Pinneberg
Kreis Pinneberg

Kindergärten als Klimaretter ausgezeichnet

Die Organisatoren, Förderer und Leiterinnen der 14 Kindertagesstätten, die ausgezeichnet wurden

Die Organisatoren, Förderer und Leiterinnen der 14 Kindertagesstätten, die ausgezeichnet wurden

Foto: Burkhard Fuchs

Aufruf von Umweltstiftung und Fachdienst Umwelt zu nachhaltigen Projekten. 14 Kitas – neun aus dem kreis Pinneberg – wurden geehrt.

Kreis Pinneberg.  Bereits zum vierten Mal haben der Fachdienst Umwelt der Kreisverwaltung und die Umweltstiftung „Save our Future“ aus Hamburg die Kindertagesstätten in der Region dazu aufgerufen, eigene Umwelt- und Klimaschutzprojekte zu initiieren. 14 Kitas, die 1500 Kinder betreuen, sind am Dienstag in der Pinneberger Landdrostei für ihre Arbeit mit der Plakette „Kita 21 - die Klimaretter“ ausgezeichnet worden. Der Kreis Pinneberg stellte allein neun Preisträger.

Das Engagement der jungen Klimaretter stellte Anja Vratny vom Umweltamt im Einzelnen vor. Da bastelte die DRK-Kita in Heist eine Müllkette, trennte den Abfall in seine Bestandteile und gestaltete Stofftaschen, die sie unter dem Motto: „Gib Plastik keine Chance“ vor einem Supermarkt verkaufte. Die Kita an der Turmstraße in Pinneberg entwickelte Spiele, Rätsel und Experimente rund um die Themen Wetter, Klima, Wasser, Windkraft und Solarenergie. Das Johanniter-Haus Kleine Wilde in Quickborn stellte die Ernährung um und fing an, im Garten zu gärtnern, wo jetzt Obst für Marmelade angebaut wird. Die Kita Hedwig-Kreuzfeldt-Weg in Elmshorn bastelte mit den Reststoffen aus Abfall und beschäftigte sich mit Recyclingprodukten.

Die Kita Spatzennest in Wedel untersuchte Wasser und wie dieses Lebensmittel geschont werden könnte. Heute trinken die Kinder dort eher Leitungswasser als Mineralwasser aus Flaschen. Das Kinderhaus Moorrege versuchte die Frage zu klären, wie Kunststoffmüll reduziert werden könnte und entwickelten dazu Ideen, wie Lebensmittel ohne unnötige Kunststoffe besser verpackt werden könnten. Die DRK-Kita Hetlingen beschäftigte sich mit dem Wasserkreislauf und wie Trinkwasser geschont werden sollte. Der Zukunftskindergarten Kölln-Reisiek untersuchte die Komposthaufen in der Nachbarschaft und nahm den Biomüll unter die Lupe. Und die DRK-Kita in Rellingen-Egenbüttel befasste sich mit den kulturellen Unterschieden und Lebensweisen der Menschen in jenen fünf Herkunftsländern, aus denen die Kinder kommen.

Darüber hinaus besuchten mehrere Kitas die Gesellschaft für Abfallbehandlung in Tornesch und ließen sich dort die Sortierung der gelben Säcke in 14 einzelne Kunststoffbestandteile erklären, wie GAB-Chef Jens Ohde berichtete. Die GAB unterstützte dieses Projekt ebenso wie der Abwasserzweckverband mit dem Klärwerk in Hetlingen.

All das seien „vorbildliche Projekte“, lobt die Staatssekretärin Ingrid Nestle aus dem Kieler Umweltministerium. Es sei wichtig, heute so früh wie möglich mit der Erziehung zum klimafreundlichen Verhalten zu beginnen. „Denn wir sind die erste Generation, die den Klimawandel zu spüren bekommt und gleichzeitig die letzte, die etwas dagegen unternehmen kann“, zitierte Nestle eine Aussage von US-Präsident Obama.

Ihren Kindern versuche sie ein nachhaltiges Verhalten auf spielerische Art beizubringen, verriet die Staatssekretärin. Für die Jungs seien alle schnellen Autos „Hot-Wheels“ und damit automatisch „cool“. Aber Elektroautos seien noch schneller, erzählt sie ihnen dann. Und der ICE sei sogar noch schneller unterwegs als jedes Auto, weshalb ihre Kinder inzwischen auch sehr gern mit dieser Bahn fahren. „Es ist super, wenn wir gemeinsam mit den Kindern nach Wegen suchen, wie unsere Welt heil bleibt.“ Die Aktiv-Region Marsch und Geest, die das Kita-Projekt unterstützte, werde künftig Umweltprojekte an Schulen fördern, kündigte Amtsvorsteher Walter Rißler an.