Kreis Pinneberg

Zahl der Unfälle 2017 erneut leicht gestiegen

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Alexander Sulanke
Symbolbild

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Foto: Michael Arning / HA

Sechs Verkehrstote: Drei von ihnen waren Fahrradfahrer, einer Fußgänger. Immer mehr Senioren verursachen Zusammenstöße.

Kreis Pinneberg.  7563 Verkehrsunfälle auf den Straßen – Autobahnen ausgenommen – im Kreis Pinneberg: Das ist die Bilanz der Polizei, die am Donnerstag ihren Verkehrssicherheitsbericht vorgestellt hat, für das Jahr 2017. Unterm Strich entspricht das einer Zunahme um 2,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr und markiert ein Allzeithoch. Allerdings hat auch die Zahl der zugelassenen Fahrzeuge einen Höchststand erreicht. Mit 209.431 zum Ende des vergangenen Jahres liegt sie um 1,7 Prozent höher 2016.

Als „sehr erfreulich“ bewertet die auch für den Kreis Pinneberg zuständige Polizeidirektion Bad Segeberg, dass 2017 mit sechs Personen vergleichsweise wenige Verkehrstote zu beklagen waren – auch in der Langzeitbetrachtung. 2016 waren es zehn gewesen, 2011 sogar 17. Weniger Verkehrstote hatte es in den zurückliegenden zehn Jahren lediglich 2014 (vier) und 2011 (fünf) gegeben.

Auffällig dabei ist, dass vier der sechs im Jahr 2017 auf den Straßen im Kreis Getöteten keine Autofahrer waren. Drei waren mit einem Fahrrad beziehungsweise Elektrorad unterwegs, ein Opfer war Fußgänger. Und: In drei dieser Fälle waren Lastwagenfahrer in die Zusammenstöße verwickelt. So wurde am 28. April auf dem Baumschulweg in Rellingen eine 79-Jährige von einem anfahrenden Lkw erfasst, als sie auf ihrem Rad gerade eine Einmündung passierte; sie starb tags darauf. Am 13. November übersah ein Müllwagenfahrer eine 89 Jahre alte Fußgängerin vor einem Altenheim an der Töpferstraße in Uetersen; auch sie erlag eine Woche nach dem Unfall ihren Verletzungen. Und ein Radfahrer (35) geriet am 20. November ebenfalls in Uetersen an der Jahnstraße unter die Räder eines abbiegenden Lastwagens.

In Elmshorn stießen zwei Radfahrer zusammen

Beim Zusammenstoß zweier Radfahrer, 17 und 80 Jahre alt, am Ramskamp in Elmshorn am 26. September wurde der Ältere der beiden so schwer verletzt, dass er knapp einen Monat später starb.

Bei den beiden anderen Unfällen mit tödlichem Ausgang – am 14. März in Brande-Hörnerkirchen und am 13. April in Raa-Besenbek waren jeweils zwei Autos beteiligt – hat die Polizei im zwei betagte Autofahrer, 93 und 83 Jahre alt, als die Schuldigen ausgemacht.

Diese sechs Fälle taugen geradezu als Spiegelbild der Statistik. So markiert 2017 im langjährigen Vergleich die höchste Zahl sowohl verunglückter Radfahrer (546) als auch an Unfällen beteiligter Fußgänger (140). Und: Senioren – laut Definition der Polizei Menschen von mindestens 65 Jahren – sind 357-mal als Verursacher eines Unfalls in Erscheinung getreten. Das ist ebenfalls der höchste Wert seit Jahren. Junge Fahrer im Alter von 18 bis 25 tauchen dagegen nur 263-mal als Verursacher in der Statistik auf. Das ist ein vergleichsweise niedriger Wert. 2015 zum Beispiel sind es 292 gewesen.

Hauptgründe für Unfälle sind laut Polizei die Missachtung der Vorfahrt und Fehler beim Abbiegen, Wenden und Rückwärtsfahren, mitunter mit begünstigt durch zu schnelles Fahren. „Daneben gibt es eine Vielzahl von Unfällen, deren Ursache im Bereich der Ablenkung des Verkehrsteilnehmers liegt“, sagt der Leitende Polizeidirektor Andreas Görs, Chef der Polizeidirektion Bad Segeberg. In den von seinen Mitarbeitern verfassten Berichten fänden sich dann häufig Formulierungen wie „aus ungeklärter Ursache“. Görs: „Wer mit offenen Augen am Straßenverkehr teilnimmt, wird hier auch die Nutzung von Mobiltelefonen als mögliche Ursache ausmachen.“ 2017 leitete die Polizei deswegen im Direktionsbereich 2770 Ordnungswidrigkeitenverfahren ein, die Kontrollen sollen in Zukunft noch ausgeweitet werden.

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