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Elmshorn

Klimaprojekte profitieren von Sonderförderung

Markus Pietrucha, Kita-Leiterin Monika Bötticher (M.) und Heilpädagogin Susanne Harden in der DRK-Kindertagesstätte Turnstraße

Markus Pietrucha, Kita-Leiterin Monika Bötticher (M.) und Heilpädagogin Susanne Harden in der DRK-Kindertagesstätte Turnstraße

Foto: Anne Dewitz / HA

Klimaschutzfonds der Stadt Elmshorn und zehn Umlandgemeinden schütten zum 20-jährigen Bestehen zusätzlich 21.000 Euro aus.

Elmshorn.  Abwechselnd treten die Kinder in die Pedale. Das kleine Fahrrad ist an einen Generator angeschlossen – und der liefert den Strom für eine Bohrmaschine. Die Kinder merken schnell, dass sie ganz schön viel Energie aufwenden müssen, um ein kleines Loch zu bohren. Wenn sie dann auch noch daraus schlussfolgern, elektrische Geräte auszuschalten, wenn sie nicht in Gebrauch sind, werden aus Kindern Klimaschützer. Ein Ziel, das die Stadt Elmshorn mit ihrem Klimaschutzfonds finanziell fördert.

„Zum 20-jährigen Bestehen hat der Klimaschutzbeirat eine Sonderförderung ausgerufen und unterstützt einmalig besondere Projekte im Klimaschutz“, sagt Markus Pietrucha, Klimaschutzmanager der Stadt Elmshorn. Insgesamt werden sieben Projekte mit einer Gesamtsumme von rund 21.000 Euro gefördert. Auch die DRK-Kindertagesstätte Turnstraße profitiert und konnte für 3500 Euro Präsenzmelder einbauen und eine „Lernwerkstatt Klimaschutz“ mit Spielzeug zum Thema Energie einrichten. Die Kinder erfahren spielerisch, was Wetter und Klima bedeuten und wie Energie erlebbar gemacht werden kann. „Wir sind von dem Thema Klimaschutz jetzt alle angefixt“, sagt Kita-Leiterin Monika Bötticher. Als erste Kita haben sie sich am Stadtradeln beteiligt, bauen als Mülldetektive Komposthaufen und thematisieren im Morgenkreis Umweltthemen.

Der Klimaschutzfonds fördert seit 1996 Projekte und Maßnahmen zur erneuerbaren Energieerzeugung, rationellen Energienutzung und Einsparung von Energie. Bürger, Vereine, Organisationen aus Elmshorn und zehn teilnehmenden Umlandgemeinden können eine Förderung für ihre innovative Klimaschutzidee erhalten. Bisher konnten 463 Maßnahmen mit einer Gesamtsumme von rund 500.000 Euro gefördert und Investitionen in den Umweltschutz von insgesamt neun Millionen Euro angeregt werden. „Damit werden rund 1000 Tonnen Kohlendioxid pro Jahr vermieden“, so Markus Pietrucha.

Ein Schwerpunkt der Sonderförderung liegt auf Bildungsprojekten. Die Beiratsmitglieder und Gemeinden haben Verantwortliche angesprochen und Klimaschutzprojekte gesammelt. Neben der Kita Turnweg werden auch das kreisweite Projekt „Aqua-Agenten“, der FCSV Fortuna (Frauen lernen Fahrrad fahren), zwei Pflanzaktionen des BUND mit Kindern sowie zwei weitere Kitas mit Projekten finanziell bedacht.

Der Klimaschutzfonds der Stadt Elmshorn und der Gemeinden Altenmoor, Horst, Kiebitzreihe, Klein Nordende, Klein Offenseth-Sparrieshoop, Kölln-Reisiek, Raa-Besenbek, Seester, Seestermühe und Seeth-Ekholt speist sich aus jährlichen Beiträgen der Mitgliedsgemeinden mit 50 Cent pro Einwohner. „In den vergangenen zwei Jahren war ein Rückgang der Fördernachfrage zu beobachten, sodass vorhandene Fördergelder nicht ausgegeben werden konnten“, sagt Markus Pietrucha. Diese gingen nun in die Sonderausschüttung. Er sieht Gründe in der Förderpolitik des Bundes im Rahmen des Erneuerbaren-Energien-Gesetzes, des niedrigen Ölpreises und der zunehmenden Wirtschaftlichkeit von erneuerbaren Energieanlagen.