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Bei der Sparkasse vergeben Azubis Kredite

Auszubildende übernehmen die Quickborner Filiale der Sparkasse Südholstein

Auszubildende übernehmen die Quickborner Filiale der Sparkasse Südholstein

Foto: Burkhard Fuchs

In der Quickborner Filiale hat vom 16. bis 27. Juli ausschließlich der Nachwuchs das Sagen. Das soll die soziale Kompetenz stärken.

Quickborn.  Die Quickborner Kunden der Sparkasse Südholstein werden sich in der nächsten Woche wundern, wenn sie die Filiale in der Kieler Straße 100 betreten. Denn sie werden dort kein bekanntes Gesicht sehen. Mit Ausnahme des Filialleiters Fabian Starr sind alle elf Kundenberater im Urlaub. Dafür werden dort zehn Auszubildende arbeiten, die aber ebenso umfassend und kompetent beraten und bedienen sollen, wie es die Kunden gewohnt sind. So die Vorgabe.

Zwei Wochen lang übernehmen die Auszubildenden die Quickborner Geschäftsstelle. Einzige Ausnahme: das Wertpapiergeschäft. Selbst die Filialleitung muss Starr in diesen zehn Tagen aus der Hand geben. Das Auszubildenden-Team hat Janik Lange (22) in diese Funktion gewählt.

„Wir wollen unseren Auszubildenden auf diese Weise mehr Praxiserfahrung bieten“, begründet Sparkassen-Vorstand Eduard Schlett diese Aktion, die 2015 erstmals in einer Filiale im Kreis Segeberg ausprobiert worden ist. Damals sei er noch skeptisch gewesen, ob die jungen Leute die ganze Verantwortung allein tragen können. „Aber sie haben mich positiv überrascht und erheblich besser agiert, als ich erwartet hatte“, gibt Schlett zu.

Filialleiter geht mit Selbstbewusstsein ans Werk

Was die Zufriedenheit der Kunden und das Ergebnis des Produktvertriebs angehe, habe der Nachwuchs den älteren Kollegen in keiner Weise nachgestanden. „Wir sind überzeugt davon, dass dies der richtige Weg ist“, sagt Schlett.

Die jungen Mitarbeiter brennen bereits für ihre neue Aufgabe, auf die sie in verschiedenen Seminaren vorbereitet worden sind. „Wir wollen jetzt durchstarten und sind überzeugt, dass wir es mit Bravour meistern werden“, sagt Interims-Filialleiter Lange selbstbewusst. „Wir wollen die Kunden mit Freundlichkeit und Kompetenz gewinnen und sie in allen Fragen vom Girokonto über die Altersvorsorge bis zur Kreditvergabe genauso kompetent bedienen, wie sie es gewohnt sind“, erklärt sein Interims-Stellvertreter Harder. „Wir haben richtig Bock drauf, die Filiale jetzt selbstständig allein zu führen“, gibt die Auszubildende Sina Festerling ihre Stimmungslage preis.

Vor allem gehe es der Sparkasse darum, die angehenden Bankkaufleute in sozialer Kompetenz zu schulen, erklärt Vorstand Schlett. Wie sie sich gegenüber den Kunden präsentieren, sich im besten Falle in deren Wünsche hineinversetzen und wie sie sich als Team entwickeln, das solle hier geübt werden. „Wir meinen es ernst damit, die Verantwortung zu übertragen“, betont Schlett. Darum würden die jungen Leute auch alle Entscheidungen allein treffen, bis hin zur Kreditvergabe. Das Wertpapiergeschäft sei nur deshalb ausgenommen, weil es die gesetzliche Vorgabe gebe, dass ausschließlich fertig ausgebildete Kräfte beraten dürfen.

Vorab hat das junge Sparkassenteam telefonisch Kontakt zu etlichen Kunden aufgenommen und ihnen den Sprung ins kalte Wasser angekündigt, berichtet Interims-Chef Lange. 40 Gesprächstermine seien schon vereinbart. Janik Lange verspricht: „Die Kunden sollen, was den Service angeht, keinen Unterschied merken.“