Schenefeld

Tunnel für LSE kostet zehn Millionen Euro

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Arne Kolarczyk
Mathias Schmitz (Grüne) ist Vorsitzender des Stadtentwicklungsausschusses. Hier steht er auf der Luninez-Brücke über der LSE, die Schenefeld in zwei Teile trennt

Mathias Schmitz (Grüne) ist Vorsitzender des Stadtentwicklungsausschusses. Hier steht er auf der Luninez-Brücke über der LSE, die Schenefeld in zwei Teile trennt

Foto: Arne Kolarczyk / HA

Die andere Variante, ein Trog, wäre sogar noch knapp eine Million Euro teurer. Schenefelder Politiker entscheiden am 22. Februar.

Schenefeld.  Jetzt haben es die Schenefelder Politiker schwarz auf weiß: Die Untertunnelung der LSE im Ortskern würde zehn Millionen Euro kosten, die Fahrbahn in einem Trog tieferzulegen sogar noch 900.000 Euro mehr. Das liegt daran, dass noch mehr Versorgungsleitungen verlegt werden müssten. Hinzu kommen Ablösekosten für die künftige bauliche Unterhaltung von 2,6 Millionen Euro (Tunnel) beziehungsweise drei Millionen Euro für den Trog.

Diese Zahlen legte Donnerstagabend Verkehrsplaner Falk Derendorf (Dänekamp & Partner) vor. Er hat von der Stadt den Auftrag, in einem Verkehrsentwicklungskonzept mögliche Varianten einer Umgestaltung der LSE im Zentrum zu untersuchen, um im Rahmen der Stadtkernentwicklung die trennende Wirkung der vierspurigen Straße zu minimieren.

Bereits in einer vorigen Sitzung stellte der Experte zwei weitere, weniger kostenintensive Varianten vor. Eine sieht einen durch Bäume begrünten Mittelstreifen vor, der auf 1,26 Kilometern Länge bis zum Schenefelder Platz durchgezogen werden soll. Die Kosten für diese Lösung inklusive neuer Geh- und Radwege schätzt Derendorf auf 3,7 Millionen Euro. Eine Alternative auf einer Ausbaulänge von 1,45 Kilometern wäre, die Busspuren in die Fahrbahnmitte zu verlegen und den normalen Verkehr einspurig auf beiden Außenseiten zu führen. Die Umbaukosten würden 3,9 Millionen Euro betragen, hinzu kämen 500.000 Euro Ablöse. Diese Variante hat die Politik nahezu ausgeschlossen.

Politik will Ende Februar die LSE-Frage beantworten

Blieben Tunnel oder Trog. Für beide Varianten gibt der Experte die Ausbaulänge mit 500 Meter an. Sie haben den Charme, dass die Trennung zwischen Rathausvorplatz und Stadtzentrum überwunden werden könnte. Dagegen sprechen die immensen Kosten und der hohe Flächenverbrauch. Um Industriestraße und Osterbrooksweg in den Tunnel oder den Trog einzubinden, müssten ohrenförmige Zu- und Abfahrten konstruiert werden, wodurch tote Flächen ohne sinnvolle Nutzung entstünden.

Weil die LSE Landesstraße ist, muss die Stadt mit dem Land als Straßenbaulastträger über die gewünschten Umbauten verhandeln. Im Falle, dass sich die Politik für Tunnel oder Trog entscheidet, gilt es als ausgeschlossen, dass das Land sich an den Kosten beteiligt. Die Stadt müsste diese also allein stemmen, was angesichts der Haushaltssituation und der anstehenden Millionen-Projekte wie die Sanierung des Schulzentrums nur wenig realistisch erscheint.

Eine Entscheidung wollen die Politiker am 22. Februar treffen. Die Zeit drängt, denn nach Ostern will die Stadt den städtebaulichen Wettbewerb für die Erneuerung des Stadtkerns starten. Dafür muss die Frage, wie künftig die LSE aussehen soll, geklärt sein.

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