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Kreis Pinneberg

Geologen prüfen den Boden unter Quickborn

Foto: HA

Die Salzstruktur unter der Eulenstadt steht erneut im Fokus der Wissenschaftler. Diesmal bohren sie sogar Löcher in den Untergrund.

Quickborn.  In Quickborn, auf Salz gebaut, gehen Experten einmal mehr der Frage, wie es unter der Erdoberfläche aussehen mag. Dazu kommen wieder Mitarbeiter des Geologischen Dienstes im Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR) in die Stadt. Doch anders als im Sommer vergangenen Jahres und zuletzt in diesem Frühsommer ist es mit seismischen Untersuchungen nicht getan. Seinerzeit hatten die Geophysiker mit einem sogenannten elektrodynamischen Vibrator-System die Erde etwas zum Beben gebracht und anhand der Ausschläge auf ihren Messgeräten Rückschlüsse gezogen. Nun bohren sie Löcher in die Erde.

„Mittels der Bohrergebnisse sollen in Verbindung mit den schon erfolgten geophysikalischen Untersuchungen verschiedene Fragestellungen zum Aufbau des Hutgesteins der Salzstruktur und zur Verteilung der löslichen Gesteine in Bezug zur Erdfallthematik geklärt werden“, heißt es dazu in einer Erklärung aus dem Quickborner Rathaus.

Geplant sind drei Löcher, jedes zu bohren wird zwischen zwei Wochen und einem Monat dauern. Los geht’s schon am heutigen Mittwoch am Ziegenweg. Dort werden sich die Wissenschaftler voraussichtlich bis zum 17. August aufhalten. Danach nehmen sie sich den Parkplatz des Elsensee-Gymnasiums am Heidkampsweg vor, dort soll der Einsatz laut Zeitplan vom 20. bis zum 31. August andauern. Schließlich steht noch eine Bohrung auf dem Parkplatz der Kleingartenanlage an der Renzeler Straße auf dem Programm, deren Beginn auf Anfang September terminiert ist. An diesem Ort sollen sich die Arbeiten bis in den Oktober hinein erstrecken. Die Termine sind allerdings nur grobe Anhaltspunkte. Seitens der Stadtverwaltung heißt es: „Da der Bohrfortschritt abhängig von den jeweiligen geologischen Bedingungen ist, können Abweichungen vom Zeitplan nicht ausgeschlossen werden.“

Das Ganze geschieht vor dem Hintergrund, dass Quickborn auf einer Salzstruktur liegt, die sich in Richtung Süden bis weit nach Hamburg hinein erstreckt. Das Dach dieser Salzstruktur ist teilweise weniger als 30 Meter unter der Oberfläche und kann sowohl aus lösungsfähigem Anhydrit oder Gips als auch aus nicht lösungsfähigen Tonen bestehen. Ist im Dachbereich lösungsfähiges Gestein enthalten, kann es zu kleinräumigen Bodensenkungen oder Erdfällen führen, wie es zum Beispiel im Juni 2010 in der Marienhöhe geschehen ist.