaltermarkt auch die historische Dimension des Wedeler Ochsenmarktes herausstellen“, sagt Organisatorin Claudia Reinhard vom Verein Wedel Marketing. „Immerhin reichen die Anfänge dieses Marktes bis in das ausgehende Mittelalter zurück. Durch die vielen Akteure, Handwerkerstände und Darbietungen können Besucher ein ganz lebendiges Bild davon bekommen, wie es zu den Zeiten, als skandinavische Viehzüchter ihre Ochsen noch zum Verkauf nach Wedel trieben, zugegangen sein mag.“

Mittelaltermarkt lockte schon vor Weihnachten Besucher an

Zwei Faktoren hätten den Ausschlag gegeben, das bisherige Konzept zu erweitern. „Auf dem Wedeler Weihnachtsmarkt am Roland haben sich die mittelalterlichen Handwerker schnell zu einem echten Besuchermagneten entwickelt. Die Leidenschaft, mit der diese Enthusiasten die mittelalterliche Kultur am Leben halten, beeindruckt viele Besucher. Das wollten wir auf den Ochsenmarkt übertragen“, sagt Christian Sinn von der mitorganisierenden Event-Agentur elbmenschen. Zum anderen hätten die Erfahrungen des vergangenen Jahres gezeigt, dass der traditionelle Viehauftrieb zum Ochsenmarkt ein beliebtes und belebendes Element des Marktes sei. „Als eben dieser Viehauftrieb durch tiermedizinische Vorschriften nicht stattfinden konnte, fehlte dem Wedeler Markt plötzlich kurzfristig eine Hauptattraktion.“

Rinder wird es trotzdem zu sehen geben, da auch in diesem Jahr der Wedeler Kaufmann Volker Klein seine Galloway-Rinder präsentieren wird. Claudia Reinhard sagt: „Wir sind überzeugt davon, dass das Mittelalterfest nicht nur über das geringere Vieh-Aufkommen auf dem Markt hinwegtrösten, sondern sogar ganz neue Besuchergruppen anlocken und auch den Stammgästen noch einmal ein ganz neues Besuchserlebnis bescheren wird.“

Vom 27. bis 29. April werden auch Freunde aus der französischen Partnerstadt Caudry in der Rolandstadt zu Gast sein und dabei dem Frühjahrs- und Ochsenmarktes einen Besuch abstatten.

Das Programm:

Fr 27.4. abends Eröffnung des Jahrmarktes auf dem Festplatz an der Schulauer Straße; Sa 28.4, ab 10 Uhr im Festzelt Ochsenmarktfrühstück mit Bürgermeister Niels Schmidt, Auftritt der Trachten- und Volkstanzgruppe im Schleswig-Holsteinischen Heimatbund und des Spitzedorf-Schulauer Männergesangvereins, Kleintierausstellung und Ausstellung von Oldtimer-Traktoren; auf dem Festplatz Eröffnung des Mittelalter-marktes; Jahrmarkt; Sa 28.4., 20 Uhr Rocknacht mit der Band Selfish, Einlass ab 18 Uhr; So 29.4., ab 10 Uhr Jahrmarkt und Mittelaltermarkt; 13–18 Uhr verkaufsoffener Sonntag; Mo 30.4., ab 10 Uhr Jahrmarkt; 20 Uhr Tanz in den Mai mit der Band EVER’SO im Festzelt; Di 1.5., 11 Uhr Zug mit dem Maibaum zum Marktplatz am Roland.