Pinneberg
Wedel

Schadstoffe am Elbstrand? Kreis schaltet das Land ein

Der Wedeler Strand wird untersucht

Der Wedeler Strand wird untersucht

Foto: Sabine Gerlach-Jänisch / HA

Experten vom Landesamtes für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume sollen den Sand auf Schadstoffe untersuchen.

Wedel.  Ist der Elbstrand in Wedel schadstoffbelastet und, falls ja, wie stark? Um dieser Frage nachzugehen, will die Kreisverwaltung das Land mit ins Boot holen. „Jetzt sollen die Experten vom Landesamtes für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume sich mit dem Thema beschäftigen“, sagt Oliver Carstens, der Sprecher der Kreisverwaltung. Die Stadt Wedel hatte die Kreisverwaltung kürzlich über Bodenuntersuchungen auf mögliche Altlasten im Elbstrand informiert.

Das Umweltamt des Kreises war nach der Sichtung der von der Stadt zur Verfügung gestellten Unterlagen zu dem Schluss gekommen, die Meinung der LLUR-Experten einzuholen. „Es handelt sich bei dem Elbstrand um eine spezielle Fläche, weil dort Ebbe und Flut regelmäßig einschwingen“, sagt Kreissprecher Carstens. Die Umweltexperten beim Kreis hielten ihre Kollegen im Landesamt für am besten geeignet, die Sachlage zu analysieren.

Im Gespräch mit Vertretern des Landesamtes wollen Mitarbeiter der Kreisverwaltung auch klären, ob auf weitere möglicherweise giftige Substanzen geachtet werden muss. Ursprünglich sollte nur nach PCB, Dioxinen, DDT sowie giftigen Schwermetallen gesucht werden. Die Untersuchungen gehen auf einen Antrag der Grünen zurück, den sie Anfang März gestellt hatten. Sie treibt die Sorge um, dass durch den Abtrag von bis zu zwei Metern Sand am Elbstrand nun Giftstoffe an die Oberfläche gelangen könnten, die in der Industrieproduktion der ehemaligen CSSR und der DDR angefallen waren. Mit den Abwässern sind die Giftstoffe in die Elbe geleitet worden und könnten sich auch am Wedeler Elbstrand abgesetzt haben. Die Grünen sehen ein mögliches Gesundheitsrisiko. Baden ist am Strand verboten, doch spielen im Sand oft Kinder und laufen Spaziergänger barfuß.

Wie sinnvoll eine erste Untersuchung war, die die Stadt im Frühjahr in Auftrag gegeben hatte, darüber waren sich Stadtverwaltung und Grüne nicht einig. Als Konsequenz gab eine politische Mehrheit eine zweite, weitergehende Untersuchung in Auftrag. Informiert wurde der Kreis, weil die Stadtverwaltung wissen wollte, wie sie gegebenenfalls mit negativen Ergebnissen der Untersuchung umgehen solle.

„Das Gespräch mit dem Landesamt wird Mitte Juli stattfinden, danach wird der Kreis zeitnah die Stadt informieren“, sagt Oliver Carstens. „Für uns ist das nur hilfreich, wenn die anstehenden Fragen so geklärt werden können“, kommentiert Wedels Pressesprecher Sven Kamin die Entscheidung des Kreises.