Pinneberg
Kreis Pinneberg

In Schenefeld wird jetzt bei Rot geblitzt

Achtung Nachrüstung: Dieser Laserblitzer an der LSE in Schenefeld kann seit Jahresbeginn auch Rotlichtverstöße in Fahrtrichtung Pinneberg ahnden

Achtung Nachrüstung: Dieser Laserblitzer an der LSE in Schenefeld kann seit Jahresbeginn auch Rotlichtverstöße in Fahrtrichtung Pinneberg ahnden

Foto: Arne Kolarczyk / HA

Die nachgerüstete Anlage am Stadtzentrum ist kreisweit die erste ihrer Art. 408 Fahrverbote wurden 2017 gegen Raser verhängt.

Kreis Pinneberg.  Seit Beginn des neuen Jahres gibt es in Schenefeld für Autofahrer die rote Karte – wenn sie das Rotlicht der Fußgängerampel an der LSE auf Höhe des Stadtzentrums missachten. Mit einiger Verspätung ist der erste Rotlichtblitzer im Kreis Pinneberg an den Start gegangen. „Seit Aktivierung hat es zwei geahndete Rotlichtverstöße gegeben“, sagt Kreissprecher Oliver Carstens.

Der Rotlichtblitzer, der eigentlich schon im April 2017 startbereit sein sollte, ist ein neuer Baustein im Überwachungskonzept des Kreises, der viel Geld in neue Technik investiert. 40.000 Euro flossen in die Erweiterung der 2012 errichteten Anlage an der LSE, wo beidseitig mittels modernster Lasertechnik der Verkehr überwacht wird. Dort werden jetzt Rotlichtsünder geblitzt, die in Richtung Pinneberg unterwegs sind. Hier ist die Fahrbahn zweispurig, und kurze Zeit später folgt das Ortsausgangsschild, sodass viele Autofahrer aufs Gas treten und auch mal bei Dunkelgelb oder Rot über die Fußgängerampel brausen.

Intern rechnete der Kreis mit bis zu fünf Rotlichtverstößen pro Woche. Das hat sich bisher nicht bewahrheitet. Bestätigt hat sich dagegen der Nutzen einer weiteren Neuanschaffung: 123.500 Euro hat der Kreis in eine neue mobile Blitzeranlage investiert, die im Dezember den 2008 angeschafften Vorgänger ersetzte. „Die Qualität der Fotos hat sich deutlich verbessert“, so Carstens weiter.

Die neue Messanlage könne im Gegensatz zum Vorgängermodell kabellos eingesetzt werden, sodass zusätzliche Messorte möglich werden. Sie laufe acht Stunden im Dauerbetrieb ohne Akkuwechsel, könne schneller in Betrieb genommen werden und sei deutlich kleiner und damit für Autofahrer schlechter zu entdecken. Das dazugehörige, im Preis inkludierte Fahrzeug wird laut Carstens kommende Woche einsatzbereit sein. Im Einsatz sind bereits zwei neue Blitzer für die sechs „Starenkästen“, die in Heede, Bokholt-Hanredder, Borstel-Hohenraden, Bilsen, Rellingen und Heidgraben stehen. Die Kosten für die Umstellung auf Digitaltechnik betragen 106.969 Euro. 88 Fahrverbote, die von der Bußgeldstelle des Kreises 2017 erlassen wurden, gehen auf die Fotos der sogenannten ortsfesten Anlagen zurück. Allein 46 dieser Fälle stammen aus Bilsen, 25 aus Schenefeld.

203 Fahrverbote resultieren aus dem Einsatz der mobilen Blitzanlage, aufgrund der Laserspistole verloren 117 Autofahrer auf Zeit ihren Führerschein. Bei der Geschwindig­keits­überwachung kümmert sich der Kreis nur um die Bußgeldfälle, also um die schwerwiegenden Verstöße. Bearbeitet wurden 2017 insgesamt 12.578 Fälle – 849 weniger als im Jahr 2016.

408 Fahrverbote wurden von den Mitarbeitern der Bußgeldstelle im Jahr 2017 gegen Raser verhängt, das sind 73 mehr als noch im Vorjahr. Dazu trug der Einsatz der Laserpistole bei, die auf der A 23 vielen Autofahrern zum Verhängnis wurde.

Spitzenreiter war ein Autofahrer, der in Ellerbek mit Tempo 112 erwischt wurde, also 62 Kilometer pro Stunde zu schnell durch den Ort raste. Er muss jetzt drei Monate zu Fuß gehen, erhält zwei Punkte in Flensburg und eine Rekordgeldbuße in Höhe von 1400 Euro, die sich aus diversen früheren Verkehrsverstößen und dem Vorsatz der Tat ergibt.

Die Bußgeldstelle verhängte 2017 insgesamt 696 Fahrverbote, der Rest bezieht sich auf Vergehen wegen Alkohol, Drogen, Vorfahrtsmissachtung oder Drängelns.

Der Kreis erzielte 2017 Einnahmen von 702.410.05 Euro – 218.303,68 Euro mehr als im Jahr zuvor. Das liegt an den verstärkten Messungen mit der Laserpistole. Hinzu kommen 231.762,12 Euro für Gebühren und Auslagen (2016: 184.063,91 Euro). Der Kreis kooperiert seit 2005 mit der Polizei in einem Projekt zur Tempoüberwachung, in dem Polizisten mit Angestellten des Kreises kooperieren.